Zum Hauptinhalt springen
AOK WortmarkeAOK Lebensbaum
Gesundheitsmagazin

Gesunde Ernährung

Dehydration: Einen Flüssigkeitsmangel vermeiden, erkennen und behandeln

Veröffentlicht am:24.05.2023

7 Minuten Lesedauer

Aktualisiert am: 12.03.2026

Wer mit Kopfschmerzen, Augenringen und geschwächt aufwacht, kann sich die Frage stellen: Habe ich genug Wasser getrunken? Besonders gefährdet für eine Dehydration sind Kinder und ältere Menschen.

Eine junge Frau lehnt in Sportkleidung an einer grauen Betonwand und trinkt Wasser aus einer durchsichtigen Flasche.

© iStock / AzmanL

Was ist eine Dehydration?

Eine Dehydration entsteht per Definition, wenn der Körper mehr Wasser verliert, als er aufnimmt. Das passiert oft schleichend, beispielsweise wenn man zu wenig trinkt. Aber auch Durchfall und Erbrechen, starkes Schwitzen, Niereninsuffizienz oder entwässernde Medikamente (Diuretika) können dazu führen, dass der Körper dehydriert.

Im Detail bedeutet das, dass sich um die Körperzellen herum (im Extrazellulärraum) und manchmal auch in den Zellen selbst (im Intrazellulärraum) zu wenig Flüssigkeit befindet.

Besser informiert mit der AOK

Die AOK hilft Ihnen, den menschlichen Körper zu verstehen, Krankheiten zu erkennen und zu handeln. Lernen Sie unsere Leistungen, Angebote und unser Informationsangebot kennen.

Welche körperlichen Folgen hat eine Dehydration?

Eine Dehydration hat verschiedene Auswirkungen auf den Körper: Das Blut dickt infolge der geringeren Flüssigkeitsmenge ein. Die Niere scheidet zur Kompensation weniger Flüssigkeit aus.

Schreitet der Flüssigkeitsverlust weiter voran, wird der Blutkreislauf eingeschränkt, was mit vielen möglichen Symptomen einhergeht. Eine Dehydration kann tödlich sein, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird.

Warum ist Wasser so wichtig für den Körper?

Der menschliche Körper besteht zu bis zu 70 Prozent aus Wasser, das Blut sogar zu rund 90 Prozent. Im Blut sind Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Chlorid und Magnesium gelöst, die sogenannten Elektrolyte.

Diese kleinen Elektrolytteilchen (Ionen) sorgen dafür, dass sich die Flüssigkeit innerhalb und außerhalb der Körperzellen richtig verteilt. Sie sind auch wichtig für die Weiterleitung elektrischer Impulse in Herz, Nerven und Muskeln.

Außerdem sind sie an unterschiedlichen Stoffwechselprozessen beteiligt. Wenn der Körper beispielsweise bei Durchfall Flüssigkeit und Elektrolyte verliert, können diese Vorgänge gestört werden.

Passende Artikel zum Thema

Wie erkennt man eine Dehydration?

Eine Dehydration kann sich durch verschiedene Symptome äußern. Die Symptome hängen davon ab, wie schnell die Dehydration entsteht, wie stark sie ausgeprägt ist sowie vom Alter und von Vorerkrankungen der betroffenen Person. Jedoch müssen nicht alle dieser Beschwerden auftreten.

Zu den Symptomen einer Dehydration gehören:

  • Durst
  • trockene Schleimhäute, spröde Lippen, stehende Hautfalten
  • weniger, dunkler Urin
  • eingesunkene Augen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit, Appetitlosigkeit, allgemeine Kraftlosigkeit
  • Muskelkrämpfe
  • erhöhte Herzfrequenz (Tachykardie), Kreislaufstörungen
  • Benommenheit, Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit

Starke Sonneneinstrahlung und Hitze können eine Dehydration beschleunigen und zu einer Hitzeerschöpfung oder einem Hitzschlag führen. Starke Kopfschmerzen und Übelkeit können auch Anzeichen eines Sonnenstichs sein.

Der Hautfalten-Test

Ein Anhaltspunkt für eine Dehydration ist der Hautfalten-Test: Drücken Sie die Haut am Handrücken oder Unterarm zu einer Hautfalte zusammen. Bei ausreichend Flüssigkeit im Körper glättet sich die Haut unmittelbar wieder. Bei einer Dehydration kann die Falte jedoch mehrere Sekunden stehen bleiben.

