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Jumping Fitness: Trendsport unter der Lupe

Zwei Menschen machen Jumping Fitness auf zwei Mini-Trampolins.

© iStock / Pavel1964

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 29.07.2021

Hoch hinaus beim Sport, das geht mit Jumping Fitness. Beim Trampolinspringen kommen Sportler hüpfend in Form. Erfahren Sie, was dieser Trendsport wirklich bringt, für wen er sich eignet und welche Personen vorsichtig trainieren müssen.

Inhalte im Überblick

    Was ist Jumping Fitness?

    Springen vor Freude – und weil es fit macht. Jumping Fitness ist die Trendsportart, bei der sich Kinder und Erwachsene federleicht fühlen können. Aber was ist Jumping Fitness überhaupt? Trainiert wird auf einem kleinen, sechseckigen Trampolin, an dem vorne eine Haltestange mit Griff angebracht ist. An dieser Haltestange können sich die Jumper für mehr Halt bei schnellen Sprüngen abstützen. Das Training auf dem Trampolin enthält Elemente aus dem klassischen Aerobic und besteht aus langsamen und schnellen Sprüngen, die zu Musik ausgeführt werden. Das fördert nicht nur den Spaß und die Fitness, sondern auch die Gesundheit.

    Was bringt Jumping Fitness?

    Jumping Fitness ist ein ganzheitliches Training, das viele positive Effekte auf den Körper hat. Das Springen auf dem Trampolin verbessert die Ausdauer und stärkt die Muskeln. Der Gleichgewichtssinn wird ebenso trainiert wie die Koordinationsfähigkeit und Beweglichkeit. Das hilft Kindern und auch Erwachsenen, sich im Alltag sicherer zu bewegen. Eine gekräftigte Körpermuskulatur stützt den Bewegungsapparat und kann vor Rücken- und Gelenkschmerzen schützen.

    Das Springen selbst ist dabei äußerst gelenkschonend, da – anders als etwa beim Joggen oder Hüpfen auf hartem Untergrund – das Trampolin das Aufkommen der Füße abfedert. Dennoch ist Jumping Fitness eine ausgezeichnete Kraftsportart, da der Körper gegen den Widerstand des Trampolins arbeiten muss.

    Welche Muskeln werden beim Jumping Fitness trainiert?

    Jumping Fitness ist ein Ganzkörper-Workout, bei dem rund 400 Muskeln im Körper trainiert werden. Die Muskeln von Bauch, Beinen, Po, Armen, aber auch die gesamte Rumpfmuskulatur werden bei den unterschiedlichen Übungen beansprucht. Besonders profitieren davon zum Beispiel die Knie. Das Trampolintraining stärkt die Kniemuskulatur und erhöht die Dehnbarkeit und Flexibilität dieser Gelenke.

    Wie viele Kalorien verbrennt man beim Jumping Fitness?

    Die Angaben darüber, wie viele Kalorien beim Jumping Fitness verbrannt werden, schwanken zwischen 250 und 800 Kalorien pro Stunde. Wie hoch der Energieverbrauch tatsächlich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von der Intensität des Workouts, von der Statur des Trainierenden, oder davon, wie fit jemand ist. Denn um Kalorien zu verbrennen, braucht der Körper Sauerstoff. Je mehr Sauerstoff er aufnehmen kann, desto mehr Kalorien werden pro Stunde verbrannt. Die Sauerstoffaufnahme bei maximaler Belastung steigt mit der individuellen Leistungsfähigkeit. Sprich: Der Körper eines geübten Trampolinspringers verbrennt mehr Kalorien in der gleichen Zeit als der eines Sportanfängers.

    In jedem Fall hilft Jumping Fitness beim Abnehmen – sogar besser als Jogging, wie eine im International Journal of Sports Science veröffentlichte Studie zeigt. Beim Trampolinspringen verbessern sich die Sauerstoffaufnahme und die Fettverbrennung stärker als bei Läufern. Auch der Körperfettanteil und die Blutfette verringern sich durch das Training auf dem Trampolin. Dabei gilt: Je höher die Intensität der Belastung, desto größer ist der Effekt. Wer an Gewicht verlieren möchte, sollte jedoch parallel zum Sport grundsätzlich seine Ernährung überprüfen und gegebenenfalls umstellen.

    Wie oft sollte ich Jumping Fitness machen?

    Jumping Fitness soll Spaß machen, aber auch die Leistungsfähigkeit verbessern. Fitnesstrainer empfehlen daher, etwa zwei- bis dreimal pro Woche zu trainieren und den Sport regelmäßig in den Alltag einzubinden. Ergebnisse sind bereits nach acht bis zwölf Wochen messbar. Wer das Workout dauerhaft ausübt, profitiert außerdem dadurch, dass er langfristig mehr Kalorien pro Trainingseinheit verbraucht.

    Ältere Frau macht Jumping Fitness auf einem Trampolin unter Anleitung einer Trainerin.
    Jumping Fitness schont die Gelenke und ist ein effektiver Ausdauersport

    © iStock / amriphoto

    Für wen eignet sich Jumping Fitness?

