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Gesundheitsmagazin

Psychologie

Die Folgen von Einsamkeit und soziale Isolation im Alter

Veröffentlicht am:18.01.2023

4 Minuten Lesedauer

Die körperliche und geistige Gesundheit kann durch das Gefühl, allein zu sein, stark beeinträchtigt werden. Besonders ältere Menschen sind gefährdet. Doch es gibt Maßnahmen, die dabei helfen, Einsamkeit im Alter zu überwinden.

Eine ältere Frau sitzt auf der Couch und starrt in die Leere, sie ist einsam.

© iStock / Dean Mitchell

Inhalte im Überblick

    Wie entstehen Einsamkeit und soziale Isolation im Alter?

    Einsamkeit kann krank machen. Denn der Mensch ist ein „Herdentier“ und lebt seit Urzeiten in Gemeinschaften. Wie wichtig soziale Beziehungen für Gesundheit und Wohlbefinden sind, zeigt sich spätestens dann, wenn sie fehlen.

    Einsamkeit kommt in allen Altersgruppen vor. Besonders häufig sind jedoch ältere Menschen betroffen. Ein Grund dafür ist, dass sie zunehmend weniger Bezugspersonen haben, da Familienangehörige, Lebenspartner, Freunde und Bekannte versterben. Ältere Menschen leben häufiger allein und sind weniger mobil oder sogar krank, wodurch sie seltener die Wohnung verlassen. Altersarmut ist ein weiterer Risikofaktor, der Einsamkeit im Alter begünstigen kann.

    Wichtig

    Einsamkeit und soziale Isolation sind nicht das Gleiche:

    • Ein Mensch gilt als sozial isoliert, wenn er objektiv wenig soziale Kontakte hat, kein Austausch mit anderen Menschen stattfindet.
    • Einsamkeit ist hingegen ein subjektives Gefühl, das auch eintreten kann, wenn eine Person nicht allein ist.

    Ein Mensch kann an einem Tisch mit zehn Freunden sitzen und sich einsam fühlen. Da er Anschluss zu anderen Menschen hat, zählt er dann nicht als sozial isoliert. Beide Bezeichnungen, soziale Isolation und Einsamkeit, werden im alltäglichen Sprachgebrauch häufig synonym verwendet und scheinen auch ähnliche negative Effekte auf die Gesundheit und das Wohlbefinden zu haben.

    Einsamkeit und soziale Isolation sind ein Gesundheitsrisiko

    Einsamkeit und soziale Isolation können schwerwiegende Folgen für die Lebensqualität und die Gesundheit älterer Menschen haben. Senioren und Seniorinnen, die sich über einen langen Zeitraum hinweg einsam fühlen, bewegen sich weniger, treiben seltener Sport, rauchen mehr, schlafen schlechter und haben häufiger chronische Erkrankungen.

    • Einsamkeit kann Stress verursachen: Der Spiegel des Stresshormons Cortisol ist bei Stress erhöht – mit negativen Effekten auf die Gesundheit. Dauerstress lässt den Blutdruck ansteigen und schwächt das Immunsystem. Dadurch erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Entzündungen im Körper.
    • Die Psyche leidet ebenso: Einsamkeit im Alter kann zu Depressionen, eingeschränkter Hirnleistung und einem erhöhten Suizidrisiko führen.

    Sowohl das objektive Fehlen von sozialen Kontakten als auch das Gefühl von Einsamkeit kann das Sterblichkeitsrisiko erhöhen. Menschen, die sozial isoliert sind, sich einsam fühlen oder allein leben, haben ein um bis zu einem Drittel erhöhtes Sterblichkeitsrisiko im Vergleich zu Menschen, auf die das nicht zutrifft.

    Wege aus der Einsamkeit und sozialen Isolation im Alter

    Einsamkeit und soziale Isolation müssen nicht sein und können von Senioren und Seniorinnen so überwunden werden:

    • Neue Kontaktmöglichkeiten suchen: Gegen die Einsamkeit hilft es, sich mit anderen zu verbinden. Es gibt verschiedene Programme, die einsame Senioren und Seniorinnen mit Freiwilligen zusammenbringen, die sie zum Beispiel regelmäßig anrufen. Das bietet den Älteren die Gelegenheit, ihr Herz auszuschütten oder einfach nur mal mit jemanden zu sprechen.
    • Etwas Neues lernen: Sport, soziales Engagement, Gartenarbeit oder ein Computerkurs – die Freizeit produktiv zu gestalten und sich neue Fähigkeiten anzueignen, sind wirksame Mittel gegen Einsamkeit im Alter. Denn sie bieten die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und das gute Gefühl, etwas Sinnvolles getan zu haben.
    • Sich mit Gleichgesinnten zusammentun: Sich mit anderen Menschen treffen, die sich auch einsam fühlen, ist ein Weg hinaus aus der sozialen Isolation und Einsamkeit. Seniorentreffs oder spezielle Online-Portale zum Beispiel ermöglichen es älteren Menschen, sich miteinander zu vernetzen. Auch Gruppenangebote haben einen positiven Effekt gegen die Einsamkeit im Alter.
    • Tierische Unterstützung: Ein eigenes Haustier oder regelmäßiger Kontakt zu einem Tier hilft ebenfalls, die Einsamkeit zu überwinden.
    Vier ältere Männer sitzen an einem Tisch im Park und spielen Karten.

    © iStock / diego_cervo

    „Gemeinsam einsam“ gegen das Gesundheitsrisiko Einsamkeit im Alter – Kontakt zu Gleichgesinnten kann helfen.

    Welche Projekte unterstützen ältere Menschen, um soziale Isolation zu vermindern?

    Einsamkeit im Alter ist ein Problem, das viele Menschen betrifft. Nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Gesundheitsrisiken gibt es viele Maßnahmen, die darauf ausgelegt sind, Einsamkeit im Alter zu verhindern. Zum Beispiel gibt es Modellprojekte, die die Vernetzung von Senioren untereinander und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben unterstützen.

    Passend zum Thema

    Weitere Modellprojekte gegen Einsamkeit im Alter sind die sogenannten Mehrgenerationenhäuser. Sie sind Begegnungsstätten für Jung und Alt, die offene Treffs, Sport- und Freizeitaktivitäten, Kultur- und Kreativkurse speziell für Senioren anbieten. Außerdem finden ältere Menschen in den Mehrgenerationenhäusern Informationen und können sich beraten lassen, wie sie ihren Alltag aktiv gestalten und leichter Anschluss ans gesellschaftliche Leben finden können. Etwa 530 dieser Mehrgenerationenhäuser gibt es mittlerweile in ganz Deutschland verteilt.

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