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AOK – Die Gesundheitskasse

Warum gemeinsame Mahlzeiten wichtig für die Kindergesundheit sind

Familie sitzt am Tisch und genießt eine gemeinsame Mahlzeit in Form von Geflügel und Gemüse.
Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 17.02.2021

Die regelmäßige Gesellschaft und der Austausch beim Familienessen begünstigen gesundheitliche Aspekte und die soziale Entwicklung von Kindern. Die Kleinen können sich bei den Eltern abschauen, welche Lebensmittel besonders wertvoll und welche in Maßen zu genießen sind.

Gemeinsame Mahlzeiten schaffen mehr Zusammenhalt in der Familie

Studien belegen, dass regelmäßiges, gemeinsames Essen den Zusammenhalt in der Familie stärkt und sich positiv auf die allgemeine soziale Entwicklung des Kindes auswirkt. Heutzutage sind meist beide Eltern berufstätig und die Kinder lange in der Schule. Dennoch essen beinahe alle Kinder und Jugendlichen (99,3 %) mindestens einmal am Tag gemeinsam mit einem Familienmitglied, wie EsKiMo II – Die Ernährungsstudie des Robert Koch-Instituts zeigt. Damit liegt die Zahl deutlich höher als noch vor zehn Jahren. Am häufigsten wird dabei gemeinsam zu Abend gegessen.

Das ist wichtig, denn der allgemeine Ernährungstrend geht in den letzten Jahren eher in Richtung „Snacking“. Feste Mahlzeiten rücken dabei in den Hintergrund und der Mensch isst vermehrt beiläufig und unter Zeitdruck. Egal ob in der Bahn, auf dem Weg ins Büro, oder abends vor dem Fernseher auf der Couch: Studien zeigen, dass beiläufiges Essen Übergewicht begünstigt. Denn wer unbewusst und abgelenkt isst, isst häufig zu viel. Daher ist es besonders wichtig für die Ernährungsgesundheit der Kinder, dass gemeinsame, ausgewogene Mahlzeiten ohne Ablenkung täglich stattfinden.

Gesunde Ernährung für Kinder: Die richtige Mischung ist der Schlüssel zum Erfolg.

Übergewicht vorbeugen: Die Ernährungskompetenz ist entscheidend

Übergewicht vorbeugen: Die Ernährungskompetenz ist entscheidend

Die AOK hat in einer bundesweit angelegten Umfrage im Jahr 2020 zum Thema Ernährungskompetenz herausgefunden, dass 53,7 Prozent der 1.974 Befragten über eine problematische oder inadäquate Ernährungskompetenz verfügen. Die Messung der individuellen Ernährungskompetenz erfolgte in acht unterschiedlichen Bereichen: Von der eigenen Zubereitung bis hin zum gesunden „Snacken“ wurden Probanden im Alter von 18 bis 69 Jahren nach ihrem Essverhalten befragt. Mit dieser ersten bundesweit repräsentativen Studie übernimmt die AOK eine wichtige Vorreiterrolle. Die AOK möchte mit der Aufklärungsarbeit dazu beitragen, die Rahmenbedingungen für eine gesunde Ernährung zu verbessern. Im Kindesalter werden beim gemeinsamen Essen in der Familie entscheidende Weichen für die Zukunft gestellt. Eine frühzeitige Heranführung an gesunde Ernährungsweisen kann die künftige Ernährungskompetenz der Kleinen positiv beeinflussen.

Mit gutem Beispiel vorangehen: gemeinsam gesund essen

Kinder können bis zu einem bestimmten Alter noch nichts mit „gesunden“ und „ungesunden“ Lebensmitteln anfangen. Sie adaptieren vielmehr das Essverhalten der eigenen Eltern. Gehen die Eltern also mit gutem Beispiel voran, so wird das auch die Kinder maßgeblich in ihrem späteren Essverhalten beeinflussen. Beim gemeinsamen Essen können Kinder schon früh an gesunde Zutaten wie Salat und Gemüse herangeführt und dafür sensibilisiert werden. In Zusammenarbeit mit der Universität Mannheim haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung anhand einer Analyse gesammelter, vergangener Studien herausgefunden, dass Kinder, die täglich gemeinsam mit der Familie essen, einen niedrigeren Body-Mass-Index (BMI) aufzeigen und sich allgemein gesünder ernähren. 

Laut Analyse spielen nicht nur die richtigen Lebensmittel eine Rolle, wenn es um die Ernährungsgesundheit des Kindes geht. Zu einer gesunden Familienmahlzeit gehören auch eine harmonische Tischatmosphäre und eine angemessene Dauer der gemeinsamen Mahlzeiten. Zudem zeigt die Analyse, dass Kinder, die regelmäßig bei der Zubereitung von Mahlzeiten helfen, ebenfalls einen geringeren BMI aufweisen. Besonders wichtig ist zudem, dass der Fernseher ausgeschaltet ist und man sich aufeinander einlässt.  

Zusammengefasst wirken sich die folgenden 6 Komponenten einer Familienmahlzeit durchweg positiv auf die Gesundheit des Kindes aus:

  1. Ausschalten des Fernsehers während der Mahlzeiten,
  2. eine gesunde Ernährung der Eltern als Vorbild,
  3. höhere Lebensmittelqualität,
  4. positive und entspannte Tischatmosphäre,
  5. Beteiligung der Kinder an der Zubereitung der Mahlzeiten,
  6. Ruhe und eine angemessene Dauer der Mahlzeiten.

Was fürs Kochen gilt, gilt auch beim Backen. So wertvoll ist gemeinsames Plätzchenbacken für die Kleinen.

Gemeinsam Essen bedeutet auch mehr Kontrolle

Kinder lieben Süßigkeiten, Limonade, Fast Food und Co. Doch nur wer gemeinsam isst, kann auch kontrollieren, was gegessen wird. Wichtig ist, dass das Kind sich beim gemeinsamen Essen nicht gezwungen fühlt, etwas essen zu müssen nur weil es gesund ist. Oft hört man: „Wenn du dein Gemüse aufisst, bekommst du einen Nachtisch.“ Das ist aber der falsche Weg, wenn es darum geht, Kindern gesundes Essverhalten beizubringen. Auch hier ist die Vorbildfunktion der Eltern gefragt. Reichen Sie die richtigen Speisen und essen Sie diese auch selbst. Hilfreich ist zudem eine gesunde Auswahl, aus der das Kind bewusst wählen kann. Möchten die Kleinen gerade keinen Brokkoli, aber dafür Paprika oder Karotte, ist das Problem schon gelöst. 

Achten Sie beim Essen zudem auf folgende Punkte:

  • Lassen Sie Ihr Kind selbst über die Menge der Mahlzeit entscheiden. Nur so kann es lernen, den eigenen Hunger einzuschätzen.
  • Vermeiden Sie Vorgaben wie „der Teller wird aufgegessen.“ Das war vielleicht früher so, ist heutzutage aber alles andere als zeitgemäß.
  • Üben Sie stattdessen gemeinsam mit dem Kind, wie viel es Essen muss bis es satt ist.

Ganz ohne geht es auch nicht. So viel Zucker ist für Kinder okay.

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