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Me-Time: endlich ausgeglichen durch Zeit für mich

Eine junge Frau betreibt Me-Time und hört Musik mit Kopfhörer.

© iStock / AsiaVision

Lesezeit: 6 MinutenAktualisiert: 25.11.2021

Je stressiger der Alltag, desto wichtiger ist es, Zeit nur für sich selbst einzuplanen – sogenannte Me-Time. Regelmäßige Auszeiten machen ausgeglichener und geben Energie – für den Beruf und die Familie.

Inhalte im Überblick

    Was versteht man unter Me-Time?

    Me-Time, englisch für „Ich-Zeit“, ist ein wichtiger Bestandteil der Selbstfürsorge. Hierfür gibt es unterschiedliche Definitionen. Allgemein bedeutet Me-Time nichts anderes, als sich Zeit für sich zu nehmen, in der man tun und lassen kann, was man möchte.

    Diese individuellen Auszeiten dienen dazu, einfach mal vom Alltag abzuschalten. Sie können aber auch gezielt dazu genutzt werden, bewusst Stress abzubauen, etwa in Form von Entspannungsübungen. Sich Zeit für sich zu nehmen ist zudem ein Ausdruck von Achtsamkeit. Gemeint ist damit die Fähigkeit, den Dingen, die man gerade tut, Aufmerksamkeit zu schenken, ohne gedanklich abzuschweifen oder diese zu bewerten.

    Was bringen regelmäßige Auszeiten?

    Viele Menschen haben angesichts zahlreicher Verpflichtungen oder Mehrfachbelastungen durch Job, Haushalt und Kinder, pflegebedürftige Eltern oder Partner nur wenig Zeit für sich selbst. Auch ihre Freizeit verbringen sie oft am Handy oder in den sozialen Medien, anstatt bewusst abzuschalten. Doch gerade dann, wenn man Stress hat oder sich in einer anstrengenden Lebensphase befindet, sollte jeder regelmäßige Auszeiten vom Alltag einplanen.

    Dadurch wird man ausgeglichener und ist wieder mehr bei sich, gewinnt mehr Lebensfreude und neue Einsichten. Gleichzeitig tun Sie auch etwas für Ihre Gesundheit. So kann Selbstfürsorge nachweislich die Krankheitsrate senken und das Leben verlängern.

    Warum fallen regelmäßige Auszeiten oft so schwer?

    In einer Leistungsgesellschaft werden Ich-Zeiten oder Pausen oft noch immer als „Schwäche“ betrachtet. Vor allem Menschen, die zu Perfektionismus neigen und pflichtbewusst sind, fällt es schwer, auch einmal an sich selbst zu denken. Dies betrifft insbesondere Frauen, die sich tendenziell weniger Zeit für sich nehmen als Männer.

    Dazu kommt, dass die meisten Menschen ungern gewohnte Pfade verlassen. Belastende Lebensereignisse wie eine chronische Erkrankung oder die Pflege eines Angehörigen können es erschweren, regelmäßig an sich selbst zu denken und für Auszeiten zu sorgen. Oft mangelt es einfach an der nötigen Motivation oder an entsprechenden Ideen für die Me-Time – hier finden Sie Abhilfe und Ideen für die nächste Zeit für sich.

    Eine Frau malt auf dem Boden sitzend und genießt ihre Me-Time.
    Machen Sie in Ihrer persönlichen Me-Time das, was Ihnen guttut. Nehmen Sie ein entspannendes Vollbad oder hören Sie Musik, lesen oder malen Sie. Tun Sie genau das, was Sie in dem Moment brauchen.

    © iStock / Vesnaandjic

    So schafft man es, sich Zeiten für sich selbst zu reservieren

    Auch in herausfordernden Lebenssituationen gibt es Möglichkeiten, etwas Zeit für sich freizuschaufeln. Wichtig zu wissen ist: Für den Erholungseffekt ist nicht die Menge an Zeit entscheidend, sondern die Qualität. Hier ein paar Tipps:

    • Einen Kalender nutzen: Tragen Sie in Ihrem Tagesplaner oder Kalender Zeiten ein, die Sie mit sich selbst verbringen wollen. Dadurch werden sie verbindlicher – für sich selbst, aber auch für Ihren Partner oder Ihre Partnerin. Räumen Sie dieser Me-Time eine ebenso hohe Priorität ein wie beruflichen Terminen.
    • Weniger ist mehr: Setzen Sie sich kleine Ziele. Sich Zeit für sich selbst zu nehmen, gelingt leider nicht von heute auf morgen. Setzen Sie sich daher nicht unter Druck, sondern versuchen Sie zunächst, kleine Auszeiten in Ihren Alltag zu integrieren, wie zum Beispiel jeden Tag einen 15-minütigen Spaziergang zu machen oder jeden Abend zehn Minuten lang ein Tagebuch zu führen.
    • Setzen Sie Grenzen: Manchmal können Sie nur Zeit für sich gewinnen, indem Sie anderen Menschen gegenüber Grenzen setzen. Falls Ihnen das Nein-Sagen schwerfällt: Manchen Sie sich klar, dass jedes Ja zu anderen ein Nein zu sich selbst bedeuten kann. 
    • Störquellen ausschalten: Hilfreich ist es, mögliche Ablenkungen auszuschließen, indem Sie zum Beispiel zu bestimmten Zeiten Ihr Mobiltelefon ausschalten. Am Computer besteht ebenfalls die Möglichkeit, akustische Signale, etwa für den Eingang von E-Mails, abzuschalten. Sie werden erstaunt sein, wie viel mehr Sie schaffen können, wenn Sie nicht abgelenkt sind.
    • Ruhezeiten nutzen: Sie führen ein turbulentes (Familien-)Leben mit einem vollen Terminplan? Stehen Sie eine halbe bis eine Stunde früher auf als alle anderen und nutzen Sie diese Zeit für sich – etwa für ein paar Yoga-Übungen oder Pflegerituale im Bad. Alternative: Machen Sie etwas früher Feierabend, wenn noch niemand anderes wieder zu Hause ist.

