Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein

Steckbrief
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Psychische Arbeitsbelastungen, Gesunde Führung und Suchtprävention sind zentrale Themen, die das Gesundheitsmanagement des Kreises Siegen-Wittgenstein fokussiert.
Branche
Öffentliche Verwaltung
Region
Nordrhein-Westfalen
Unternehmensgröße
1.100 Mitarbeiter

Kreis Siegen-Wittgenstein

Elf Städte und Gemeinden bilden im südlichen Drei-Länder-Eck in Nordrhein-Westfalen, angrenzend an die Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz, auf einer Fläche von 1.131 Quadratkilometern den Kreis Siegen-Wittgenstein. In der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein sind rund 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Gesundheitsmanagement bei der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein

In Zusammenarbeit mit der AOK hat die Kreisverwaltung in mehreren aufeinander folgenden Projektschritten damit begonnen, Daten zur gesundheitlichen Situation der Beschäftigten zu erheben und daraus Maßnahmen zum Gesundheitsschutz und zur Gesundheitsförderung abzuleiten. Im Arbeitskreis Gesundheit arbeiten bis heute Vertreter aus dem Bereich Personal sowie des Personalrats, der Leiter des Gesundheitsamtes, der Arbeitsmediziner und die Sicherheitsfachkraft mit Vertretern der AOK zusammen.

Rückengesundes Arbeiten

In den ersten Jahren lag der Schwerpunkt der Aktivitäten im Bereich der Prävention der Rückenerkrankungen. Ausgangspunkt waren die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen nach G37 für Beschäftigte an Bildschirmarbeitsplätzen. Befragungen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen ergaben bei den Beschäftigten einen hohen Anteil an Nacken-, Schulter- und Rückenbeschwerden. Gut die Hälfte der am Bildschirm Tätigen litt unter ihnen, in einzelnen Ämtern waren es sogar bis zu 70%. Die Gefährdungsbeurteilung des Einzelarbeitsplatzes wies in einigen Fällen deutliche Mängel in der ergonomischen Gestaltung auf. Ziele der Maßnahmen waren die ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze, die Information und Aufklärung der Beschäftigten über Gesundheitsrisiken am Bildschirmarbeitsplatz sowie Angebote zur Förderung rückengesunden Verhaltens (Rückenschulkurse, Bewegungspausen, Rückentrainingsgruppen).

Um den Erfolg der Maßnahmen zu überprüfen, wurden schriftliche Befragungen zu drei verschiedenen Zeitpunkten durchgeführt. Eine Eingangsbefragung vor Beginn der Rückenschulkurse, eine zweite Befragung unmittelbar nach Beendigung des jeweiligen Kurses und eine Nachbefragung 6 Monate später. Eine Nachuntersuchung hat im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge stattgefunden. Im Rahmen des Gesundheitsprojektes ist eine Ausstellung mit Plakaten über mögliche Ursachen von Rückenbeschwerden und die durchgeführten Maßnahmen erstellt worden.

Psychische Arbeitsbelastungen

Die Analyse der psychischen Arbeitsbelastungen fand in Form einer Gefährdungsbeurteilung ämterbezogen statt. Zu den Bausteinen gehörte ein Vorgespräch mit dem jeweiligen Amtsleiter, eine Informationsveranstaltung für alle Mitarbeiter des Amts, ein Beobachtungsinterview mit einzelnen Mitarbeitern sowie eine schriftliche Befragung aller Mitarbeiter. Ein Maßnahmenplan wurde am Ende gemeinsam erarbeitet und in der Umsetzung vom Arbeitskreis Gesundheit begleitet. Parallel wurden Führungskräfteschulungen zum Thema‚ Führungsverhalten bei psychischen Auffälligkeiten angeboten.

Weitere Aktivitäten

Das Thema Suchtprävention wurde bearbeitet und mündete in eine Dienstvereinbarung zum Umgang mit Alkohol und anderen Suchtmitteln. Führungskräfteschulungen fanden seitdem zu diesem Thema statt. Betriebliche Ansprechpartner wurden extern geschult und stehen den Mitarbeitern und Vorgesetzten als Unterstützung zur Verfügung. Neben Grippeschutzimpfungen wurden weitere Maßnahmen zur Früherkennung und Prävention von Krankheiten durchgeführt. Dazu zählen Aktionen zur Herzinfarkt- und Schlaganfallprävention, zur Früherkennung von Darm-, Brust- und Hautkrebs sowie zum Thema Diabetes. Bestandteile dieser Aktionen waren jeweils ein Screening sowie Informations- und Beratungsangebote.

An Präventionskursen zu den Themen Herz-Kreislauftraining, Abnehmen durch gesunde Ernährung und Bewegung, Nichtrauchen und Stressbewältigung haben zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilgenommen.

Partizipative Einführung des strategischen BGM

Die Kreisverwaltung hat es sich zum Ziel gemacht, die Gesundheit der Beschäftigten nachhaltig und ganzheitlich zu fördern. Dazu wurde im Jahr 2019 mit Hilfe der partizipativen Methode der BGM-Bilanz® das innerbetriebliche Gesundheitsmanagement neu justiert. Ein neu gebildetes BGM-Team bestehend aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verschiedener Bereiche wurde aufgebaut und arbeitet zusammen mit dem Arbeitskreis Gesundheit an der Umsetzung neuer innovativer Angebote. Es fanden digitale Fortbildungen für Führungskräfte statt, eine BGM-Intranet-Seite wurde durch Mitarbeitende, Personal- und IT-Abteilung erstellt und ein digitaler Gesundheitstag für alle Beschäftigten wurde konzipiert.

AOK-Ansprechpartner für dieses Praxisbeispiel
Rainer Henkel
Ansprechpartner für Betriebliche Gesundheit
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