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Beachvolleyball: Sandsport mit vielen gesundheitlichen Effekten
Veröffentlicht am:14.04.2026
7 Minuten Lesedauer
Ob am Meer, am Baggersee oder im Park: Beachvolleyball verbindet sportliche Bewegung mit Spaß, Teamgeist und frischer Luft. Warum der Sport im Sand so viele gesundheitliche Vorteile bietet und was Einsteiger und Einsteigerinnen beachten sollten.

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Was ist Beachvolleyball und was macht den Sport so besonders?
Beachvolleyball zählt zu den Mannschaftssportarten. Das Besondere an Beachvolleyball ist, wie der Name schon sagt, dass er entweder am „Beach“, also am Strand, gespielt wird oder auf einem Sandplatz. Hierzu eignen sich Sandflächen in der Natur, aber auch speziell angelegte Beachvolleyballplätze in Parks oder Indoor-Felder in Hallen.
Das Spielfeld ist durch ein Netz in zwei Hälften geteilt, die Teams bestehen aus je zwei Spielerinnen oder Spielern. Jede Mannschaft bewegt sich auf ihrer Hälfte des Feldes und versucht, einen Ball über das Netz auf die andere Seite des Spielfelds zu schlagen. Ziel ist es, den Ball so zu spielen, dass ihn die gegnerische Mannschaft nicht mehr zurückschlagen kann oder er außerhalb des Spielfelds landet.
Beachvolleyball ist ein Ableger des Hallen-Volleyballs und wurde erstmals 1915 auf Hawaii gespielt. Ab den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts etablierte sich die moderne Form des Beachvolleyballs auch an den Stränden von Kalifornien und ab den 30er Jahren in Europa. Zunächst war es eher ein Freizeitsport, wurde dann aber auch für Wettkämpfe interessant. Seit den Sommerspielen in Atlanta 1996 ist Beachvolleyball offizielle olympische Disziplin.
Wie gesund ist Beachvolleyball?
Wer Beachvolleyball als Freiluftsport betreibt, ist auf gutes Wetter und entsprechende Temperaturen angewiesen. Schon allein diese Bedingungen können die Sportler und Sportlerinnen in eine entspannte Urlaubsstimmung versetzen. Zusätzlich setzt die sportliche Betätigung Glückshormone frei, fördert das Selbstvertrauen und stärkt die mentale Gesundheit.
Eine Studie am Forschungszentrum für Sport und Bewegung in Neapel stellte heraus, dass sich Freizeitsportlerinnen und -sportler durch den Beachvolleyball in ihrem psychologischen Wohlbefinden und ihren sozialen Kompetenzen gefördert fühlen. Zusätzlich erlebten sie ihre Eindrücke beim Beachvolleyball als motivierend, den Sport weiter zu betreiben.
Und Beachvolleyball kann noch weitere gesunde Vorteile für den Körper haben.
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Welche gesundheitlichen Effekte hat Beachvolleyball?
Wie jeder Mannschaftssport unterstützt auch Beachvolleyball den Teamgeist, die Kommunikationsfähigkeit und das soziale Miteinander. Weitere Vorteile für die körperliche Gesundheit sind:
- Herzkreislauf-Training durch Sprints und Sprünge
- Vitamin D: geförderte Produktion durch den Aufenthalt unter freiem Himmel
- Muskulatur: Kräftigung im Unter- und Oberkörper
- Knochen: Stärkung der Knochendichte
Insgesamt kann Beachvolleyball positive Effekte bei Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck erzielen und stärkt zusätzlich das Immunsystem.
Wie sind die Regeln beim Beachvolleyball?
Die Regeln des Beachvolleyballs sind anders als die des Hallen-Volleyballs. Gespielt wird in Zweier-Teams, das Spielfeld ist durch ein Netz in zwei Felder von 8 mal 16 Metern aufgeteilt. Ziel ist es, den Ball so über das Netz zu schlagen, dass ihn die Gegenseite nicht regelgerecht zurückspielen kann. Die Teams dürfen den Ball höchstens dreimal berühren, bevor er über das Netz geht. Eine Spielerin oder ein Spieler darf den Ball nicht zweimal hintereinander schlagen.
Macht eine Mannschaft einen Fehler oder schlägt den Ball nicht regelgerecht, bekommen die Gegner oder Gegnerinnen einen Punkt (Rally-Point-System). Ein Spiel geht über zwei Gewinnsätze bis 21 Punkte. Bei einem „Unentschieden“ gibt es einen dritten Entscheidungssatz bis 15 Punkte. Ein Satz gilt als gewonnen, wenn ein Team mindestens zwei Punkte Vorsprung hat.
