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Schlaf

Wie viel Schlaf brauche ich?

Veröffentlicht am:12.08.2026

13 Minuten Lesedauer

Wie viel Schlaf ein Mensch benötigt, ist individuell unterschiedlich. Für die meisten Erwachsenen gelten sieben bis neun Stunden als Orientierung. Faktoren wie Alter, Gene und Lebensstil beeinflussen den persönlichen Schlafbedarf jedoch maßgeblich.

Draufsicht auf eine schlafende Frau und ein schlafendes Kind in einem Bett.

© iStock / miniseries

Warum ist Schlaf wichtig?

Schlaf ist für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden essenziell. Während wir schlafen, laufen im Körper zahlreiche Regenerationsprozesse ab. Die Nachtruhe unterstützt eine gesunde Gehirnfunktion und hilft dabei, die körperliche Gesundheit zu erhalten. Bei Kindern und Jugendlichen trägt sie zudem zu Wachstum und Entwicklung bei.

Konkret fördert Schlaf unter anderem:

  • die Herzgesundheit,
  • den Stoffwechsel,
  • das Immunsystem,
  • die Leistungsfähigkeit und
  • das Gedächtnis.

 Wer dauerhaft zu wenig schläft, erhöht sein Risiko für gesundheitliche Probleme wie Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Außerdem können Denkfunktion, Reaktionsfähigkeit, Lernfähigkeit und soziale Interaktionen beeinträchtigt werden.

Wie viel Schlaf braucht man?

Es gibt keine allgemeingültige Schlafdauer für alle Menschen. Zwar benötigen viele Menschen ähnlich viel Schlaf, dennoch unterscheidet sich der individuelle Schlafbedarf von Person zu Person. Richtlinien können als erste Orientierung dienen.

Welche Schlafdauer wird Erwachsenen empfohlen?

Die amerikanische National Sleep Foundation empfiehlt Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren eine Schlafdauer von 7 bis 9 Stunden pro Nacht. Je nach persönlichem Schlafbedürfnis können auch sechs oder zehn Stunden angemessen sein. Für ältere Menschen ab 65 Jahren liegt die optimale Schlafdauer mit 7 bis 8 Stunden leicht darunter.

Auch andere Institutionen, wie die American Academy of Sleep Medicine (AASM) und die Sleep Research Society (SRS), raten Erwachsenen, regelmäßig mindestens sieben Stunden pro Nacht zu schlafen.

Abweichungen von diesem Richtwert sind normal: Manche Menschen kommen mit weniger Schlaf aus, während andere ein Maximum an Erholungszeit benötigen. Deutliche Abweichungen nach unten oder oben können jedoch negative Folgen für die Gesundheit haben.

Wovon hängt die individuelle Schlafdauer ab?

Der individuelle Schlafbedarf hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die genetische Veranlagung, das Alter, der Lebensstil, die Gesundheit und die Umgebung.

Entscheidend ist letztlich weniger eine bestimmte Stundenzahl, sondern die Schlafqualität und das persönliche Wohlbefinden. Wer morgens erholt aufwacht und tagsüber leistungsfähig bleibt, hat seinen individuellen Schlafbedarf wahrscheinlich gut gedeckt.

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Warum benötigen manche Menschen weniger Schlaf?

Manche Menschen, sogenannte Kurzschläfer, benötigen von Natur aus weniger Schlaf, ohne gesundheitliche Nachteile zu erleiden – solange sie ihren individuellen Schlafbedarf decken. Als Kurzschläfer gelten Personen, die pro Nacht 4 bis 6,5 Stunden schlafen und sich tagsüber dennoch ausgeruht fühlen.

Kurzschläfer unterscheiden sich unter anderem durch ihren Biorhythmus von anderen Schlaftypen. So schütten sie beispielsweise das Schlafhormon Melatonin über einen kürzeren Zeitraum aus. Außerdem haben sie eine höhere Toleranz gegenüber dem Schlafdruck. Das bedeutet, dass sie trotz weniger Schlaf ohne deutlich spürbare Müdigkeit am Tag funktionieren.

Es gibt weitere Schlaftypen, darunter Langschläfer, Mittagsschläfer und Nachmittagstypen. Welcher Schlaftyp man ist, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: der genetischen Veranlagung und den Lichtverhältnissen.

Wie verändert sich Schlaf im Alter?

Mit zunehmendem Alter verändert sich der Schlaf und die Schlafdauer nimmt ab. Gleichzeitig verändert sich die Schlafstruktur: Die Einschlafphase, also der Zeitraum, bis Menschen in leichten Schlaf fallen wird mit zunehmendem Alter etwas länger. Der altersbedingte Unterschied ist jedoch gering: Zwischen dem 20. und 80. Lebensjahr verlängert sich die Einschlafzeit im Durchschnitt um weniger als 10 Minuten.

