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Ästhetische Chirurgie: Checkliste für Patienten und Patientinnen

Veröffentlicht am:25.08.2026

6 Minuten Lesedauer

von Julia Ehlers

Jeder ästhetische Eingriff birgt Risiken. Daher ist es wichtig, gründlich abzuwägen, ob die Behandlung durchgeführt werden soll. Mit dieser Checkliste haben Sie alles im Blick und können vor einer Entscheidung die richtigen Fragen stellen.

Eine Frau sitzt nachdenklich an einem Schreibtisch und notiert etwas in einem College-Block.

© iStock / Ivan Pantic / KI-bearbeitet

Wie viele Schönheits-OPs gibt es in Deutschland pro Jahr?

Genau 1.303.528 Schönheitseingriffe wurden laut der International Society of Aesthetic Plastic Surgery (ISAPS) im Jahr 2024 bundesweit durchgeführt. Damit liegt Deutschland in der Weltrangliste auf Platz 5, hinter den USA, Brasilien, Japan und Italien.

Weltweit waren es knapp 38 Millionen ästhetische Eingriffe – ein Anstieg von rund 42 Prozent gegenüber 2020. Hierzulande sind vor allem die Faltenunterspritzung mit Botulinumtoxin und Hyaluronsäure sowie Fettabsaugung, Lidstraffung und Brustvergrößerung beliebt und zählen zu den häufigsten Eingriffen.

Zwei Bereiche in der ästhetischen Chirurgie haben seit 2024 auffallend zugenommen: die Intimchirurgie bei den 18- bis 30-Jährigen und Straffungs-Operationen nach der Abnehmspritze – allen voran das Facelifting. Der Grund dafür sind die Hautüberschüsse nach dem schnellen und starken Gewichtsverlust.

Wie gefährlich sind Beauty-Eingriffe?

Diese Zahlen zeigen, dass Beauty-Operationen mittlerweile als selbstverständlich gelten. Trotzdem ist jede einzelne Behandlung ein Eingriff, der in der Regel medizinisch nicht notwendig ist und mit unterschiedlich großen Risiken verbunden ist.

Insbesondere Soziale Medien vermitteln den Eindruck, Schönheitsstandards ließen sich gefahrlos kaufen. Doch es besteht immer die Möglichkeit, dass ein Eingriff schiefläuft oder das Ergebnis nicht den eigenen Vorstellungen entspricht.

Das belegen auch die Zahlen der Fehlbehandlungen: Laut einer Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) mussten sich vergangenes Jahr 5,6 Prozent der Befragten bei einem anderen Arzt oder einer anderen Ärztin erneut behandeln lassen, da es Komplikationen gab oder sie mit dem Ergebnis unzufrieden waren.

Bei einem Mann wird in einer medizinischen Einrichtung das Gesicht für einen Eingriff begutachtet.

© iStock / Mario Arango

Vor einem Eingriff, wie Botox, sollten Sie ausführlich beraten und über die Risiken aufgeklärt werden.

Welche Fragen sollte ich mir vor einem ästhetischen Eingriff stellen?

Wenn Sie mit dem Gedanken an eine Behandlung spielen, sollten Sie vorab nicht nur Risiken und Nutzen abwägen, sondern sich auch ehrlich fragen:

  • Warum möchte ich diese Maßnahme?
  • Was will ich dadurch erreichen?
  • Welche Ansprüche habe ich an das Ergebnis?
  • Welche Erwartungen habe ich an den Arzt oder die Ärztin?

Schließlich gibt es weder eine Garantie für das gewünschte Resultat, noch können die Behandlungen andere Probleme, wie beispielsweise einen geringen Selbstwert, lösen. Daher ist es wichtig, sich die eigenen Motive bewusst zu machen.

Ästhetische Chirurgie: Von wem sollte man sich nicht behandeln lassen?

Wer sich für einen Eingriff entscheidet, sollte sich von selbsternannten „Beautydocs“ und Beautyketten fernhalten. Bei Letzteren gab es, so zeigt die Umfrage der DGÄPC, besonders oft Komplikationen und unzufriedene Patienten und Patientinnen.

Suchen Sie sich stattdessen einen Facharzt oder eine Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Diese sind qualifiziert und in der Regel erfahren. Achten Sie zudem darauf, wer auf den Internetseiten der Fachgesellschaften für ästhetische Chirurgie gelistet ist. Vermeiden Sie Personen, die sich ausschließlich Schönheitschirurg und Schönheitschirurgin nennen. Denn der Begriff ist gesetzlich nicht geschützt – jeder Arzt und jede Ärztin darf ihn nutzen.