Was macht die Bewegungsabläufe beim Beachvolleyball so gesund?
Beachvolleyball besteht aus einer Mischung aus kurzen, sehr intensiven Aktionen wie schnellen Sprints und Sprüngen (anaerob) und mittleren bis längeren bewegungsreichen Phasen (aerob).
Bei der aeroben Belastung erzeugt der Körper Energie mithilfe von Sauerstoff. Bei der anaeroben Aktion gewinnt der Körper die Energie ohne Sauerstoff, indem er zunächst auf Phosphate, dann auf gespeicherte Kohlenhydrate zurückgreift.
Das bedeutet:
- Anaerobe Trainingsreize fördern insbesondere die Schnellkraft, also die Fähigkeit, hohe Kraft in kurzer Zeit zu erzeugen. Die Schnellkraft trainieren auch andere Sportarten mit schnellen Sprints und Stopps wie Fußball oder Tennis.
- Die aerobe Belastung stärkt Ausdauer, Herz-Kreislauf-System und Regenerationsfähigkeit. Diese Effekte erzielen auch Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen.
Diese Kombination macht Beachvolleyball zu einem ganzheitlichen Sport, der sowohl den Muskelaufbau als auch die Kondition verbessert.

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Warum ist das Spielen auf Sand beim Beachvolleyball so gesund?
Das Spielen auf dem Sandfeld macht Beachvolleyball anstrengender als andere Sportarten, die auf stabilem Untergrund praktiziert werden. Die Spielerinnen und Spieler sinken bei jedem Schritt leicht in den Sand ein und müssen sich beim Laufen gegen den Widerstand des Sandes bewegen. In einem 30-minütigen Spiel lassen sich so bis zu 480 Kalorien verbrennen.
Zusätzlich dämpft der weiche Sand die Sprünge, was Beachvolleyball zu einem vergleichsweise gelenkschonenden Sport macht.
Der sandige Untergrund und das Barfußlaufen beim Beachvolleyball können noch weitere gesundheitliche Effekte haben, wie die Studie einer japanischen Universität herausstellt:
- Verbesserung der Fußfunktion (z.B. Zehengriffkraft)
- Stärkung der sensorischen Wahrnehmung
- Verbesserung der Gleichgewichtsfunktion und der räumlichen Körperwahrnehmung (Propriozeption)
- Stärkung der Fuß- und Unterschenkelmuskulatur, mehr Stabilität und Schutz vor Fuß- und Knöchelverletzungen
Sportliche Betätigung auf sandigem Untergrund wie beim Beachvolleyball hat möglicherweise zusätzlich positive Effekte auf die Psyche, wie es ein brasilianischer Forscher in einem wissenschaftlichen Fachartikel beschreibt. Demnach kann der Sport auf Sandboden Stress reduzieren sowie die Symptome von Angst und Depressionen senken. Dies zeigt sich auch in der Anwendung von therapeutischen Sandspielen zur Linderung psychischer Symptome bei Kindern und Erwachsenen.
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Erste Schritte: Wie starte ich mit dem Beachvolleyball?
Wer mit dem Beachvolleyball beginnen möchte und noch nicht weiß wie, erkundigt sich am besten nach Vereinen oder Trainingsmöglichkeiten in seiner näheren Umgebung. Viele Vereine bieten Kurse für den Einstieg, in denen Neulinge die wichtigsten Regeln und Techniken wie Pritschen, Baggern oder die Taktiken des Spiels lernen können.
Eine spezielle persönliche Ausrüstung oder besondere Sportkleidung ist für Beachvolleyball nicht notwendig. Es reicht kurze, leichte Kleidung bestehend aus Shorts und einem Top. Wer nicht barfuß spielen möchte, kann spezielle Beachvolleyball-Schuhe oder -Socken nutzen. Ansonsten wäre zu beachten:
- Sonnenschutz: Der Schutz vor UV-Strahlung ist beim Beachvolleyball besonders wichtig, denn idealerweise finden die Spiele draußen bei strahlendem Sonnenschein statt. Nutzen Sie mindestens Lichtschutzfaktor 30 (LSF 30), am Meer darf es auch LSF 50 sein.
- Sonnenbrille: Um die Augen nicht nur vor Sonnenstrahlung, sondern auch vor Sand zu schützen, ist eine fest sitzende Sonnenbrille zu empfehlen.
- Kopfbedeckung: Schützen Sie Ihren Kopf durch eine Kappe vor zu starker Sonneneinstrahlung oder sogar einem Sonnenstich.
- Warm up: Wärmen Sie sich gründlich auf und laufen Sie locker im Sand hin und her, um das Spielfeld kennenzulernen. Spielen Sie sich mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin ein.
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