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Wenn der Nacken verspannt: Was hilft und wie Sie vorbeugen können

Veröffentlicht am:16.02.2021

aktualisiert am 10.09.2026

14 Minuten Lesedauer

Wer lange am Schreibtisch sitzt, kennt das: Der Nacken verspannt. Das kann sehr schmerzhaft sein und die Nackenschmerzen strahlen manchmal bis in Schulter und Arme aus. Meistens sind sie aber harmlos. Tipps zur Linderung und Prävention.

Ein junger Mann sitzt mit einem Laptop auf dem Schoß und geschlossenen Augen auf einem Sessel und fasst sich mit der rechten Hand an den Nacken.

© iStock / stefanamer

Wie kommt es dazu, dass der Nacken verspannt?

Ein langer Arbeitstag am Computer, eine falsche Schlafposition oder Zugluft können dazu führen, dass der Nacken verspannt und akute Nackenschmerzen auftreten. Auslöser sind häufig Muskelverspannungen, eher selten ist es eine ernsthafte Erkrankung. Die Ursachen sind jedoch vielfältig.

Eine dauerhafte Anspannung der Hals- und Schultermuskulatur kann zu Schmerzen und Steifheit im Nacken- oder Schulterbereich führen, vor allem bei schwacher Halsmuskulatur und Fehlbelastung. Auch Tätigkeiten, die mit zurückgebeugtem Kopf ausgeführt werden, etwa das Streichen einer Zimmerdecke, können Beschwerden auslösen.

Ebenso Sportarten wie Rennradfahren oder Brustschwimmen. Psychische Belastungen und Stress sind oft bei chronischen Nackenschmerzen im Spiel. Mit zunehmendem Alter können Nackenschmerzen hartnäckiger werden, in der Fachsprache Zervikal-Syndrom, Zervikal-Neuralgie, Halswirbel- oder HWS-Syndrom.

Gibt es verschiedene Formen von Nackenschmerzen?

In der Medizin werden zwei Formen unterschieden: spezifische und unspezifische Nackenschmerzen. Bei der unspezifischen Form lässt sich neben einer Muskelüberlastung keine andere körperliche Ursache eindeutig feststellen. Die Beschwerden halten etwa zwei Wochen an,  können aber chronisch werden.

Spezifische Nackenschmerzen sind eher selten. Auslöser ist eine Erkrankung, zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall mit einer Verengung des Wirbelkanals oder der Nervenwurzelaustrittszonen. Weitere Ursachen spezifischer Nackenschmerzen sind:

  • Abszesse
  • Hämatome
  • Entzündungen
  • krankhafte Veränderungen der Wirbelgelenke
  • Osteoporose
  • Tumoren
  • rheumatische Erkrankungen
  • Infektionen

Auch eine traumatische Verletzung wie das Schleudertrauma kann akute Nackenschmerzen auslösen.

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Verspannter Nacken: Wie lässt sich vorbeugen?

Die beste Vorsorge sind Bewegung, regelmäßiges Training und gezielte Dehnübungen. Außerdem sollten Sie Überlastungen und eine schlechte Körperhaltung vermeiden, etwa durch langes und falsches Sitzen im Büro. Wechseln Sie häufiger die Sitzposition, arbeiten Sie zwischendurch im Stehen, gehen Sie umher.

Wichtig ist, dass Sie Ihre Rücken- und Bauchmuskulatur stärken. Das entlastet die Wirbelsäule. Folgende Übungen und Bewegungsformen helfen, um Rückenschmerzen vorzubeugen:

  • Krafttraining
  • Rückenschule
  • gute Sitzhaltung
  • regelmäßige und ausdauernde Bewegung
  • Mobilisations-, Dehn- und Kräftigungsübungen

Es kann auch hilfreich sein, die Schlafposition zu verbessern. Achten Sie darauf, dass Kopf und Nacken in einer Linie mit dem Körper sind. Verwenden Sie keine zu hohen Kopfpolster und schlafen Sie nicht auf dem Bauch.

Wie kann man im Büro richtig sitzen?

Achten Sie darauf, rückengerecht in einer aufrechten Haltung zu sitzen. Die Wirbelsäule nimmt dann eine natürliche doppelte S-Form ein und wird am günstigsten belastet. Ihr Becken ist leicht nach vorne gekippt, der Rücken bildet ein natürliches Hohlkreuz.