Auch Fachärzte und -ärztinnen für Chirurgie mit dem Schwerpunkt Plastische Chirurgie, für Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie oder Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie sowie aus den Fachbereichen Dermatologie oder Gynäkologie können für bestimmte Eingriffe die richtige Wahl sein.

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Worauf sollte ich im Beratungsgespräch achten?

Qualifizierte Fachärzte und -ärztinnen werden Wert auf eine ausführliche Beratung legen. Dabei erheben sie zuerst eine Anamnese, erklären das Vorgehen und die Methode und erläutern Risiken, Komplikationen, mögliche Alternativbehandlungen sowie die Kosten.

Sind Sie nach dem Gespräch noch unsicher, nehmen Sie sich Zeit, alle Informationen zu überdenken und abzuwägen. Vielleicht hilft Ihnen auch die Meinung einer zweiten Fachärztin oder eines zweiten Facharztes.

Auf ein paar Signale sollten Sie bei dem Beratungsgespräch besonders achten: Werden Risiken kleingeredet oder gar nicht erwähnt, bleiben Alternativen unerwähnt, oder drängt man Sie zu einer schnellen Entscheidung? Das sind Warnzeichen für eine unseriöse Praxis.

Ästhetischer Eingriff im Ausland: Was muss ich berücksichtigen?

Auch Schnäppchenpreise, insbesondere im Ausland, können ein Warnzeichen für unseriöse Praxen sein. Ersparnisse von „bis zu 70 Prozent“ bei gleichen Leistungen wie in Deutschland sind trotz Lohngefälle in vielen Ländern nicht realistisch, warnt die Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen-Chirurgen (VDÄPC).

Prüfen Sie stets die Qualifikation und die praktische Erfahrung der Ärztin oder des Arztes, da sich die Anforderungen für einen Facharzttitel von Land zu Land unterscheiden können. Berücksichtigen Sie zudem, ob es eine Sprachbarriere gibt.

Wie ist die Vor- und Nachsorge geregelt und an welchem Ort findet sie statt? Wer haftet bei möglichen Komplikationen, Fehlern oder notwendigen Korrekturen? All diese Fragen müssen geklärt und schriftlich festgehalten sein. Denn bei ungeplanten Nachbehandlungen können hohe Kosten entstehen.

Checkliste: Welche Fragen sollte ich mir vor einem ästhetischen Eingriff stellen?

Vor einer möglichen Behandlung gibt es einiges zu beachten. An dieser Checkliste können Sie sich orientieren:

Über die eigene Motivation

  • Warum möchte ich diesen Eingriff?
  • Was erwarte und erhoffe ich mir davon?

An den Arzt oder an die Ärztin

  • Trägt die Person den Titel Facharzt oder Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie?
  • Ist die Person in einer Fachgesellschaft wie DGÄPC, VDÄPC, DGPRÄC oder ISAPS gelistet?
  • Wie oft hat sie den Eingriff, den ich möchte, schon gemacht?

Beim Beratungsgespräch

  • Fragt man meine Krankengeschichte vollständig ab?
  • Klärt man mich über Risiken, Komplikationen und Alternativen auf?
  • Bekomme ich genug Zeit, um zu überlegen?

Zu Vertrag und Kosten

  • Mit wem schließe ich den Behandlungsvertrag – mit einem Arzt oder einer Ärztin oder mit einem Unternehmen?
  • Bekomme ich einen Kostenvoranschlag, und sagt man mir vorab, was ich selbst zahlen muss?

Zur Nachsorge

  • Wie läuft die Nachsorge ab?

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International Society of Aesthetic Plastic Surgery: Isaps International Survey On Aesthetic/Cosmetic Procedures 2024.

Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie:

DGÄPC Statistik 2024-2025.

Auf die Beratung kommt es an.

Ärztekammer Nordrhein: „Schönheitsoperationen“/ Ästhetische Behandlungen. Informationen der Ärztekammer Nordrhein für Bürgerinnen und Bürger.

Vereinigung der Deutschen Ästhetischen-Plastischen Chirurgen:

Checkliste: Wie finde ich den richtigen Spezialisten?

Checkliste: Vorsicht geboten bei Schönheitsoperationen im Ausland.

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