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Ökologisch wickeln: Welche Möglichkeiten gibt es?

Lesezeit: 3 MinutenAktualisiert: 22.01.2021

Wachsendes Umweltbewusstsein lässt viele werdende Eltern bei der Frage nach der „richtigen“ Windel zu wiederverwendbaren Stoffwindeln greifen. Welche Vorteile bietet diese ökologische Weise des Wickelns und worauf sollten Eltern beim Wickeln achten? Ein Überblick.

Inhalte im Überblick

    Welche Windelarten gibt es?

    Mittlerweile ist die Palette unterschiedlicher Windeln und Wickelmöglichkeiten groß. Wer sich unsicher ist, findet bei Hebammen und Kinderärzten Rat. Drei Faktoren sollte eine Windel erfüllen, egal, ob es sich um eine Wegwerf- oder um eine Stoffwindel handelt:

    1. Die Windel nimmt ausreichend Urin und Stuhl auf.

    2. Die Windel ist auslaufsicher.

    3. Ihr Baby fühlt sich darin wohl.

    Wegwerfwindeln

    Äußerst einfach in der Anwendung und in verschiedenen Größen erhältlich, sind Wegwerfwindeln. Zudem bieten sie nach innen und nach außen einen optimalen Nässeschutz. Moderne Höschenwindeln werden heute in der sogenannten Breitwickelmethode hergestellt. Das fördert die natürliche Spreizhaltung der Babybeine und beugt so einem Hüftschaden, Hüftdysplasie genannt, vor.

    Klare Vorteile von Wegwerfwindeln ist der minimale Zeitaufwand beim Wechseln der Windeln. Ausschlaggebend ist zudem ihre hohe Saugfähigkeit. Diese führt dazu, dass sich Urin und Stuhl praktisch nicht vermischen und sich deshalb weniger Ammoniak bildet, der die empfindliche Babyhaut reizen könnte. Hohe Kosten und eine große Umweltbelastung stehen bei Wegwerfwindeln auf der Contra-Seite. Wer sich für Einmalwindeln entscheidet, sollte übrigens stets auf die richtige Größe achten. Nur sicher sitzende und gut schließende Windeln engen das Baby beim Strampeln nicht ein.

    Mullwindeln

    Früher gang und gäbe: Mullwindeln. Obwohl sie einen hohen Zeitaufwand mit sich bringen, kommen sie langsam wieder in Mode. Der Vorteil liegt auf der Hand, denn sie sind wiederverwendbar und somit sehr umweltfreundlich. Dazu sind sie noch preisgünstiger als Wegwerfwindeln und ebenso für sanfte Babyhaut geeignet. Von Nachteil ist, dass dem Baby zusätzlich ein Nässeschutz angezogen werden muss. Das kann zum Beispiel ein Gummihöschen oder Wickelfolie sein. Während die Gummihöschen weniger atmungsaktiv sind, kann die Babyhaut in der Wickelfolie atmen und bleibt gleichzeitig schön trocken.

    © iStock/myrrha

    Windelhöschen

    Bei Windelhöschen handelt es sich um eine Kombination aus Wegwerf- und Mullwindeln. Sie lassen sich wie Mullwindeln waschen und sind somit umweltfreundlich. Ähnlich wie Wegwerfwindeln lassen sich Windelhöschen nach dem Öffnen mehrmals wieder verschließen. Es gibt sie als Komplettsystem oder als getrenntes System mit zusätzlichen Überhöschen.

    Wer sich für Stoffwindeln entscheidet, benötigt etwa 20 Stück mit Verschluss inklusive Windeleinlagen oder Windelvlies. Volle Windeln werden ausgespült und können – falls der Hersteller keine abweichenden Angaben macht – bei 95 Grad Celsius in der Waschmaschine gewaschen werden.

    Nicht nur beim Wickeln lässt sich Müll vermeiden. Lesen Sie, wie Zero Waste funktioniert und worauf Sie künftig beim Einkauf achten können.

    Das A und O beim Wickeln

    Ganz gleich, ob Sie zum Wickeln Wegwerfwindeln oder Stoffwindeln nutzen: Ein paar Dinge gelten für alle Techniken gleichermaßen. Da Babys besonders am Po empfindliche Haut haben, ist es wichtig, möglichst nach jeder Ausscheidung die Windel zu wechseln – das gilt für alle Windelarten. Wenn möglich, empfiehlt es sich, das Baby erst nach einer Mahlzeit zu wickeln, da gerade junge Säuglinge während der Mahlzeit oft die Windel vollmachen.

    Wichtig: Während des Wickelns darf das Baby niemals allein auf dem Wickeltisch liegen und sämtliche Pflegegegenstände wie etwa Cremebehälter oder Nagelschere müssen für das Kind unerreichbar sein. Eine gut gefüllte Wickeltasche ist praktisch, wenn Sie mit dem Baby viel unterwegs sind. Eine weiche Wickelunterlage ermöglicht Ihnen das hygienische Wickeln praktisch immer und überall.

    Trotz Hygiene und regelmäßigem Windeln wechseln, kann es schon mal zu einem wunden Babypopo kommen. Lesen Sie, was hilft.

    Ergonomisch Wickeln: So geht´s

    Beim Wickeln erleben Sie mit Ihrem Baby intensive Momente, die es besonders genießt. Es hat Ihre volle Aufmerksamkeit und freut sich über jede Streicheleinheit und die körperliche Zuwendung. Um Ihr Baby optimal wickeln zu können, muss es fest und sicher gehalten und der Po ein wenig angehoben werden. Das funktioniert am besten, wenn Sie den linken Oberschenkel Ihres Babys mit der der rechten Hand umschließen und im Hüftgelenk beugen. Das rechte Bein liegt dabei auf Ihrem Unterarm. Umgekehrt funktionierter das ganze bei Linkshändern. Dabei sollte man darauf achten, die Wirbelsäule und den Nacken des Babys nicht zu sehr zu krümmen.

    Eine andere Methode ist, das Baby auf Hüfthöhe anzufassen und es vorsichtig auf die Seite zu drehen. So erreichen Sie alle Stellen problemlos und das Baby liegt dabei bequem. Die frische Windel nach dem Säubern neben das Baby legen. Das Baby wieder umdrehen und auf die Windel legen. Leiden Babys häufig unter Koliken und sind besonders empfindlich, ist diese Methode empfehlenswert, da der Bauch entspannt auf der Seite liegt und nicht gekrümmt werden muss.

    So ist Ihr Baby für die kalte Jahreszeit gewappnet.

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