Stellen Sie die Sitzhöhe so ein, dass Ober- und Unterarme sowie Ober- und Unterschenkel einen 90-Grad-Winkel bilden. Die Füße sollten mit der ganzen Sohle auf dem Boden stehen, die Arme locker auf dem Tisch aufliegen. Ihre Sitzfläche ist richtig eingestellt, wenn zwischen Kniekehle und Vorderkante des Stuhls Platz für eine Handbreite ist.

Der Rücken sollte die Stuhllehne berühren und großflächig im Lendenbereich abgestützt werden. Wenn Sie das Becken leicht nach vorne kippen, unterstützt das die aufrechte Sitzhaltung. Die Unterarme legen Sie auf den Armlehnen auf, um die Schultern zu entlasten.

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Wie lässt sich die Blockade im Nacken lösen?

Das hängt von der Ursache der Schmerzen ab. Liegt keine spezifisch behandelbare Ursache vor, können Sie selbst etwas tun: Nutzen Sie Wärme, um die Schmerzen zu lindern. Bei Muskelverspannungen kann eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen helfen. Halten Sie den Hals mit einem Tuch oder Schal warm.

Wenn eine Nervenreizung den Schmerz verursacht, wirkt auch Kälte wohltuend. Zudem wird die Muskulatur mit Kräftigungs- und Dehnübungen gelockert und gestärkt. Probieren Sie einfach aus, was Ihnen guttut.

Einfache Übungen zur Dehnung der Muskulatur rund um die Halswirbelsäule können bei verspanntem Nacken helfen. Sie eignen sich auch zur Vorbeugung. Ganz wichtig: Haben Sie zum ersten Mal Nackenschmerzen, lassen Sie ärztlich abklären, ob es sich tatsächlich um unspezifische Nackenschmerzen handelt.

Eine Frau hat Nackenschmerzen und massiert sich die Nackenmuskulatur nach einem Tag im Homeoffice.

© iStock / PeopleImages

Bei Nackenschmerzen hilft es, die verspannte Muskulatur zu massieren.

Welche Übungen sind gut für den Nacken?

Schmerzen und Verspannungen im Nacken lassen sich gezielt vorbeugen. Mit diesen fünf Übungen kräftigen und dehnen Sie die Muskulatur.

  • Übung 1: Schulterkuss

    Stellen Sie sich aufrecht hin. Die Füße stehen etwa schulterbreit auseinander. Kippen Sie das Becken leicht nach vorne, die Schulterblätter fallen entspannt nach unten. Den Kopf halten Sie aus dem Hals heraus gerade in einer neutralen Position. Führen Sie das linke Ohr zur Schulter und kippen den Kopf auf die linke Seite.

    Führen Sie den Kopf zurück in die neutrale Position und kippen den Kopf zur rechten Seite. Halten Sie jede Position mindestens sechs Sekunden lang, dehnen Sie jede Seite zweimal. Tipp: Um die Übung noch intensiver zu gestalten, können Sie mit der Hand den Kopf sanft auf die jeweilige Seite ziehen.

  • Übung 2: Schulterheber

    Aus dem korrekten Stand heraus (siehe Übung Schulterkuss) heben Sie beide Schultern an und ziehen sie so weit wie möglich Richtung Ohren. Halten Sie die Schultern dort für einige Sekunden, dann lassen Sie alle Anspannung los und die Schulter nach unten fallen.

    Diese Übung können Sie über den Tag verteilt immer wieder ausführen, wenn Sie sich verspannt fühlen.

  • Übung 3: Halbmond

    Kippen Sie den Kopf zu einer Seite, wie bei der Übung Schulterkuss. Nun zeichnen Sie mit dem Kopf sanft einen Halbkreis. Dabei führen Sie den Kopf vorne über die Brust und lassen ihn auf die andere Seite rotieren. Das Gewicht Ihres Kopfes dehnt dabei die Nackenmuskulatur.

  • Übung 4: Abtauchen

    Beim Abtauchen falten Sie die Hände am Hinterkopf und ziehen Sie den Kopf vorne sanft nach unten. Das Kinn soll auf die Brust treffen. Bleiben Sie etwa sechs Sekunden in dieser Position. Sie spüren nun eine Dehnung im Nacken.

