Immunsystem
Magen-Darm-Infekt vorbeugen und richtig behandeln
Veröffentlicht am:25.11.2022
aktualisiert am 15.06.2026
4 Minuten Lesedauer
Eine Magen-Darm-Infektion, auch Magen-Darm-Grippe genannt, zeigt sich durch schlagartig auftretende Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Meist klingen die Symptome nach einigen Tagen ab und eine ärztliche Behandlung ist nicht nötig.

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Inhalte im Überblick
- Wie entsteht ein Magen-Darm-Infekt?
- Was sind die Symptome einer Magen-Darm-Infektion?
- Wie wird eine Magen-Darm-Infektion übertragen?
- Wie vermeide ich eine Ansteckung mit der Magen-Darm-Infektion?
- Wann sollte man bei einer Magen-Darm-Grippe ärztliche Hilfe aufsuchen?
- Wie lässt sich ein Magen-Darm-Infekt behandeln?
Wie entsteht ein Magen-Darm-Infekt?
Magen-Darm-Infekte entstehen meist durch Viren oder Bakterien (z. B. Rota- oder Noroviren) oder deren Gifte, seltener durch Parasiten. Zu den bekanntesten bakteriellen Ursachen gehören Salmonellen, Escherichia coli und Campylobacter. Einige Bakterien produzieren Giftstoffe, sogenannte Toxine, welche die Darmschleimhaut angreifen und Durchfälle auslösen. Magen-Darm-Infektionen treten weltweit und in allen Altersgruppen auf, da sie hochansteckend sind. Daher erkrankt fast jeder Mensch mindestens einmal im Leben an einer sogenannten Gastroenteritis. Am häufigsten betroffen sind Kleinkinder.
Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten von Symptomen ist abhängig vom Erreger. Sie kann wenige Stunden bis hin zu mehrere Tage betragen. Während dieser sogenannten Inkubationszeit sind die Betroffenen hochansteckend, obwohl sie noch keine Symptome zeigen.
Gibt es einen Impfstoff gegen Noroviren?
Obwohl die meisten Menschen einige Tage nach einer Norovirus-Infektion wieder fit sind, kann es bei anfälligen Bevölkerungsgruppen, wie älteren Menschen, zu schweren Krankheitsverläufen kommen. Noch gibt es keinen zugelassenen Impfstoff gegen Noroviren, aber eine frühe klinische Studie zeigt, dass ein oral verabreichter Impfstoff bei Erwachsenen zwischen 55 und 80 Jahren eine starke Immunreaktion auslöst. Ein erster wichtiger Schritt für die Entwicklung eines möglichen Norovirus-Impfstoffes.
Was sind die Symptome einer Magen-Darm-Infektion?
Ein Magen-Darm-Infekt äußert sich durch verschiedene Anzeichen, die sehr plötzlich auftreten können. Typische Symptome einer Magen-Darm-Infektion sind:
- Übelkeit oder Erbrechen
- wässriger oder schleimiger Durchfall, sehr selten auch blutig
- Bauchkrämpfe, Blähungen
- Völlegefühl
- leichtes Fieber
- Schwindel
- starkes Krankheits- und Schwächegefühl
Die Beschwerden dauern selten länger als 14 Tage an, meistens bestehen sie nur wenige Tage. Anhand dieser Anzeichen lässt sich eine Magen-Darm-Grippe schnell diagnostizieren. Eine Neuerung sind die speziellen PCR-Tests für Stuhlproben. Diese Tests finden in der Regel eine Vielzahl von Erregern, sie werden nur bei speziellen Fragen eingesetzt und sind bei normal verlaufenden Erkrankungen nicht erforderlich.
Wie wird eine Magen-Darm-Infektion übertragen?
Magen-Darm-Infektionen werden meist fäkal-oral übertragen. Die Keime werden dabei als kleinste Spuren von Stuhlresten oder Erbrochenem an Lebensmitteln, Getränken oder den Händen weitergetragen. Von hier aus gelangen die Erreger in den Mund und weiter in den menschlichen Verdauungstrakt. Über den Stuhl werden die Erreger dann wieder aus dem Körper ausgeschieden.
Wie steckt man sich über Lebensmittel an
Eine Infektion erfolgt in den meisten Fällen über Lebensmittel und Getränke. Rohes Fleisch, Eier oder Fisch, aber auch Salat, Gemüse und Obst können Bakterien wie Salmonellen auf oder in sich tragen.
Auch in Wasser und Getränken können sich die Erreger verstecken und vor allem auf Urlaubsreisen unangenehmen Reisedurchfall auslösen, da die Darmflora im Ausland auf unbekannte Keime und Erreger trifft.
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Kann man sich über Gegenstände anstecken?
Auch Toiletten, Türgriffe, Handläufe oder Armaturen können mit Keimen verunreinigt sein. Auf diesem Wege gelangen die Keime über die Hände in den Mund und von dort aus weiter in Magen und Darm.
Was ist neu in der Behandlung von akuter Gastroenteritis bei Kindern?
Die akute Gastroenteritis – die medizinische Bezeichnung für Magen-Darm-Infektion – ist eine der häufigsten Kinderkrankheiten, besonders bei Säuglingen und Kleinkindern. Eine spezielle Erregerdiagnostik wird nur noch selten empfohlen, da die meisten Fälle von selbst heilen. Die bevorzugte Standardbehandlung ist die ausreichende orale Flüssigkeitszufuhr. Werden die Kinder mit Dehydration im Krankenhaus behandelt, erfolgt die Therapie zuerst mit spezieller oraler Flüssigkeit, Getränke wie Cola oder Limonade sind hier nicht mehr geeignet.
