Überblick: Betriebliche Gesundheitsförderung in der Pflege
Pflegeberufe: erfüllend und belastend zugleich
Wer in der Kranken- und Altenpflege arbeitet, hat einen herausfordernden, aber auch sehr erfüllenden Beruf. 96 Prozent gaben in einer Umfrage des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an, viel von den Menschen zurückzubekommen, die sie pflegen. Von der Gesellschaft fühlen sich allerdings knapp 40 Prozent nicht ausreichend anerkannt. Das änderte sich sicher zeitweise in der Corona-Krise, in der die Pflegekräfte mit täglichem Applaus für ihren Einsatz bejubelt wurden. Gleichzeitig aber stiegen der Druck und die Verantwortung auf die Beschäftigten umso mehr.
Führungskräfte unter besonderem Druck
Viele Führungskräfte in der Pflege scheinen selbst krank zur Arbeit zu gehen. Dem Fehlzeiten-Report 2021 des WIdO zufolge ist jede dritte der 500 befragten Führungskräfte in den letzten zwölf Monaten zur Arbeit gegangen, obwohl sie sich krank gefühlt hat. Dieses Phänomen nennt sich Präsentismus.
Deutlich mehr Fehltage als in anderen Berufen
Laut Fehlzeiten-Report 2025 fielen bei der AOK versicherte Berufstätige durchschnittlich 23,9 Tage im Jahr 2024 krankheitsbedingt aus. In der Altenpflege lagen die durchschnittlichen AU-Tage 2024 bei 34,4 Tagen und befanden sich damit auf Platz 3 der Branchen mit den höchsten Krankenständen. Warum die Zahlen so hoch sind, liegt sicherlich in den Belastungen begründet, die der Beruf mit sich bringt. Welche das genau sind, hat das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) untersucht.
Was Pflegekräfte belastet
Es sind vor allem diese Belastungen, denen sich Beschäftigte laut Pflege-Report 2021 des WIdO in der Pflege ausgesetzt sehen:
- Hohe Verantwortung
- Heben und Tragen schwerer Lasten
- Ständige Aufmerksamkeit/Konzentration
- Termin- und Leistungsdruck
- Körperlich schwere Arbeit
- Schieben, Ziehen von schweren Gegenständen
- Die erforderliche Genauigkeit
- Gebückte Haltung, Bücken
- Hohes Arbeitstempo, zu große Arbeitsmengen
Bedarf an Pflegekräften wächst
Wegen der hohen psychischen und körperlichen Anforderungen können sich 26 Prozent der Pflegekräfte laut DRK-Umfrage nicht vorstellen, bis zur Rente in ihrem Beruf zu arbeiten.
Gleichzeitig wächst die Zahl der Pflegebedürftigen von Jahr zu Jahr. Ende 2022 waren laut amtlicher Statistik der Sozialen Pflegeversicherung 4,9 Millionen Personen pflegebedürftig, heißt es im Pflege-Report 2025. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird von heute rund 5 Millionen auf 6 Millionen im Jahr 2025 ansteigen. Das heißt auch, dass aufgrund der Alterung der Bevölkerung zusätzliche Pflegekräfte benötigt werden. Betreuen heute knapp 590.000 Pflegekräfte die gesetzlich versicherten Pflegebedürftigen, werden bis 2030 rund 130.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt, bis 2050 sogar 590.000. Neues Personal zu gewinnen ist angesichts des Fachkräftemangels daher nötiger denn je.
BGF in der Pflege
Mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) aus dem Jahr 2019 hat der Gesetzgeber als „Sofortprogramm Pflege“ erste Schritte zur Behebung des Fachkräftemangels in der Kranken- und Altenpflege eingeleitet. Kern des Programms sind 13.000 neue Stellen in der Altenpflege. Aber auch in Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung – BGF in der Pflege – sollen 70 Millionen Euro jährlich durch gesetzliche Krankenversicherungen wie die AOK investiert werden.
Stand
Zuletzt aktualisiert: 12.05.2026
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