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    So nutzen Sie Me-Time am besten

    In Ihren Me-Zeiten sollten Sie das tun, was Ihnen persönlich guttut und Ihnen hilft, sich zu entspannen. Was den einen entspannt, kann für den anderen puren Stress bedeuten. Daher: Finden Sie heraus, was Sie glücklich macht und legen Sie sich eine Liste mit Selbstfürsorgeübungen an, auf die Sie zurückgreifen können. Falls Ihnen nichts einfallen sollte, finden Sie nachfolgend einige Ideen:

    • An der frischen Luft bewegen: Regelmäßige körperliche Aktivität ist gesund und entspannt. Ideal ist es, wenn Sie sich draußen bewegen. Das stärkt nicht nur Ihr Immunsystem, sondern tut auch Ihrer Seele gut. Studien zeigen, dass bereits ein 50-minütiger Spaziergang positive Auswirkungen auf die menschliche Psyche hat. Auch eine kurze abendliche Runde um den Block macht den Kopf frei.
    • Hobbys nachgehen: Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Hobbys. Egal ob Sie gerne musizieren, malen, lesen, Tennis spielen, im Garten arbeiten oder neue Kochrezepte ausprobieren: Wenn Sie in Ihrer Me-Time einer Lieblingstätigkeit nachgehen, wirkt dies besonders entspannend. Oft passiert es sogar, dass Sie dabei regelrecht Raum und Zeit vergessen. Psychologen sprechen in diesem Fall von einem „Flow“-Zustand.
    • Neues entdecken: Sie wollten schon lange Spanisch oder Italienisch lernen, um sich im Urlaub besser verständigen zu können? Vielleicht möchten Sie auch einen Koch-Kurs besuchen oder endlich richtig reiten lernen. Nutzen Sie Ihre Me-Time, um Neues zu entdecken. Das tut nicht nur Ihrer Seele gut, sondern hält auch Ihr Gehirn jung.
    • Achtsamkeitsübungen:Mit Achtsamkeit können Sie Ihren Körper und Ihre Bedürfnisse einmal ganz bewusst wahrnehmen und erspüren. Für die folgende Übung benötigen Sie circa 5 bis 15 Minuten Zeit: Setzen oder legen Sie sich bequem hin. Nun lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ihre Atmung. Nehmen Sie sie einfach nur wahr, ohne etwas beeinflussen oder verändern zu wollen. Achten Sie auf Ihre Bedürfnisse: Sind Sie hungrig oder müde? Wie fühlen Sie sich? Welche Gedanken und Gefühle nehmen Sie gerade wahr? Versuchen Sie nicht zu bewerten. Nehmen Sie, was kommt. Richten Sie die Aufmerksamkeit anschließend wieder nach außen.
    • Entspannungsübungen machen: Ein wichtiger Bestandteil der Selbstfürsorge sind regelmäßige Entspannungsübungen. Für Einsteiger sind Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, das Autogene Training oder isometrische Übungen gut geeignet. Diese Methoden sind besonders leicht zu erlernen und selbst anzuwenden. Zum Hineinschnuppern finden Sie viele Videos und Anleitungen in Büchern, als Apps oder im Internet. Alternativ können Sie einen Kurs besuchen.
    • Ausschlafen: Ausreichend Schlaf wird häufig unterschätzt, doch er ist entscheidend für Ihr seelisches und körperliches Wohlbefinden. Zudem ist Schlaf die einfachste Form der Entspannung, weil in dieser Zeit der Spiegel des Stresshormons Kortisol sinkt. Tipp, um Ihren individuellen Schlafbedarf zu ermitteln: Stellen Sie am Wochenende oder im Urlaub den Wecker aus und achten Sie darauf, nach wie vielen Stunden Sie von allein aufwachen. Um Ihre optimale Schlafdauer auch während der Woche (einigermaßen) einhalten zu können, am besten rechtzeitig schlafen gehen.
    So hilft die AOK

    Kurse zur Stressbewältigung bei der finden

    Es gibt darüber hinaus zahlreiche weitere Selbstfürsorge-Übungen. Wichtig ist, dass Sie achtsam bleiben und Ihre persönlichen Bedürfnisse berücksichtigen. So kann es sein, dass Sie mal mehr Aktivität und mal mehr Ruhe benötigen. Wenn Sie erst einmal gemerkt haben, wie gut sie Ihnen tut, werden Sie Ihre Me-Time nicht mehr missen wollen.

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