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Mütze, Schal und Handschuhe – Wie Eltern Säuglinge richtig vor Kälte schützen

Babys richtig anziehen - Mutter setzt ihrem Kind eine Mütze auf.
Lesezeit: 3 MinutenAktualisiert: 15.01.2021

Babys frieren im Winter sehr viel schneller als Erwachsene. Wie Sie Ihr Kind im Winter am besten vor Kälte, Nässe und Feuchtigkeit schützen. Und worauf Sie achten sollten, damit es nicht zu warm für das Kleine wird – denn eine Überwärmung kann ebenfalls gefährlich sein.

Inhalte im Überblick

    Körpertemperatur bei Babys

    Die körpereigene Wärmeregulierung von Babys und Kleinkindern funktioniert noch nicht richtig beziehungsweise nur unzureichend. Deshalb reagieren kleine Kinder äußerst empfindlich auf Kälte. Auch ihre Haut konnte noch keine ausreichend dicke Fettschicht bilden, um sich selbst vor winterlichen Temperaturen zu schützen. Vor allem der Kopf von Säuglingen braucht besonderen Schutz, da er im Verhältnis zum Körper sehr groß und meist nur mit einem feinen Haarflaum bedeckt ist. Ohren und Hände der Neugeborenen reagieren ebenfalls empfindlich auf Kälte.

    Je jünger ein Kind ist, desto weniger gut kann es seine Körpertemperatur regulieren. Besonders empfindlich auf Kälte reagieren deshalb Neugeborene. Frühchen haben es sogar noch schwerer. Die sogenannte Thermoregulation muss sich erst noch entwickeln. Sie lernen erst in den ersten Lebenswochen zu zittern, wenn sie frieren.

    Winterbaby: Welche Kleidung ist ideal?

    Für ein gesundes Hautklima und einen wirksamen Schutz vor Feuchtigkeit und Kälte sind Kleidungsstücke aus natürlichen Materialien wie Wolle, Baumwolle und Seide geeignet. Naturbelassene Wolle kann viel Luft einschließen und hält Ihr Baby so stets gemütlich warm. Außerdem reguliert Wolle die Körpertemperatur Ihres Babys. Denn in der Wollfaser wird überschüssige Feuchtigkeit, die der Körper abgibt, gespeichert. Äußerlich bleibt die Wollfaser dabei trocken. Da Wolle einen hohen Luftanteil hat, ist sie außerdem ein guter Isolator und schützt das Baby vor Auskühlung. Moderne Wollkleidung ist obendrein meist so verarbeitet, dass sie auf der empfindlichen Babyhaut nicht kratzt.

    Diese Grundausstattung braucht ein Winterbaby:

    • 6 Bodys: Im Winter sind langärmelige Baumwollbodys sinnvoll – besonders praktisch mit seitlicher Bindung und Knöpfen im Schritt. So muss man den Body beim An- und Ausziehen nicht über den Kopf ziehen.
    • 6 Hemdchen: Wer mit Stoffwindeln wickelt, benötigt in der Regel zusätzliche Hemdchen, aber auch mehrere Hosen, die das Windelpaket (egal welcher Art) zusammenhalten.
    • 6 Strampler: Besorgen Sie sich etwas wärmere Strampler mit Füßen. Dickere Socken, die Sie Ihrem Baby zum Beispiel draußen anziehen möchten, schneiden dann nicht so stark am Bein ein.
    • 6 Jäckchen oder Pullover: Bevorzugen Sie eine Mischung aus langärmeligen Jäckchen und schnell zu öffnenden, wärmenden Pullovern. Zum Beispiel aus etwas dickerer Wolle oder Baumwolle.
    • 2 Paar Socken: Warme Wollsocken halten die Füße schön warm.
    • 1 Jacke: Für Spaziergänge benötigen Sie eine etwas dickere, wärmende Jacke.
    • 1 Wintersack für den Kinderwagen.
    • 4 Mützen: Zwei dünne Baumwollmützen und zwei wärmende (Woll-)Mützen, je nach Außentemperatur.
    • Außerdem benötigen Sie einen Schal oder ein leichtes Halstuch. Zwei Paar Handschuhe sollten Sie ebenfalls im Kleiderschrank haben, da man Handschuhe leicht verliert.
    • Eine gemütliche, dicke Decke zum Einwickeln.