Wie erkennt man eine Dehydration bei Kleinkindern und Babys?

Kinder zeigen bei einer Dehydration ähnliche Symptome wie Erwachsene. Sie scheiden zum Beispiel weniger und konzentrierteren Urin aus, sodass die Windel trockener bleibt. Oft fühlen sie sich merklich unwohl, wirken weinerlich oder lethargisch.

Wichtige Zeichen sind zudem ein schnellerer Atem (mehr als 50 Atemzüge pro Minute bei Babys, mehr als 40 bei Kindern über einem Jahr) und ein schnellerer Herzschlag (mehr als 160 Schläge pro Minute bei Babys, mehr als 150 bei Ein- bis Zweijährigen, mehr als 140 bei Kindern im Kindergartenalter). Bei Babys kann zudem die (Fontanelle), der weiche Punkt zwischen den Schädelknochen, eingesunken wirken.

Wie macht sich eine Dehydration bei älteren Menschen bemerkbar?

Dehydration ist bei älteren Menschen ebenfalls kritisch – und ausgesprochen häufig. Das Durstgefühl nimmt im Alter häufig ab, sodass Seniorinnen und Senioren einfach vergessen zu trinken. Aber auch ein gestörter Zuckerstoffwechsel (Diabetes mellitus) und Nierenerkrankungen kommen im Alter häufiger vor und können dem Körper verstärkt Flüssigkeit entziehen.

Daher ist es für Angehörige und Pflegefachkräfte besonders wichtig, auf Anzeichen wie trockene Haut, rissige Lippen oder Benommenheit zu achten. Gleichzeitig sind ältere Menschen mit Herz- und Niereninsuffizienz häufig von Überwässerung betroffen, weswegen die richtige Flüssigkeitsmenge bei Ihnen häufig ein schmaler Grad ist.

Wie erkennt man eine Dehydration bei Sportlerinnen und Sportlern?

Zunächst nimmt die Leistungsfähigkeit ab. Ein Durstgefühl und eine später einsetzende, erhöhte Herzfrequenz sind ebenfalls Anzeichen für einen Flüssigkeitsmangel.

Da die Muskelzellen durch den Flüssigkeitsmangel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden, wirkt sich dieser Mangel besonders bei Ausdauersport negativ auf die Leistungsfähigkeit aus. Zudem können Konzentrations- und Koordinationsstörungen sowie eine Überhitzung auftreten.

Welche Maßnahmen helfen bei einem Flüssigkeitsmangel?

Wenn Sie bei sich oder einer anderen Person eine Dehydration vermuten, ist die erste und wichtigste Maßnahme: Trinken. Bei Erwachsenen, die zum Beispiel durch starkes Schwitzen oder Durchfall viel Flüssigkeit verloren haben, reicht es in der Regel aus, reichlich Wasser zu trinken.

Flasche mit Infused Wasser auf weißem Holz mit einer Scheibe Zitrone, Gurke und Rosmarinblatt darin.

© iStock / simarik

Ein Tipp, um Dehydration vorzubeugen und ausreichend zu trinken: Wasser mit Zitrone, Limette, Gurke, Ingwer und Co. aufpeppen.

Was ist bei Magen-Darm-Infekten zu beachten?

Bei Magen-Darm-Erkrankungen sollten Sie das Wasser nicht in einem Zug trinken, sondern es in vielen kleinen Schlucken über einen längeren Zeitraum verteilt zu sich nehmen. Salzstangen, Zwieback, gezuckerter Tee oder Bananen helfen, verlorene Elektrolyte aufzufüllen und den Kreislauf zu stabilisieren.

Bei leicht dehydrierten Kindern ist es wichtig, darauf zu achten, dass die Dehydration nicht weiter zunimmt. Wenn das Kind ausreichend trinkt, kann bei bereits länger bestehenden Beschwerden auch eine Elektrolytlösung aus der Apotheke helfen.

Kindern mit Magen-Darm-Infekt fällt es oft schwer, etwas zu sich zu nehmen. Häufig erbrechen sie das Essen oder Trinken direkt wieder. In solchen Fällen kann es helfen, die Lösung in kleinen Schlückchen oder mit einem Löffel zu verabreichen.

Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen?

