Überblick: Betriebliche Altersversorgung – bAV

Der betrieblichen Altersversorgung kommt bei der Absicherung des Lebensstandards im Alter eine zunehmend wichtige Rolle zu. Für Arbeitgeber stellt sich dabei zunächst die Frage nach dem passenden Durchführungsweg. Zu beachten ist das Betriebsrentenstärkungsgesetz. Für die Verwaltung der Verträge empfehlen sich strukturierte Personalprozesse.

Betriebsrente zusätzlich zur Altersrente

Die gesetzliche Rente allein wird künftig vielen Arbeitnehmern nicht mehr reichen, um ihren bisherigen Lebensstandard auch im Rentenalter zu halten. Neben der gesetzlichen Rente und der privaten Altersvorsorge gibt es in Deutschland eine weitere Möglichkeit, um ein finanzielles Polster für den Ruhestand anzusparen: die betriebliche Altersversorgung (bAV). 

Die Beträge zur bAV können entweder vom Arbeitgeber, vom Arbeitnehmer oder von beiden gemeinsam finanziert werden. Die Wahl eines der möglichen sogenannten Durchführungswege hat für den Arbeitgeber rechtliche Konsequenzen, die er bei der Entscheidung berücksichtigen sollte. 

Grundsätzlich hat jeder rentenversicherungspflichtig Beschäftigte Anspruch auf Umwandlung eines Teils seines Lohns oder Gehalts zugunsten einer bAV. Diese Form des Aufbaus einer Betriebsrente wird auch als Entgeltumwandlung bezeichnet. Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbaren dabei, künftige Lohnansprüche des Arbeitnehmers in eine Anwartschaft auf Versorgungsleistungen umzuwandeln.

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Formen der bAV

Um Arbeitgebern und Arbeitnehmern mehr Flexibilität bei der bAV zu ermöglichen, gibt es sie in fünf verschiedenen Formen – den Durchführungswegen. Möglich ist beispielsweise eine Direktversicherung. Zur Finanzierung seiner arbeitsrechtlichen Zusage schließt der Arbeitgeber für den Arbeitnehmer eine Versicherung ab. Die Leistungen daraus werden diesem zum Renteneintritt ausgezahlt. 

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) trat zum 1. Januar 2018 in Kraft. Es soll die weitere Verbreitung der bAV fördern. Die enthaltenen Maßnahmen und Veränderungen sind sowohl zur Förderung von bereits bestehender bAV als auch für das neue sogenannte Sozialpartnermodell konzipiert.

Reine Beitragszusage im Sozialpartnermodell

Bei der reinen Beitragszusage handelt es sich um eine neue Zusageform in den bekannten versicherungsförmigen Durchführungswegen Pensionskasse, Pensionsfonds und Direktversicherung.

Damit wird es den Sozialpartnern ermöglicht, reine Beitragszusagen auf der Grundlage von Tarifverträgen einzuführen. Im Unterschied zu den klassischen Modellen der bAV sind bei der reinen Beitragszusage keine Mindest- oder Garantieleistungen der durchführenden Versorgungseinrichtungen vorgesehen. Arbeitgeber werden so von bisherigen Haftungsrisiken für Betriebsrenten entlastet.

Förderung der bAV

Weitere Maßnahmen, die Verbreitung der bAV zu fördern, sind:

  • Arbeitgeberförderbetrag für Geringverdiener über einen Steuerzuschuss
  • Verpflichtender Arbeitgeberbeitrag bei Entgeltumwandlung in Höhe von 15 Prozent des umgewandelten Entgelts seit 2019 für alle neuen und ab 2022 auch für Altverträge

Nachfrage nach bAV ist noch gering

Längst nicht jeder Beschäftigte macht jedoch von den angebotenen Möglichkeiten Gebrauch: Einer Befragung zufolge hatten 2018 lediglich 57 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eine Anwartschaft auf eine bAV erworben.

Zum Jahresanfang 2020 hat erst ein Unternehmen ein Sozialpartnerschaftsmodell vereinbart. Alle Mitarbeiter der Talanx AG sollen ab 1. Januar 2020 eine Betriebsrente nach dem Sozialpartnermodell erhalten. Basis ist ein Haustarifvertrag, auf den sich der Konzern und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi geeinigt haben. Die Zustimmung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) steht allerdings noch aus.

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Stand

Zuletzt aktualisiert: 01.01.2020

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