Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) und Datenaustausch

Der Prozess bei den Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen wird digitalisiert. Arbeitgeber müssen sich bis zur Jahresmitte 2022 darauf einstellen, die AU-Daten elektronisch bei den Krankenkassen abzurufen.

Umstellung auf die elektronische AU hat schon begonnen

Jährlich werden mehr als 77 Millionen Arbeitsunfähigkeiten in Deutschland festgestellt – auf Papier in dreifacher Ausfertigung. Seit dem 1. Oktober 2021 werden bereits elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (eAU) von Vertragsärzten und -zahnärzten an die Krankenkassen digital übermittelt. Der „gelbe Schein“ als Ausfertigung für die Krankenkasse ist deshalb entfallen und muss von den Versicherten nicht mehr selbst an ihre Kasse geschickt werden. Auch die Krankenhäuser übermitteln die Zeiten eines stationären Aufenthaltes im Rahmen der eAU an die Krankenkassen, Reha-Einrichtungen allerdings nicht.

Arbeitgeber und Steuerberater können ab dem 1. Januar 2022 im Rahmen eines Pilotverfahrens die eAU-Daten von den Krankenkassen abfragen. Die Ausfertigung des „gelben Scheines“ für den Arbeitgeber bleibt aber noch bis 30. Juni 2022 bestehen und er muss bis dahin noch in Papierform vom Arbeitnehmer vorgelegt werden. Mit dem obligatorischen Start des eAU-Verfahrens am 1. Juli 2022 fällt auch dieser Schritt weg. Der Versicherte selbst erhält allerdings immer noch einen Papierausdruck seiner AU-Bescheinigung.

Vorteile der eAU

Das verpflichtende elektronische Verfahren ab 1. Juli 2022 bietet Arbeitgebern und Krankenkassen viele Vorteile:

  •  Die eAU kann sicherer und schneller an den Arbeitgeber und die Krankenkasse zugestellt werden. Das Verfahren zur Übermittlung der eAU entbindet die Versicherten von der Zustellpflicht an den Arbeitgeber sowie die Krankenkasse.
  • Die eAU beseitigt Medienbrüche und reduziert die Erstellungs- und Übermittlungskosten.
  • Die eAU sorgt für die lückenlose Dokumentation bei den Krankenkassen und sichert damit den korrekten Ausgleich bei der Zahlung von Krankengeld und im Umlageverfahren nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz.

Unter Beachtung der zeitversetzten Übermittlung vom Arzt an die Krankenkasse spätestens am Ende des Tages ist eine Abfrage der eAU-Daten frühestens einen Kalendertag nach der ärztlichen Feststellung sinnvoll. Die Krankenkassen stellen die eAU-Daten spätestens am auf die Anfrage folgenden Werktag zum Abruf bereit.

Auch bei geringfügig Beschäftigten ist eine eAU-Anfrage an die Krankenkasse möglich. Der Arbeitgeber muss jedoch wissen, bei welcher Krankenkasse die Krankenversicherung durchgeführt wird.

Das Video stellt die wichtigsten Neuerungen vor. Weitere Details im Fachbeitrag, der zum Download bereitsteht.

Die Themen im Überblick

  • Zeitplan der Einführung der elektronischen AU-Bescheinigung
  • Abruf durch Arbeitgeber
  • Anrechenbare Vorerkrankungen
  • Herausforderungen für die Praxis

Alle Informationen erhalten Sie kompakt und verständlich aufbereitet in unserem Fachartikel zum Download.

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Erstellt am: 08.11.2021

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