Bei Hinweisen auf eine starke Dehydration mit Bewusstseinsstörungen oder fehlender Urinproduktion sollte man unbedingt ärztliche Hilfe aufsuchen und im Zweifel einen Krankenwagen rufen. Medizinische Fachkräfte können die verlorene Flüssigkeit und die Elektrolyte mithilfe von Infusionen wieder auffüllen und damit den Kreislauf stabililisieren.

Insbesondere bei Babys und Kleinkindern ist Vorsicht geboten. Sie dehydrieren schneller als Erwachsene und können in kürzerer Zeit ernsthafte Folgen davontragen.

Passende Angebote der AOK

Wie kann man einer Dehydration vorbeugen?

Damit es gar nicht erst zu einer Dehydration kommt, ist die wichtigste Maßnahme, über den Tag verteilt reichlich Wasser zu trinken. Um den Flüssigkeitsbedarf zu decken, muss eine erwachsene Person mindestens 1,5 Liter trinken, ein zehnjähriges Kind etwa einen Liter und ein Kindergartenkind gut 800 Milliliter – zusätzlich zur Flüssigkeit, die im Essen steckt.

Bei sommerlichen Temperaturen und viel Bewegung steigt der Bedarf schnell auf das Doppelte. Bei den meisten gesunden Menschen ist das eigene Durstgefühl ein guter Anhaltspunkt.

Wie können Sportlerinnen und Sportler einen Flüssigkeitsmangel vermeiden?

Die richtige Trinkmenge beim Sport ist individuell. Sie hängt von verschiedenen Faktoren wie der Schweißmenge, der Körpergröße, der Belastungsdauer und dem Trainingszustand ab. Beim Schwitzen scheidet der Körper neben Wasser auch wichtige Elektrolyte wie Natrium und Chlorid aus. Dabei verliert man bis zu zwei Liter Flüssigkeit pro Stunde. Da trainierte Personen mehr schwitzen als untrainierte, müssen sie auch mehr trinken.

Wichtig ist, nicht durstig in eine Bewegungseinheit zu starten. Bei längeren Belastungen sollte man regelmäßig schluckweise trinken. Wasser kann den Verlust rasch ausgleichen.

Bei intensiven, mehrstündigen Belastungen können Sportlerinnen und Sportler mit kohlenhydrathaltigen Getränken wie isotonischen Sportgetränken oder verdünnten Fruchtsäften zusätzlich Energie und Elektrolyte aufnehmen. Isotonische Getränke enthalten Elektrolyte und haben eine ähnliche oder geringere Konzentration an gelösten Teilchen wie das Blut. Das kann den akuten Elektrolytbedarf schnell ausgleichen.

5 Tipps: Was hilft, wenn das Trinken schwerfällt?

  1. Schaffen Sie Gewohnheiten. Trinken Sie zum Beispiel direkt nach dem Aufstehen ein Glas Wasser und nehmen Sie stets eine Flasche Wasser mit, wenn Sie das Haus verlassen. So können Sie auch unterwegs regelmäßig trinken.
  2. Stellen Sie Gläser und Flaschen in Sichtweite und an strategischen Orten auf, zum Beispiel am Arbeitsplatz, neben dem Drucker oder neben dem Zahnputzbecher. Bekleben Sie diese mit bunten Zetteln, die Sie nach jedem getrunkenen Glas wieder einsammeln. Auch Erinnerungen im Handy, Apps oder ein einfacher Wecker können hilfreich sein.
  3. Erinnern Sie Kinder und ältere Angehörige regelmäßig ans Trinken. Bieten Sie zu jeder Mahlzeit, in Spielpausen und auch bei Aktivitäten unterwegs etwas zu trinken an.
  4. Wassermuffeln fällt das Trinken manchmal leichter, wenn sie auf warmen oder kalten Tee umsteigen oder ihr Wasser mit etwas Zitrone oder Limette aufpeppen. Bei Kindern leistet ein Schuss Apfel- oder Kirschsaft im Wasser oft Überzeugungsarbeit.
  5. Auch die Wassermenge in Lebensmitteln ist nicht zu unterschätzen. Besonders frisches Obst, Gemüse und Suppen tragen dazu bei, einer Dehydration vorzubeugen.
Fachlich geprüft
Fachlich geprüft

Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.


Waren diese Informationen hilfreich für Sie?

Noch nicht das Richtige gefunden?