Antibiotika werden nur selten benötigt, und Probiotika werden nicht mehr routinemäßig empfohlen. Bei starkem Erbrechen kann jedoch der Einsatz von Medikamenten wie Ondansetron sinnvoll sein, spezielle Diäten werden nicht empfohlen. Die Rotavirus-Impfung und eine sorgfältige Händehygiene sind nach wie vor die besten Maßnahmen zum Schutz vor Erkrankungen.
Wie überträgt sich ein Magen-Darm-Infekt von Mensch zu Mensch auch noch?
Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch kann seltener auch durch eine Tröpfcheninfektion erfolgen. Dabei gelangen Krankheitserreger, die im Rachenraum oder im Atmungstrakt siedeln, beim Niesen, Husten oder Sprechen durch Speichel-Tröpfchen in die Luft und werden von gesunden Menschen über die Schleimhäute aufgenommen.
Wie erfolgt die Übertragung von Tier zu Mensch?
Nutztiere wie Hühner können Menschen über den direkten Kontakt mit Bakterien wie Salmonellen und Campylobacter infizieren, Ziegen und Schafe beispielsweise mit EHEC-Bakterien (eine Escherichia coli-Spezies).
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Wie vermeide ich eine Ansteckung mit der Magen-Darm-Infektion?
- Oberstes Gebot ist das regelmäßige Händewaschen mit Seife– gerade nach Kontakt mit Tieren, Lebensmitteln oder einer erkrankten Person.
- Nach Möglichkeit sollten Gesunde und Erkrankte das Bad und die Küche während der akuten Krankheitsphase getrennt nutzen. Wichtig ist, die Räume regelmäßig zu säubern und häufig zu lüften.
- Erbrochenes oder Stuhlreste müssen schnell beseitigt werden. Tragen Sie bei der Reinigung am besten Handschuhe.
- Erkrankte dürfen keine Speisen für andere zubereiten.
- Bettwäsche, Handtücher und Waschlappen der erkrankten Person sollten bei 60 Grad Celsius gewaschen werden. Auch ihr genutztes Geschirr sollte mit der höchsten Waschtemperatur der Spülmaschine gereinigt werden. Beim Abwaschen per Hand ist es wichtig, das Geschirr besonders gründlich zu reinigen und die Schwämme, Lappen und Geschirrtücher danach heiß zu waschen.

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Wann sollte man bei einer Magen-Darm-Grippe ärztliche Hilfe aufsuchen?
Bei Senioren und Seniorinnen oder Menschen mit einem schwachen Immunsystem kann ein Magen-Darm-Infekt einen schwereren Krankheitsverlauf haben. Auch Säuglinge und Kleinkinder können empfindlich auf den Flüssigkeitsverlust durch den anhaltenden Durchfall reagieren.
Ist eine Dehydratation mit Hausmitteln nicht zu verhindern, sollten Risikopersonen deshalb ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Es können Kreislaufprobleme auftreten, in schweren Fällen kann auch ein Nierenversagen entstehen. In diesem Fall muss der Flüssigkeitsverlust während einer Krankenhausbehandlung ausgeglichen werden.
Auch Menschen ohne bekannte Risikofaktoren sollten einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen, wenn:
- starke Kreislaufprobleme, Schläfrigkeit, Verwirrtheit oder Muskelkrämpfe auftreten.
- der Durchfall blutig wird.
- das Erbrechen nicht zu stoppen und eine Flüssigkeitsaufnahme dadurch nicht möglich ist.
- der Durchfall länger als drei Tage anhält.
- Anzeichen einer Austrocknung bestehen (trockene Schleimhäute, stehende Hautfalten, trockener Mund).
Wie lässt sich ein Magen-Darm-Infekt behandeln?
Meist bessert sich eine Magen-Darm-Grippe spontan ohne zusätzliche Therapie mit Medikamenten. Daher erfolgt oftmals nur die Behandlung der Symptome. Besonders wichtig ist es dabei, die verlorene Flüssigkeit wieder auszugleichen.
Was tun gegen Flüssigkeitsverlust?
Um dem Flüssigkeitsverlust entgegenzuwirken, sind leicht gesüßter Tee oder Brühe gut geeignet. Wichtig: in kleinen Schlucken trinken, um ein erneutes Erbrechen zu vermeiden. Falls nötig, erhält man in der Apotheke spezielle Elektrolytlösungen, die den Bedarf des Körpers an Salzen und Zucker decken.
Was darf man auf keinen Fall bei Magen-Darm essen?
Eine spezielle „Durchfalldiät“ gibt es nicht. Kleinere Portionen sind vermutlich verträglicher. Traditionell wird in vielen Familien vermittelt, dass in der akuten Phase fettarme, leicht verdauliche Lebensmittel gut geeignet sind, dazu gehören Zwieback, gekochte Haferflocken, zerdrückte Banane, geriebene Äpfel, Möhrenbrei oder auch Salzgebäck.
Mit dem Durchfall scheidet die erkrankte Person die Erreger wieder aus, daher sind stopfende Lebensmittel oder selbst gekaufte Mittel gegen Durchfall nur in speziellen Ausnahmefällen bei Erwachsenen ratsam. Diese können potentiell den Krankheitsverlauf sogar verlängern. Wenn sich die Symptome bessern, kann man langsam wieder feste Nahrung zu sich nehmen. Wärmflaschen und Kirschkernkissen helfen meist gegen die Bauchkrämpfe.
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