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Ist eine Körperfettwaage sinnvoll für mich?

Veröffentlicht am:06.08.2026

4 Minuten Lesedauer

von Julia Ehlers

Die Körperfettwaage liefert Informationen über das Gewicht und den Fettanteil. Wie das Gerät funktioniert und für wen sich die Analyse lohnt.

Eine Person steigt auf eine Körperfettwaage. Rechts und links von der Waage liegen eine ausgebreitete Sportmatte und Hanteln.

© iStock / Thai Liang Lim

Wie funktioniert eine Körperfettwaage?

Ob Sixpack oder schlanke Silhouette: Viele Schönheitsideale basieren auf einem niedrigen Körperfettanteil. Um diesen zu ermitteln, stehen in vielen Badezimmern mittlerweile Körperfettwaagen zum Daraufstellen.

Die Geräte nutzen die sogenannte Bioelektrische Impedanzanalyse, kurz BIA. Bei diesem einfachen und schmerzfreien Verfahren fließt ein schwacher, kaum spürbarer Wechselstrom durch den Körper. Die Waage misst dabei den elektrischen Widerstand des Gewebes.

Den Unterschied macht das Wasser im Gewebe: Körperfett enthält wenig Flüssigkeit und leitet den Strom schlecht. Muskeln und Organe dagegen sind wasserreich und damit leitfähiger. Der Fettanteil wird also nicht wie das Körpergewicht direkt gemessen, sondern aus dem Widerstand ermittelt – unter Berücksichtigung weiterer Daten wie Gewicht, Alter, Geschlecht und Größe. Der Fettanteil ist daher immer nur ein Rechenergebnis und kein exakter Messwert.

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Wie genau misst eine Körperfettwaage den Körperfettanteil?

Wie zuverlässig die Messung vom Körperfett ist, haben französische Forscher und Forscherinnen in einer kleinen Studie untersucht. Die drei eingesetzten marktüblichen Waagen lieferten beim Gewicht zuverlässige Werte. Der Körperfettanteil wurde aber durchgehend zu niedrig angegeben.

Zudem rechnet jedes Gerät mit einer eigenen Formel, bei der die Werte oft verschieden gewichtet werden. Die Formel bleibt in der Regel das Geheimnis des Herstellers. Deswegen können Sie auf der Körperfettwaage von Hersteller A einen anderen Fettanteil haben als auf der von Hersteller B.

Eine nicht erkennbare Person steht auf einer Körperfettwaage und greift die Handsensoren.

© iStock / microgen

Eine Körperfettwaage misst den Widerstand des Gewebes und bezieht dafür weitere Faktoren wie Alter oder Gewicht mit ein. Daher ist der Wert immer ein Rechenergebnis und kein Messwert wie bei einer Waage, die das Körpergewicht misst.

Wann erhalte ich möglichst genaue Werte bei der Körperfettmessung?

Neben der Formel können auch Schwankungen im Wasserhaushalt, insbesondere durch den Menstruationszyklus, die Werte nach oben oder unten verschieben. Deshalb sollten Menschen mit Zyklus immer zum gleichen Zeitpunkt ihr Körperfett messen. Weitere Faktoren, die den Flüssigkeitshaushalt und damit das Ergebnis verändern können, sind:

  • Essen und Getränke: Am besten stellen Sie sich direkt nach dem Aufstehen auf die Waage. Gehen Sie vorher auf die Toilette, damit die Blase leer ist und essen und trinken Sie erst nach dem Messen.
  • Sport beeinflusst das Blutplasmavolumen. Die letzte Sporteinheit sollte daher circa acht Stunden zurückliegen.
  • Fieber: Bei erhöhter Körpertemperatur ist eine sinnvolle Messung nicht möglich.
  • Raumtemperatur: Kälte und Hitze können die Ergebnisse verzerren. Die ideale Raumtemperatur für eine Messung liegt bei 20 bis 25 Grad.

Welche Nachteile hat die Körperfettwaage?

Wenn Sie von der Vergleichsformel abweichen, die die Körperfettwaage anwendet, kann es zu Ungenauigkeiten kommen. Ein Beispiel: Bei stark übergewichtigen Menschen unterschätzen viele Formeln den Fettanteil. Wer beim Abnehmen medizinisch betreut wird, kann den Einsatz mit seinem Arzt oder seiner Ärztin absprechen.

Beeinflusst ein Herzschrittmacher oder Defibrillator das Ergebnis der Körperfettwaage?

Zwar verfälschen ein Herzschrittmacher oder ein Defibrillator (ICD) im Körper die Werte nicht, doch der Messstrom kann ihre Funktion stören. Experten und Expertinnen schätzen das Risiko zwar als gering ein, schließen es aber nicht aus, da die Studienlage noch zu dünn ist. Deutsche medizinische Fachgesellschaften raten Betroffenen deswegen, auf Körperfettwaagen zu verzichten.

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Ist eine Körperfettwaage wirklich sinnvoll?

Eine Körperfettwaage kann dann sinnvoll sein, wenn Sie Veränderungen über einen längeren Zeitraum beobachten möchten. Fachleute empfehlen aufgrund der möglichen Schwankungen der Werte, ihre Ergebnisse vor allem als Trend zu sehen.

Für aussagekräftige Vergleichswerte achten Sie am besten auf gleichbleibende Bedingungen: dasselbe Gerät, dieselbe Tageszeit und ein möglichst ähnlicher Zustand bei jeder Messung. So sind die Werte untereinander vergleichbar, auch wenn der absolute Fettanteil unsicher bleibt.

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Fachlich geprüft
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Reljic, D., Herrmann, H.J., Neurath, M., & Zopf, Y. (2019): Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA): Grundlagen und Anwendung. Ernährungsumschau, 66(8), M474-M485.

Frija-Masson J, Mullaert J, Vidal-Petiot E, Pons-Kerjean N, Flamant M, d'Ortho MP: Accuracy of Smart Scales on Weight and Body Composition: Observational Study. JMIR Mhealth Uhealth 2021;9(4):e22487.

Johannessen E, Johansson J, Hartvigsen G, Horsch A, Årsand E, Henriksen A: Collecting health-related research data using consumer-based wireless smart scales. International Journal of Medical Informatics, Volume 173, 2023, 105043, ISSN 1386-5056.

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. / Herzmedizin.de: 8 Geräte, die Herzschrittmacher oder ICD stören könnten: Bei welchen ist Vorsicht geboten? (07.08.2019) 

Bosy-Westphal A, Later W, Hitze B, et al.: Accuracy of bioelectrical impedance consumer devices for measurement of body composition in comparison to whole body magnetic resonance imaging and dual X-ray absorptiometry. Obes Facts. 2008;1(6):319-324.

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