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Warum Lernen in jedem Alter wichtig ist

Mann sitzt auf dem Sofa vor einem Laptop und lernt Gitarre im Alter.

© iStock / Ljupco

Lesezeit: 3 Minuten11.07.2022

Zu alt, um ein Instrument oder eine neue Sprache zu lernen? Stimmt nicht! Das Gehirn ist in jedem Alter bereit, Neues zu lernen und will sogar gefordert werden. Warum Lernen im Alter gesund und wichtig ist, erklärt Gesundheitsexperte Doc Felix.

Inhalte im Überblick

    Porträt von Gesundheitsexperte Doc Felix Berndt.

    © privat

    Felix Berndt ist Arzt und Fitnessprofi. Auf Instagram und YouTube begeistert der Kölner seine Follower mit vielen Gesundheitstipps. Wenn es ums Lernen geht, fragt er übrigens seine Oma. Gerade hat sie ihm beigebracht, dass alle Menschen Wertschätzung brauchen und sich über ein Lob freuen.

    Lernen ist in jedem Alter möglich

    Kennen Sie die „Frag-den-Enkel-Taktik“? Meine Oma ist Expertin darin. Neulich rief sie mich an. Ihr Fernseher ließ sich nicht ausschalten. Ich sollte sofort vorbeikommen. Es waren dann nur die Batterien der Fernbedienung. Das Wechseln hätte sie bestimmt selbst hinbekommen. Doch wollte sie in Wirklichkeit nur ihren Lieblingsenkel sehen: Zuwendung durch Vortäuschen von Unwissenheit. Meine Oma ist über 80.

    Es gibt in jeder Altersgruppe Leute, die glauben, zu alt zu sein, um Neues zu lernen. Ihre Begründung ist meistens: Das können doch die Jüngeren besser als ich, sollen sie es ruhig machen! Ich habe eine Freundin, die ist gerade mal 30 und hat Berührungsängste mit neuen sozialen Kanälen, obwohl sie Online-Marketing-Chefin ist.

    Ein Instrument lernen im Alter? – Na klar

    Und was ist eigentlich in den Musikschulen los? Dort üben hauptsächlich Kinder und Jugendliche, nur etwa zehn Prozent der deutschen Musikschüler sind älter als 18 Jahre. Dabei macht Musik glücklich und entspannt, das ist medizinisch nachgewiesen. Musiktherapie hilft sogar gegen Schmerzen. Ich finde das schade, denn Lernen ist großartig. Etwas Unbekanntes entdecken, plötzlich neue Fähigkeiten haben: Dabei entstehen echte Glücksgefühle. Das Alter ist dabei völlig egal. Denn – und das ist die wirklich gute Nachricht – das menschliche Gehirn ist immer lernbereit.

    Und – auch das belegen Studien – Lernen hält uns jung. Wer sein Gehirn nicht neu fordert, altert schneller. Woran das liegt? Die Neuronen im Gehirn, die sich besonders aktiv verknüpfen, wenn wir etwas mit Freude tun, bilden ihre Netzwerke zurück. Bildungsforscher haben herausgefunden, dass vor allem eine neue Fremdsprache das Gehirn ankurbelt und die Zellen des Hippocampus aktiviert. Das ist die Hirnregion, die für das Erinnern zuständig ist und mit dem Älterwerden als Erstes abbaut.

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    Doc Felix erklärt im Detail, warum wir unseren „Gehirnmuskel“ regelmäßig fordern und fördern müssen.

    Warum nicht tanzen lernen im Alter?

    Mit den Muskeln ist das übrigens genauso. Werden sie ruhig gestellt, zum Beispiel durch einen Gips, schrumpfen sie. Oder wenn die Schwerkraft fehlt: Die Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS trainieren täglich zwei bis drei Stunden gegen den Muskelabbau im All. Aber auch auf der Erde sinkt die Muskelmasse ab 30 Jahren. Da hilft nur eins: bewegen, bewegen, bewegen.

    Ob die Muskeln im Körper oder die Neuronen im Kopf: Bewegung hält fit und jung. Vielleicht fällt Ihnen ja jetzt etwas ein, das Sie schon immer lernen wollten. Singen? Hip-Hop tanzen? Französisch? Trompete spielen? Legen Sie los! Fangen Sie einfach an. Wie es geht, zeigen Ihnen die vielen Videos auf YouTube. Sie werden schnell merken: Lernen ist großartig.

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