    Grundsätzlich eignet sich Jumping Fitness für jeden, der Freude an dieser Sportart hat. Das Springen lässt sich leicht erlernen und die Intensität kann langsam Stück für Stück gesteigert werden. Damit ist Jumping Fitness sowohl für Einsteiger als auch für Fortgeschrittene geeignet. Männer und Frauen können durch das Trampolinspringen leicht in Form kommen, die Ausdauer trainieren und ihren Körper kräftigen. Für Menschen mit Übergewicht ist diese Sportart eine gute Methode, um abzunehmen, denn Jumping Fitness unterstützt die Fettverbrennung – ohne die Gelenke dabei zu stark zu belasten.

    Das Alter spielt beim Jumping Fitness ebenfalls keine Rolle. Wer sich erst im Erwachsenenalter für das Trampolin interessiert, sollte sich jedoch vorsichtig an die Sportart herantasten. Kinder lernen beim Springen auf dem Trampolin, ihr Gleichgewicht auszubalancieren, üben verschiedene Bewegungsabläufe ein und stärken die Körperkoordination. Auch ältere Menschen profitieren von Jumping Fitness, wie eine Studie von Forschern der Universität Cascavel in Brasilien zeigt: Seniorinnen mit Osteopathie und Sturzneigung, die über einen Zeitraum von 14 Wochen regelmäßig auf einem Mini-Trampolin trainierten, wurden mobiler, kräftiger, beweglicher, konnten ihr Gleichgewicht besser halten und hatten weniger Angst zu fallen.

    Nicht nur als Freizeitsport, sondern auch in der Rehabilitation hat Jumping Fitness positive Effekte: Mediziner der Neurologischen Klinik Bad Neustadt/Saale setzten das Mini-Trampolin in der Rehabilitation von Schlaganfall-Patienten ein und beobachteten, dass die Patienten ihre Körperhaltung besser kontrollieren konnten.

    Für wen ist Jumping Fitness nicht geeignet?

    Beim Trampolinspringen wirken starke Kräfte auf den Beckenboden ein. Er sollte also ausreichend und gezielt trainiert werden, andernfalls kann es zu gesundheitlichen Problemen kommen. Das bestätigen die Ergebnisse einer Studie, die im Scandinavian Journal of Medicine & Science in Sports erschien. Forscher befragten dafür 163 Amateur- und Nicht-Sportlerinnen nach Dysfunktionen ihres Beckenbodens. Die Sportlerinnen, insbesondere diejenigen, die Kunstturnen und Trampolinspringen ausübten, litten deutlich häufiger unter Harninkontinenz als die Nicht-Sportlerinnen. 

    Mit diesem Ergebnis unterstützen sie Erkenntnisse der bereits 2002 durchgeführten Studie der Karolinska-Universität in Stockholm. Die Forscher ließen Frauen, die regelmäßig an Trampolin-Training und -Wettkämpfen teilnahmen einen Fragebogen ausfüllen. Dabei stellten sie fest, dass etwa 80 Prozent der Teilnehmerinnen während des Trampolinspringens Urin verloren. Da eine Schwangerschaft und Geburt den Beckenboden zusätzlich schwächen, müssen Frauen, die bereits Kinder bekommen haben, beim Jumping Fitness besonders vorsichtig sein.

    Ab wann Jumping Fitness wieder nach der Geburt ausüben?

    Frauen, die Jumping Fitness für sich entdeckt haben, sollten während der Schwangerschaft eine Trampolin-Pause einlegen. Die Erschütterungen, die durch das Springen entstehen, können die Schwangerschaft und das ungeborene Kind gefährden. Zusätzlich schwächen der Druck durch das Kind und die Schwangerschaftshormone den Beckenboden stark. Darum gilt es, jeglichen zusätzlichen Druck auf dieses Muskelgebilde zu vermeiden. Durch eine vaginale Geburt mit oder ohne Dammschnitt kann der Beckenboden sogar verletzt werden.

    Um Verletzungen und Überbeanspruchungen vorzubeugen, sollten Frauen nach der Geburt sich noch für mindestens sechs bis acht Wochen schonen, bevor sie wieder mit dem Sport beginnen. Und auch dann wäre es besser, nicht gleich mit Jumping Fitness zu starten. Spezielle Rückbildungsgymnastik ist ein idealer Einstieg in den Sport. Sie kräftigt die Muskeln und stärkt den Beckenboden. Nach und nach können Frauen nach der Rückbildung wieder sanften Sport ausüben. Bevor sie wieder aufs Trampolin steigen, sollte der Beckenboden ausreichend gefestigt sein. Das finden Sie heraus, indem sie mit voller Blase unter der Dusche auf der Stelle laufen. Wenn die Blase hält, spricht das für einen stabilen Beckenboden – und eine Grundvoraussetzung für den Wiedereinstieg ins Jumping Fitness.

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