Kreis Siegen-Wittgenstein

Steckbrief
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Psychische Arbeitsbelastung und Suchtprävention sind zentrale Themen, die das Gesundheitsmanagement des Kreises Siegen-Wittgenstein fokussiert. Dazu finden Informationsveranstaltungen, Einzelgespräche Fortbildungen für Führungskräfte statt.
Branche
Öffentliche Verwaltung
Region
Nordrhein-Westfalen
Unternehmensgröße
800 Mitarbeiter

Kreis Siegen-Wittgenstein

Elf Städte und Gemeinden bilden im südlichen Drei-Länder-Eck in Nordrhein-Westfalen, angrenzend an die Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz, auf einer Fläche von 1.131 Quadratkilometern den Kreis Siegen-Wittgenstein. In der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein sind rund 880 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Gesundheitsmanagement bei der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein

Seit 1998 hat die Kreisverwaltung in Zusammenarbeit mit der AOK in mehreren aufeinander folgenden Projektschritten damit begonnen, Daten zur gesundheitlichen Situation der Beschäftigten zu erheben und daraus Maßnahmen zum Gesundheitsschutz und zur Gesundheitsförderung abzuleiten. Im Arbeitskreis Gesundheit arbeiten bis heute Vertreter aus dem Bereich Personal sowie des Personalrats, der Leiter des Gesundheitsamtes, der Arbeitsmediziner und die Sicherheitsfachkraft mit Vertretern der AOK zusammen. Die Kreisverwaltung hat es sich zum Ziel gemacht, die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern. Betriebliche Gesundheitsförderung zielt als Unternehmensstrategie darauf ab, Krankheiten am Arbeitsplatz vorzubeugen.

Rückengesundes Arbeiten

In den ersten Jahren lag der Schwerpunkt der Aktivitäten im Bereich der Prävention der Rückenerkrankungen. Ausgangspunkt waren die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen nach G37 für Beschäftigte an Bildschirmarbeitsplätzen. Parallel dazu erfolgte die Beurteilung der Arbeitsbedingungen gem. §5 ArbSchG und §3 BildschirmVO. Befragungen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen ergaben bei den Beschäftigten einen hohen Anteil an Nacken-, Schulter- und Rückenbeschwerden. Gut die Hälfte der am Bildschirm Tätigen litt unter ihnen, in einzelnen Ämtern waren es sogar bis zu 70%. Die Gefährdungsbeurteilung des Einzelarbeitsplatzes wies in einigen Fällen deutliche Mängel in der ergonomischen Gestaltung auf. Ziele der Maßnahmen waren die ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze, die Information und Aufklärung der Beschäftigten über Gesundheitsrisiken am Bildschirmarbeitsplatz sowie Angebote zur Förderung rückengesunden Verhaltens (Rückenschulkurse, Bewegungspausen, Rückentrainingsgruppen). Vor dem Beginn eines Rückenschulkurses fand in dem jeweiligen Amt eine Informationsveranstaltung statt. Die Veranstaltung war verpflichtend und galt als Unterweisung nach § 12 ArbSchG. Der Rückenschulkurs war auf Vorbeugung von Beschwerden ausgerichtet und nicht für diejenigen geeignet, die bereits Rückenbeschwerden hatten. Deshalb war ein betriebsärztliches Gespräch mit “Rücken-Check” (klinische Untersuchung der Wirbelsäule, Prüfung der Beweglichkeit) vorgeschaltet. Eine individuelle Beratung der Kursteilnehmer am Arbeitsplatz gehörte ebenfalls zum Angebot der Rückenschule. Es diente dem Erkennen von Kontraindikationen.

Insgesamt haben 13 Rückenschulkurse mit 200 Teilnehmern stattgefunden. Um den Erfolg der Maßnahmen zu überprüfen, wurden schriftliche Befragungen zu drei verschiedenen Zeitpunkten durchgeführt. Eine Eingangsbefragung vor Beginn der Rückenschulkurse, eine zweite Befragung unmittelbar nach Beendigung des jeweiligen Kurses und eine Nachbefragung 6 Monate später. Eine Nachuntersuchung hat im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge stattgefunden. Im Rahmen des Gesundheitsprojektes ist eine Ausstellung mit Plakaten über mögliche Ursachen von Rückenbeschwerden und die durchgeführten Maßnahmen erstellt worden.

Psychische Arbeitsbelastungen

Ab dem Jahr 2006 ist das Thema der psychischen Arbeitsbelastungen in das Zentrum der Arbeit gerückt. Die Analyse der psychischen Arbeitsbelastungen fand in Form einer Gefährdungsbeurteilung ämterbezogen statt. Zu den Bausteinen gehörte ein Vorgespräch mit dem jeweiligen Amtsleiter, eine Informationsveranstaltung für alle Mitarbeiter des Amts, ein Beobachtungsinterview mit einzelnen Mitarbeitern sowie eine schriftliche Befragung aller Mitarbeiter. Ein Maßnahmenplan wurde am Ende gemeinsam erarbeitet und in der Umsetzung vom Arbeitskreis Gesundheit begleitet. Parallel wurden Führungskräfteschulungen zum Thema ‚Führungsverhalten bei psychischen Auffälligkeiten‘ angeboten.

Weitere Aktivitäten

Das Thema Suchtprävention wurde diskutiert und mündete in eine Dienstvereinbarung zum Umgang mit Alkohol und anderen Suchtmitteln. Führungskräfteschulungen fanden seitdem zu diesem Thema statt. Betriebliche Ansprechpartner wurden extern geschult und stehen den Mitarbeitern und Vorgesetzten als Unterstützung zur Verfügung. An Aktionstagen mit einer begleitenden Ausstellung im Foyer des Kreishauses konnten sich die Mitarbeiter über das Thema informieren.

Neben Grippeschutzimpfungen wurden weitere Maßnahmen zur Früherkennung und Prävention von Krankheiten durchgeführt. Dazu zählen Aktionen zur Herzinfarkt- und Schlaganfallprävention, zur Früherkennung von Darm-, Brust- und Hautkrebs sowie zum Thema Diabetes. Bestandteile dieser Aktionen waren jeweils ein Screening sowie Informations- und Beratungsangebote.

An Präventionskursen zu den Themen Herz-Kreislauftraining, Abnehmen durch gesunde Ernährung und Bewegung, Nichtrauchen und Stressbewältigung haben zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilgenommen.

AOK-Ansprechpartner für dieses Praxisbeispiel
Rainer Henkel
Koordinator Betriebliche Gesundheitsförderung
AOK NORDWEST
Frankfurter Str. 2
57074 Siegen
0271 - 3376 216
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