    Dann kommen Sie mit dem Kopf wieder nach oben. Schütteln Sie nun Ihre Arme aus und wiederholen Sie die Übung mehrere Male.

  • Übung 5: Nacken-Relax

    Beim Nacken-Relax lassen Sie den Kopf entspannt auf die Brust fallen. Mit den Händen fahren Sie an den Muskelsträngen des Nackens entlang. Die Muskelstränge können Sie mit den Fingern gut ertasten. Üben Sie etwas Druck aus und verharren Sie an den Stellen, wo es leicht schmerzt.

    Führen Sie dafür kreisende Bewegungen an der Stelle aus, um die Durchblutung zu erhöhen. Schenken Sie auch den Punkten am unteren Schädel Beachtung, wo die Muskeln ansetzen.

Wann sollte man mit Nackenschmerzen zum Arzt oder zur Ärztin gehen?

Wenn die Nackenschmerzen von einem Symptom oder mehreren der folgenden Symptome begleitet werden, sollten Sie einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen:

  • Kopfschmerzen, die mit Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Lichtempfindlichkeit einhergehen
  • Genickstarre
  • unerklärlicher Gewichtsverlust
  • Fieber oder Schüttelfrost
  • gleichbleibend starke Schmerzen – in Ruhe und bei Bewegung
  • Kontrollverlust beim Wasserlassen oder Stuhlgang
  • Nervenstörungen und Lähmungserscheinungen, zum Beispiel Kribbeln oder Schwierigkeiten, den Arm oder die Finger zu bewegen
Personal Trainer Toni Hackmann zeigt drei weitere Übungen zum Lösen der verspannten Nackenmuskulatur.

Wie wird ein verspannter Nacken medizinisch behandelt?

Bei anhaltenden Nackenschmerzen und um die Beweglichkeit des Nackens zu verbessern, kann die kurzfristige Einnahme von Schmerzmitteln und Muskelrelaxantien helfen. Das sollte keine dauerhafte Lösung sein, ohne die Ursache der Nackenschmerzen abzuklären und ohne begleitende Nackengymnastik zu machen.

Physiotherapie kann sinnvoll sein, um Übungen und Bewegungen zu erlernen, die Muskeln und Sehnen im Nacken stärken und die Flexibilität verbessern. Volljährige AOK-Versicherte leisten eine Zuzahlung. Sind psychische Belastungen der Auslöser, können Entspannungsübungen oder Stressmanagement-Programme zusätzlich Linderung bringen.

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin rät von örtlichen Spritzen zum Beispiel mit Kortison oder Lidocain ab, weil die Wirkung nicht gut untersucht ist und mit erheblichen Nebenwirkungen einhergehen kann: Verletzungen, allergischen Reaktionen, Krampfanfällen bis hin zu Infektionen.

Helfen Massagen & Co. gegen einen verspannten Nacken?

Massagen bringen möglicherweise kurzfristige Linderung, können aber auch sehr schmerzhaft sein. Für die Anwendung von Akupunktur gibt es keine guten Studien. Zentral sind Dehn- und Kräftigungsübungen, um die Muskulatur zu stärken und Beschwerden vorzubeugen. Diese kann man nach vorheriger Anleitung selbst zu Hause durchführen.

Fachlich geprüft
Fachlich geprüft

Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.


ZFA-Zeitschrift für Allgemeinmedizin: Die Primärversorgung von Patienten mit Nackenschmerzen.

Bundesministerium für Gesundheit: Nackenschmerzen.

Simmenroth-Nayda, A.: Nackenschmerzen. Schmerz und Palliativ 3, 32–36 (2010).

Casser, H. R., Hasenbring, M., Becker, A., & Baron, R. (2016): Rückenschmerzen und Nackenschmerzen. Interdisziplinäre Diagnostik und Therapie, Versorgungspfade, Patientenedukation, Begutachtung, Langzeitbetreuung. Springer Berlin Heidelberg.

Gesundheitsinformation.de: Nackenschmerzen.

Cleveland Clinic: Neck Pain.

Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs:

Nackenschmerzen.

Richtig sitzen im Job.

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) e.V.:

S3-Leitlinie Nicht-spezifische Nackenschmerzen.

DEGAM-Leitlinie: Nicht-spezifische Nackenschmerzen, Kurzversion, 02/2025.

DEGAM-Patienteninformation: Nackenschmerzen.

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