Ältere Menschen verbringen zudem weniger Zeit im Tiefschlaf und schlafen insgesamt leichter. Die REM-Phasen, also der Traumschlaf, bleiben bis etwa zum 60. Lebensjahr einigermaßen stabil und nehmen danach leicht ab.

Schlafprobleme: Gesund schlafen im Alter

Wie kann ich meinen eigenen Schlafbedarf ermitteln?

Ob Sie ausreichend schlafen, verrät Ihnen nicht allein der Blick auf die Uhr. Aussagekräftiger ist, wie Sie sich tagsüber fühlen und ob Sie gut durch den Tag kommen. Wenn Sie befürchten, zu wenig oder zu viel zu schlafen, sollten Sie sich ärztlichen Rat einholen. Ansonsten helfen einfache Methoden bei der Analyse im Alltag.

Schlafbedarf: Wie gelingt eine verlässliche Selbsteinschätzung?

Der erste Schritt, um den eigenen Schlafbedarf zu ermitteln, ist eine aufmerksame Selbsteinschätzung. Ein guter Hinweis auf ausreichenden Schlaf ist, wenn Sie morgens erholt aufwachen, sich tagsüber gut konzentrieren können und nur selten müde sind.

Es kann auch helfen, sich folgende Fragen zu stellen:

  • Wie fühle ich mich tagsüber?
  • Wann fühle ich mich besonders wach?
  • Wann werde ich müde?
  • Schlafe ich tagsüber ungewollt ein?

Auch Momente der Schläfrigkeit, die selbstverständlich erscheinen, etwa das Einschlafen in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit, können auf zu wenig Schlaf hindeuten.

Wie viel Schlaf brauchen Kinder?

Wie viel Schlaf Kinder benötigen, hängt in erster Linie von ihrem Alter ab. Mit zunehmendem Alter verringert sich die tägliche Schlafzeit. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BiÖG) gibt Richtwerte für den Schlafbedarf von Kindern, an denen man sich orientieren kann.

Schlaftabelle: Wie viel Schlaf braucht mein Kind?

BiÖG: Kindergesundheit: Schlafbedarf und Schlafdauer (2025)

Schlaftagebuch, Schlafurlaub und Tracking: Welche Tools können helfen?

Um den eigenen Schlafbedarf und Schlafrhythmus besser kennenzulernen, können verschiedene Hilfsmittel unterstützen.

  • Schlaftagebuch: Dokumentieren Sie über mehrere Wochen Ihre Schlafgewohnheiten. Notieren Sie Kernzeiten (Zubettgehen, Aufstehen), Wachphasen in der Nacht, mögliche Nickerchen am Tag und Ihr Energielevel. So lassen sich Muster leichter erkennen.
  • Schlafurlaub: Nutzen Sie eine zweiwöchige Pause, in der Sie keinen festen Zeitplan haben. Gehen Sie stets zur gleichen Zeit schlafen und verzichten Sie morgens auf einen Wecker. Es kann sein, dass Sie in den ersten Tagen länger schlafen, um einen Schlafmangel auszugleichen. Danach pendelt sich häufig eine Schlafdauer ein, die Ihrem individuellen Schlafbedarf entspricht.
  • Schlaftracker: Digitale Tracker und Apps können hilfreiche Daten liefern, sollten Sie aber mit Vorsicht genießen. Schlaftracker können bei Menschen mit Schlafstörungen Stress und Sorgen um den Schlaf verstärken – insbesondere, wenn die aufgezeichneten Daten nicht mit der eigenen Wahrnehmung übereinstimmen. Wenn Sie sich zu sehr auf die Ergebnisse der App konzentrieren, kann sich Ihre Schlafqualität möglicherweise verschlechtern. Wenn Sie unter Schlafstörungen leiden, besprechen Sie die Nutzung solcher Tools am besten im Vorfeld mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

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Fachlich geprüft
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Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.


National Sleep Foundation (2026): How Much Sleep Do You Really Need?

Consensus Conference Panel et al. (2015): Recommended Amount of Sleep for a Healthy Adult: A Joint Consensus Statement of the American Academy of Sleep Medicine and Sleep Research Society. Journal of clinical sleep medicine.

National Heart, Lunge and Blood Institute (NIH) (2022): Why Is Sleep Important?

Chaput, J. P., Dutil, C., & Sampasa-Kanyinga, H. (2018): Sleeping hours: what is the ideal number and how does age impact this? Nature and science of sleep, 10, 421-430.

Gesundheitsinformation (2024): Was ist „normaler“ Schlaf?

Harvard Medical School: Assess Your Sleep Needs.

Lundekvam Berge, H., Lundekvam, K.E., Waage, S., Bjorvatn, B., Pallesen, S. & Saxvig, IW (2026): Sleep in the age of technology: the use of sleep apps and perceived impact on sleep and sleep habits. Front. Psychol. 17.

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