    Babys richtig anziehen - darauf sollten Sie im Winter achten.
    © iStock/LumiNola

    Checkliste: Gemütlich im Kinderwagen

    Für den perfekten Winterspaziergang benötigen Sie einen Kinderwagen mit einem Fußsack. Damit es im Wagen schön warm bleibt, ist eine Fellunterlage ideal. Besonders kuschelig sind Modelle aus Lammfell. Leicht und trotzdem warm sind spezielle Wolldecken oder ein Federbettchen obenauf. Edel, aber nicht ganz billig, sind Lama- oder Kaschmirdecken. Etwas praktischer hingegen sind Thermodecken aus modernen Materialien, denn sie sind besonders leicht, gut waschbar und halten das Baby trotzdem schön warm.

    Diese Kinderwagen-Checkliste hilft Ihnen, wenn Sie im Winter mit Ihrem Säugling unterwegs sind:

    • Falls der Kinderwagen im kalten Hausflur oder der Garage steht: Legen Sie etwa 10 Minuten vor dem Ausflug eine Wärmflasche zum Anwärmen hinein. Achtung: niemals heißes, sondern nur warmes Wasser in die Wärmflasche füllen. So vermeiden Sie Verbrennungen.
    • Jäckchen, Handschuhe und Mütze aus Wolle sind ausreichend, wenn Ihr Kind bis unters Kinn warm eingepackt ist. Reichen Fußsack oder Decke nur bis zum Bauch, benötigt Ihr Säugling zusätzlich eine Thermojacke.
    • Wer sein Kind nach dem Ausflug draußen im Kinderwagen schlafen lässt, sollte alle 30 Minuten prüfen, ob es im Inneren des Fußsacks noch schön warm ist.
    • Verzichten Sie bei eisigen Temperaturen auf Tragehilfen. Sie schränken die Bewegungsfähigkeit des Kindes ein und es kann sich kein warmes „Nestklima“ bilden.
    • Schützen Sie die empfindliche Gesichtshaut Ihres Babys mit Wintercreme mit hohem Fettanteil. Leichte Cremes mit viel Feuchtigkeit sind ungeeignet, da das enthaltene Wasser die Haut zusätzlich kühlt.

    Welche Kleidung ist für drinnen geeignet?

    Wenn es draußen eisig ist, genießen es Babys, warm eingepackt zu sein und die Welt von ihrem gemütlichen Nest aus zu erkunden. In der warmen Wohnung angekommen, herrschen hingegen deutlich andere Bedingungen. Damit Ihr Kind nicht überhitzt, eignet sich die sogenannte „Zwiebelprinzip“. So können sie das Outfit des Babys bei der Ankunft in der Wohnung schnell den neuen Gegebenheiten anpassen. 

    Dafür ziehen Sie Ihrem Baby viele verschiedene Kleidungsschichten an, angefangen vom Body über Strickjäckchen, Pullover, Strumpfhose, Söckchen und Hose bis hin zu Jacke, Mütze und Handschuhen. Wichtig dabei sind zwei Dinge: Erstens setzen Sie auf Einzelteile und weniger auf Ganzkörperkleidungsstücke und zweitens sollte die letzte Schicht immer die wärmste sein. 

    Auch im Winter: Vorsicht vor Überhitzung

    Kleinkinder und Babys sind nicht nur kälteempfindlicher als Erwachsene, sie leiden auch schneller unter Überhitzung. Der Grund dafür: Sie besitzen nicht nur weniger Schweißdrüsen als Erwachsene, sie können auch ihre Körpertemperatur weniger gut regulieren. Das hat vor allem den Grund darin, dass sie im Gegensatz zu ihrem gesamten Körpervolumen eine recht große Oberfläche besitzen. Im Verhältnis zu ihrem kleinen Körper haben sie einen relativ großen Kopf. 

    Wer sein Kind zu warm anzieht, begünstigt eine Überhitzung. Ist ein Baby reizbar, hat es heiße Haut und schwitzt, sind das untrügliche Anzeichen. Auch Apathie und Erschöpfung können auf eine Überhitzung hindeuten. Sie können Abhilfe schaffen, indem Sie Ihr Kind ausziehen, ihm etwas Luft zufächeln und zu trinken geben. Zur Sicherheit empfiehlt es sich bei Verdacht auf Überhitzung, den Kinderarzt um Rat zu fragen.

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