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Leseratten leben länger: So gesund ist Bücherlesen

Eine Frau liegt gemütlich neben dem offenen Fenster und liest ein Buch, da Lesen gut für die Gesundheit und Entspannung ist.

© iStock / miljko

Lesezeit: 3 MinutenAktualisiert: 14.10.2021

Lesen bildet, das ist bekannt. Vielen Menschen ist jedoch nicht bewusst, wie viele positive Effekte das Lesen von Büchern auf das Gehirn und die Gesundheit hat. Das Hobby kann sogar die Lebenserwartung steigern.

Inhalte im Überblick

    Wie gesund ist Lesen wirklich?

    Das Lesen von Büchern ist in Deutschland durchaus verbreitet. Nach einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach nehmen etwa 40 Prozent der Deutschen mindestens einmal in der Woche ein Buch in die Hand. Warum ist das Lesen überhaupt wichtig? Es steht in engem Zusammenhang mit Bildung. Das gilt besonders für Bücher: Bei einer Studie mit amerikanischen Studierenden stellte sich heraus, dass sie Inhalte besser erinnern, wenn sie die Informationen in gedruckter Form lesen anstatt online am Tablet oder Laptop.

    Für ein glückliches, langes Leben

    Lesen steigert nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Lebenserwartung.

    Lesen kann zur Zufriedenheit und Gesundheit beitragen und sogar die Lebenserwartung steigern.

    Bücherwürmer schwärmen von den positiven Effekten, die ihr Hobby hat. Was durch Studien belegt ist:

    Lesen lindert Stress und fördert Entspannung

    Einer Studie an der University of Sussex zufolge kann das Lesen den aktuellen Stresspegel um bis zu 68 Prozent senken. Um das zu überprüfen, führten Wissenschaftler mit den Teilnehmenden Tests durch, die sie unter Stress setzten und ihre Herzfrequenz messbar nach oben trieben. Anschließend sollten sie sechs Minuten lang still sitzen und lesen. Dabei stellte sich heraus: Das Herz beruhigte sich, offensichtlich nahm die Anspannung ab.

    Zwar ist ein großer Teil dieser Entspannung wohl dem Stillsitzen zuzuschreiben – doch genau dazu werden wir beim Lesen meist „gezwungen“. Diesen positiven Effekt scheinen Bücherwürmer auch aktiv zu spüren, wie das Ergebnis einer umfangreichen britischen Umfrage zeigt: 58 Prozent der Befragten gaben an, dass sie beim Lesen am besten entspannen können.

    Lesen als Demenz-Prävention

    Untersuchungen haben gezeigt, dass regelmäßiges Bücherlesen wahrscheinlich dazu beitragen kann, das Risiko für eine Demenz zu senken. Forschende stellten fest, dass die Erkrankungsrate bei intellektuell aktiven Menschen geringer war.

    Und nicht nur das. Normalerweise nimmt die Leistung des Gehirns im Alter ab. Es kann Informationen schlechter aufnehmen, der aktive Wortschatz sinkt. Wissenschaftler haben jedoch nachgewiesen, dass es möglich ist, durch häufiges Lesen zumindest einen Teil dieser Alterserscheinungen bei den verbalen Fähigkeiten zu kompensieren.

    Höhere Lebenserwartung durch Bücher

    Das alles sind gute Gründe, um mehr Bücher zu lesen, aber die Ergebnisse einer US-amerikanischen Studie mit 3.635 Teilnehmenden über 12 Jahre hinweg liefern ein noch besseres Argument: Sie haben ermittelt, dass eifrige Leser von Büchern im Durchschnitt 23 Monate länger lebten als Personen, die keine Bücher lasen. Damit wäre auch die Frage beantwortet, warum es für Leser sinnvoll wäre, noch mehr zu lesen.

    Macht Lesen intelligenter?

    Lesen ist also gesund, aber macht es auch schlau? An erster Stelle trägt es zu einer positiven Entwicklung von Kindern bei. Es verbessert den Wortschatz, die Rechtschreibung, die Ausdrucksfähigkeit und das Allgemeinwissen.

    Anders gesagt: Leseratten haben eine größere verbale Intelligenz. Dabei beeinflussen sich die einzelnen Faktoren gegenseitig und erhöhen so insgesamt die kognitiven Fähigkeiten. Lesen sorgt also tatsächlich dafür, dass das Gehirn besser arbeitet.

    Ein Vater liest seiner Tochter eine Geschichte vor, die eine Küchenpapierrolle als Fernglas benutzt.
    Vorlesen regt die Fantasie an und erweitert den Wortschatz Ihrer Kinder. Das stärkt ihre Lesekompetenz.

    © iStock / blackCAT

    Was bewirkt Lesen im Gehirn?

    An der Emory University in Atlanta haben Forschende zeigen können, dass das Lesen im Gehirn sogar auf biologischer Ebene Spuren hinterlässt. Sie machten Gehirnscans der Probanden und baten sie, jeden Abend in einem ausgewählten Buch zu lesen.

    Am nächsten Morgen wiederholten sie die Scans – und fanden Veränderungen: In einem Gehirnbereich, der für die Aufnahme von Sprache zuständig ist, war die sogenannte Konnektivität erhöht. Das heißt, der Informationsfluss der Neuronen funktionierte besser. Das Gleiche galt für die Zentralfurche des Gehirns (Sulcus centralis). Diese Struktur wird mit Körperempfindungen in Verbindung gebracht.

    Das Interessante daran: Diese Veränderungen im Gehirn waren noch fünf Tage nach dem Lesen vorhanden. Wie lange sich Leseerlebnisse oder Lieblingsbücher auf die Biologie des Gehirns auswirken, muss noch im Detail erforscht werden.

    Deshalb ist Lesen besser als Fernsehen

    Informationen und spannende Geschichten kann auch das Fernsehen vermitteln. Warum ist es trotzdem besser, mehr zu lesen? Während regelmäßiges Lesen Demenz womöglich vorbeugen kann, fördert Fernsehen die Gehirntätigkeit anscheinend nicht im positiven Sinne – im Gegenteil.

    Bei einer Langzeitstudie haben Forschende Hinweise darauf gefunden, dass intensiver Fernsehkonsum von mehr als vier Stunden täglich das Risiko für eine Demenz erhöhen könnte, weil es vermutlich dazu beiträgt, dass Gehirnzellen früher absterben.

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