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Natürliche Stimmungsaufheller: sinnvoll oder nicht?

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 30.09.2020

Jeder hat mal schlechte Laune. Doch vor allem in der dunklen Jahreszeit kann die Stimmung über längere Zeit gedrückt sein. Aus diesem Stimmungstief wieder herauszukommen, ist eine Herausforderung. Betroffene scheuen sich häufig davor, die Beschwerden bei einem Arzt oder Therapeuten anzusprechen. Stattdessen probieren sie lieber pflanzliche Produkte aus, die Heilung versprechen. Doch wie sinnvoll sind natürliche Stimmungsaufheller? Was Sie bei der Anwendung beachten sollten.

Inhalte im Überblick

    Welche pflanzlichen Stimmungsaufheller gibt es?

    Pflanzliche Stimmungsaufheller sind Kräuter, Pflanzen oder Gewürze, die aufgrund ihrer besonderen Inhaltsstoffe dazu beitragen können, psychische Beschwerden, wie gedrückte Stimmung, Schlafstörungen, aber auch leichte Anzeichen von Stress, Nervosität, Unruhe und Ängstlichkeit, zu lindern. Einige dieser pflanzlichen Wirkstoffe sind auch als Medikamente zur Behandlung bestimmter Erkrankungen zugelassen. Zum Beispiel können Johanniskrautpräparate zur Behandlung einer Depression verordnet werden.

    Zu den pflanzlichen Stimmungsaufhellern, die häufig bei psychischen Beschwerden eingesetzt werden, zählen unter anderem:

    • Baldrian
    • Hopfen
    • Johanniskraut
    • Lavendel
    • Melisse
    • Passionsblume
    • Safran

    Grundsätzlich gilt, dass beim Verdacht auf eine manifeste klinsche Erkrankung keine Selbstbehandlung mit pflanzlichen Stimmungsaufhellern erfolgen sollte. In diesen Fällen muss zunächst eine sorgfältige Diagnose durch einen Arzt oder Psychotherapeuten gestellt werden und im Anschluss mit dem Patienten die Therapie geplant werden. Bei bestimmten Erkrankungen, beispielsweise leichten Depressionen oder Schlafstörungen  kann dabei auch der Einsatz pflanzlicher Präparate erwogen werden.

    Natürliche Stimmungsaufheller gibt es in verschiedenen Darreichungsformen. Für die innere Anwendung werden zumeist Tabletten oder Dragees verabreicht. Darüber hinaus gibt es auch Tees auf Basis natürlicher Stimmungsaufheller oder ätherische Öle der Pflanzen oder Kräuter.

    Dabei ist generell zu beachten, dass jeweils eine bestimmte Dosierung erforderlich ist, um einen gesundheitsstärkenden und genesungsfördernden Effekt zu erzielen. Klar ist auch, dass durch das Trinken von Tee oder das Einatmen von ätherischen Ölen nicht derselbe Effekt zu erwarten ist, der beispielsweise durch die Einnahme von Tabletten oder Dragees mit höherer Wirkstoffkonzentration entstehen kann.

    Sind natürliche Stimmungsaufheller sinnvoll?

    In Abhängigkeit von den Beschwerden und unter Berücksichtigung der Art der Beschwerden kann die Anwendung natürlicher Stimmungsaufheller helfen, das Wohlbefinden des Patienten zu steigern und die Genesung zu fördern. Inwieweit Kräuter- und Pflanzenextrakte bei bestimmten Beschwerden geeignet sind, sollte jedoch mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

    Eine ärztliche Beratung oder Rücksprache mit einem Apotheker ist auch deshalb zu empfehlen, weil die Anwendung natürlicher Stimmungsaufheller Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten hervorrufen kann. So beeinflusst Johanniskraut den Abbau anderer Medikamente und kann dadurch unter anderem die Wirkung von Gerinnungshemmern, HIV-Medikamenten, Antiepileptika, Immunsuppressiva oder Zytostatika herabsetzen.

    Gleichzeitig kann Johanniskraut aber auch die Wirkung von Antidepressiva aus der Klasse der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer im Gehirn so verstärken, dass es zu einem lebensbedrohlichen Serotoninsyndrom kommen kann. Bei Frauen, die Hormone zur Empfängnisverhütung einnehmen, sind Zwischenblutungen möglich.

    Auch die Sicherheit der Verhütung kann durch Johanniskraut-Extrakte herabgesetzt sein. Deshalb sollten insbesondere Patienten, die bereits mehrere andere Medikamente einnehmen oder ein Medikament erhalten, das besonders exakt dosiert werden muss, vorsichtig mit der Einnahme von Johanniskraut sein.

    Welche natürlichen Stimmungsaufheller sind am besten geeignet?

    Trotz ihrer prinzipiell guten Verträglichkeit und der Beliebtheit bei Menschen, die synthetisch hergestellten Medikamenten skeptisch gegenüber stehen, können natürliche Stimmungsaufheller auch Nebenwirkungen haben. Bei Johanniskraut können unter anderem lichtinduzierte oder allergische Hautreaktionen sowie Magen-Darm-Beschwerden und Unruhe auftreten. 

    Lavendel kann bei Überdosierung Kopfschmerzen auslösen, wobei auf empfindliche Menschen auch schon kleine Mengen unangenehm wirken. Bei der inneren Anwendung können unter anderem Aufstoßen, Sodbrennen, Übelkeit oder Verstopfung sowie allergische Hautreaktionen auftreten.

    Deshalb ist es nicht nur wichtig, die richtige Dosis zu ermitteln, sondern auch mögliche Abneigungen, Empfindlichkeiten oder Allergien vor der Anwendung zu berücksichtigen. Idealerweise besprechen Sie mit dem behandelnden Arzt, welche natürlichen Stimmungsaufheller bei Ihren Beschwerden am besten geeignet sind.

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