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ADHS: Zahl der betroffenen Kinder und Jugendlichen in Hessen steigt stark an

08.02.2013

Im Zuge der jüngsten Diskussion um die Zunahme der Diagnose „Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung“ (ADHS) bestätigt auch die AOK Hessen stark ansteigende Fallzahlen. Die Kasse versichert 1,5 Millionen Menschen, darunter rund 200.000 Kinder und Jugendliche. Laut einer aktuellen Auswertung, die jetzt in Bad Homburg vorgestellt wurde, hat sich die Zahl der Behandlungen wegen ADHS in den letzten zwei Jahren fast verdoppelt.

Demnach wurden 2010 noch 2.219 Mädchen und 6.887 Jungs, die bei der AOK Hessen versichert waren, wegen einer ADHS behandelt. 2012 waren es bereits rund 3.800 Mädchen und knapp 11.000 Jungs. „Dieser Anstieg ist bemerkenswert“, sagt Dr. Angela Smith, Ärztin bei der AOK Hessen. Sie warnt jedoch gleichzeitig vor vorschnellen Schlussfolgerungen: „Auf Schnellschüsse in Sachen Ursachenforschung sollten wir verzichten. ADHS ist ein ungemein komplexes Geschehen, das sich einfachen Erklärungsansätzen entzieht.“ Zudem sagten diese Zahlen nichts darüber aus, ob sich die Häufigkeit der Erkrankung tatsächlich verdoppelt habe oder ob sie in der letzten Zeit nur konsequenter wahrgenommen bzw. diagnostiziert worden sei.

Klar ist laut AOK Hessen: Nicht jedes Kind, das zappelig und unkonzentriert ist, leidet unter ADHS. Manchmal könnten beispielsweise auch Bewegungsmangel oder zu viel Fernsehen bzw. Computerspielen Ursachen dafür sein, dass Kinder unruhig oder unaufmerksam werden. Die ADHS-Diagnostik müsse deshalb sehr sorgfältig erfolgen und neben der individuellen Symptomatik auch die Umgebungsbedingungen berücksichtigen sowie andere Ursachen des auffälligen Verhaltens ausschließen. „Eltern, die den Verdacht haben, dass ihr Kind an ADHS leidet, sollten sich deshalb an einen Kinder- und Jugendpsychiater oder einen in der ADHS-Behandlung erfahrenen Kinderarzt wenden“, empfiehlt Smith.