Stress

Viel Zeit zu Hause: So vermeiden Sie einen Lagerkoller

Veröffentlicht am:02.03.2021

aktualisiert am 25.06.2026

7 Minuten Lesedauer

In Zeiten von Homeoffice und Online-Meetings verbringen wir viel Zeit in der Wohnung oder im häuslichen Umfeld. Dann kann ein sogenannter Lagerkoller drohen. Wie er entsteht, wie Sie ihm entgehen können und wo Sie Hilfe finden.

Eine Frau sitzt an einem Tisch im Wohnzimmer vor dem Computer. Auf ihrem Arm hält sie mit einer Hand ein schlafendes Baby, neben ihr sitzt ein Kleinkind und schaut ebenfalls auf den Bildschirm.

© iStock / Portra / KI bearbeitet

Was ist ein Lagerkoller eigentlich?

Ursprünglich bezog sich der Begriff „Lagerkoller“ auf den Zustand, den Menschen erleiden, wenn sie in Gemeinschaftsunterkünften wie Lagern, Kasernen oder Gefängnissen leben mussten. Die Reaktionen darauf sind unterschiedlich: Der eine wird ängstlich oder depressiv, die andere ist gereizt und wird bei jeder Kleinigkeit aggressiv. 

Wenn Menschen wegen einer Krankheit lange die Wohnung nicht verlassen können, führt das oft zu einem Lagerkoller. Auch Menschen, die wegen Homeoffice oder Arbeitslosigkeit wenig aus dem Haus kommen, können betroffen sein. Studien zeigen, dass soziale Isolation häufig mit Stress, Angst, Schlafproblemen und Reizbarkeit einhergeht. 

Wie kann man einem Lagerkoller verbeugen?

Ein geregelter Tagesablauf mit festen Aufsteh-, Essens-, Arbeits- und Schlafenszeiten ist essenziell, um einen Lagerkoller zu vermeiden. Ein fester Rhythmus ist besonders für Kinder wichtig, damit sie sich innerhalb dieses Rahmens frei bewegen können und Pflichten nicht vernachlässigen. 

Wichtig: Denken Sie bei all den täglichen Anforderungen auch an Ihre eigene Freizeit. Mit regelmäßigen Outdoor-Aktivitäten vertreiben Sie nicht nur die Langeweile, auch Ihr Immunsystem, Ihr Wohlbefinden und die Psyche werden gestärkt.

Studien der Medical School Hamburg zeigen, dass sich Sport an der frischen Luft ähnlich wie ein Antidepressivum auf den Körper auswirkt. Grund: Beim Sport steigt der Serotoninspiegel. Das „Glückshormon“ lässt uns gelassener und zufriedener werden. Regelmäßiges körperliches Training drosselt zudem Stresshormone wie Cortisol. 

Bewegung im Freien kann darüber hinaus mit zusätzlichen positiven Effekten verbunden sein, etwa durch Tageslicht, Naturerleben oder den Aufenthalt an der frischen Luft.

Eine Gruppe junger Erwachsener genießt einen Spaziergang in der Natur

© iStock / bernardbodo

Lagerkoller? Ein Spaziergang mit Freunden in der Natur stärkt Ihr Immunsystem, Ihr Wohlbefinden und die Psyche.

Wie können Konflikte bei einem Lagerkoller vermieden werden?

Stellen Sie zu Hause Regeln auf, um schon im Vorfeld Konflikte zu vermeiden. Legen Sie am besten genau fest, wer das Mittagessen kocht, wer einkauft und wer für die Wäsche zuständig ist. Sind diese Aufgaben klar verteilt, gibt es weniger Streitpotenzial. 

Binden Sie die Kinder bei der Planung ein, denn auch sie können einfache, altersgemäße Aufgaben übernehmen. Das Gefühl, den Erwachsenen helfen zu können, stärkt zudem das Selbstbewusstsein der Kleinen. 

Auch Rücksichtnahme und das Zugestehen von Privatsphäre ist wichtig, wenn Familien oder Paare eng zusammenleben. Wann darf laute Musik gehört werden? Wann findet die Online-Konferenz im Wohnzimmer statt? Räumen Sie sich eine feste „Me-Time" ein, die Ihnen allein gehört. 

Wie wichtig sind soziale Kontakte bei Lagerkoller?

Menschen sind soziale Wesen und die meisten brauchen Verbindung und Austausch mit anderen, um glücklich zu sein. Den Kontakt zu Freunden, Bekannten und Angehörigen zu pflegen, ist nicht immer leicht. Schon Videocalls oder ein einfacher Anruf können eine gute Möglichkeit sein, um sich auszutauschen. 

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Welche Symptome gibt es bei einem Lagerkoller?

Tipps und Ideen, um einen Lagerkoller vorzubeugen, gibt es viele. Dennoch kann einen Isolation oder das Gefühl, zu Hause eingesperrt zu sein, jemanden an die eigenen Grenzen bringen. 

Die Anzeichen für eine ernstzunehmende psychische Belastung können dabei vielfältig sein:

  • Angstzustände
  • Unruhe
  • starke Anspannung
  • Hyperaktivität
  • Gereiztheit
  • aggressive Ausbrüche
  • ausgeprägte Niedergeschlagenheit und weitere

Wo bekommt man Hilfe bei einem Lagerkoller?

Sollten Sie unter Beschwerden wie Angstzuständen, emotionalen Veränderungen oder starken Stimmungsschwankungen leiden, scheuen Sie sich nicht, Hilfe von psychologisch geschulten Expertinnen und Experten in Anspruch zu nehmen.  

Unterstützung bieten zum Beispiel die digitalen Angebote der AOK, wie „Stress im Griff“, ein kostenfreies Programm zur Stressbewältigung, und „Lebe Balance“, ein Coaching für mehr Ausgeglichenheit oder die AOK-Gesundheitskurse vor Ort.

Fachlich geprüft
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