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Mundgeruch: Woher er kommt und wie Sie ihn wieder loswerden

Kleiner Atemtest genügt! So stellen Sie fest, ob Sie unter Mundgeruch leiden.

© iStock / PeopleImages

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 29.09.2021

Mundgeruch ist nur selten ein Anzeichen für gesundheitliche Probleme, doch für Betroffene meist sehr unangenehm. Oft dauert es lange, bis man selbst seinen schlechten Atem überhaupt erst bemerkt. Die Ursache für Mundgeruch liegt meist in mangelnder Mundhygiene: Kommt diese zu kurz, können sich die Bakterien, die für den Geruch verantwortlich sind, leichter vermehren. Welche Ursachen Mundgeruch außerdem haben kann und wie Sie ihn bekämpfen können, lesen Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Halitosis: Warum schlechter Atem nicht gleich Mundgeruch ist

    Faulig, ranzig, sauer: Mundgeruch ist nicht besonders attraktiv. Auch wenn in den meisten Fällen keine ernsthafte Erkrankung dahintersteckt, schränkt er die Lebensqualität der Betroffenen – und ihrer Mitmenschen – oft stark ein. Dabei geht es nicht um den schlechten Atem, der entsteht, kurz nachdem jemand ein Sandwich mit Zwiebeln oder Tsatsiki gegessen hat. Von Mundgeruch, medizinisch Halitosis genannt, sprechen Ärzte, wenn der Atem dauerhaft schlecht riecht, selbst mit geschlossenem Mund beim Ausatmen durch die Nase.

    Was sind die häufigsten Ursachen für Mundgeruch?

    Die Ursache von Mundgeruch liegt in den allermeisten Fällen genau dort, wo es schlecht riecht: in der Mundhöhle. Hier besiedeln mehrere Hundert verschiedene Bakterienarten die Haut von Zunge, Zahnfleisch und Co. Sie zersetzen Eiweiße aus der Nahrung oder aus dem Speichel – ein ganz natürlicher Vorgang. Jedoch entstehen hierbei flüchtige, übelriechende Schwefelverbindungen, die sich in die Atemluft mischen. Nehmen sie überhand, entsteht Mundgeruch.

    Ob und wie stark jemand Mundgeruch entwickelt, hängt von der Menge der schwefelbildenden Bakterien im Mund ab. Häufigste Ursache für ein Übermaß an geruchsbildenden Bakterien ist eine mangelhafte Zahnhygiene.

    Wenn die Zahnbürste nicht häufig genug zum Einsatz kommt oder nicht alle Ecken zwischen Zähnen, Zunge und Wangentaschen erwischt, können sich Bakterien hier vermehren und zu Mundgeruch führen.

    Weitere Mundgeruch-Ursachen in der Mundhöhle sind zum Beispiel:

    • schlecht gepflegte Prothesen und Zahnersatz
    • offene Wurzelkanäle
    • Entzündungen an Zahnfleisch, Mundschleimhaut oder dem Zahnhalteapparat (Parodontitis)
    • Pilzinfektionen und Abszesse in der Mundhöhle
    • ein trockener Mund

    Welche Erkrankungen können Mundgeruch verursachen?

    Meistens liegt die Ursache von Mundgeruch in der Mundhöhle – aber nicht immer. Schlechter Atem kann auch durch andere Faktoren entstehen:

    • Infektionen der oberen Atemwege wie Mandel- oder Nasennebenhöhlenentzündungen können Mundgeruch auslösen.
    • Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes kann ein nach Azeton riechender Atem auf eine sogenannte diabetische Ketoazidose hindeuten. Dabei handelt es sich um einen gefährlichen Zustand, der durch eine Übersäuerung des Blutes ausgelöst wird.
    • Bei Nierenschwäche oder Nierenversagen kann es passieren, dass Schadstoffe, die nicht mehr ausreichend gefiltert werden, über das Blut in die Lunge gelangen – der Atem riecht dann nach Urin.
    • Magen-Darm-Probleme wie Sodbrennen, eine gestörte Darmflora und Tumore in Speiseröhre oder Magen lassen möglicherweise übelriechende Flüssigkeiten und Gase in die Mundhöhle aufsteigen.
    • Medikamente, die den Speichelfluss drosseln, oder Antibiotika enthalten häufig Schwefel.

    Auch Hormonschwankungen, zum Beispiel in den Wechseljahren, können schlechten Atem auslösen, ebenso wie Alkohol, Rauchen, stark gewürzte Speisen, Flüssigkeits- und Speichelmangel. Letzterer ist auch der Grund, warum der Atem am Morgen so faulig riecht: Beim Schlafen verringert sich der Speichelfluss, die Bakterien können sich leichter vermehren, und es kommt zum morgendlichen Mundgeruch.

    Was tun bei Mundgeruch?

    Bei Mundgeruch ist es wichtig, die Ursache abzuklären und zu behandeln. Die erste Anlaufstelle ist der Zahnarzt. Er wird die Mundhöhle genau untersuchen, den Zustand der Mundschleimhaut beurteilen, Zahnfüllungen, Wurzeln und Kronenrändern kontrollieren und schauen, wie gut die Zähne gepflegt sind.

    In einem Gespräch wird der Zahnarzt außerdem ermitteln, ob bestimmte Vorerkrankungen wie Infektionen, Diabetes oder Magen-Darm-Erkrankungen bekannt sind, ob Sie Medikamente einnehmen, rauchen, häufig Alkohol trinken und wie sie sich ernähren. In rund neun von zehn Fällen kann Mundgeruch durch den Zahnarzt beseitigt werden. Falls er keine Ursache in der Mundhöhle erkennen kann, wird er Sie an einen anderen Arzt vermitteln, zum Beispiel an einen Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten oder einen Internisten. Die Spezialärzte werden dann die dem Mundgeruch zugrunde liegende Erkrankung behandeln.

    Ein Zahnarzt untersucht die möglichen Ursachen für den Mundgeruch einer Patientin.
    Mundgeruch hat viele Ursachen haben. Ihr Zahnarzt kann eine individuelle Diagnose erstellen und Ihnen helfen, Mundgeruch loszuwerden und vorzubeugen.

    © iStock / Harbucks

    Behandlung beim Zahnarzt

    Wenn der Zahnarzt Probleme der Zähne, des „Zahnhalteapparats“ oder der Mundschleimhaut als Ursache für den Mundgeruch ausgemacht hat, wird er diese behandeln. Das bedeutet zum Beispiel, Karies zu entfernen oder Wurzelkanäle zu schließen. Häufig hilft es auch Zahnstein zu entfernen oder die Zunge gründlich zu reinigen, damit sie mit neuen und wichtigen Bakterien besiedelt wird.

    Behandlung zu Hause

    In den Furchen der Zunge können sich Bakterien besonders leicht ablagern und vermehren. Daher können Sie bei Mundgeruch täglich den Zungenbelag mit einem Zungenschaber entfernen. Spezielle Gels zur Zungenreinigung helfen zusätzlich, den Bakterienbestand zu verringern. Über einen Zeitraum von zwei Wochen können Sie bei Mundgeruch täglich den Mund mit einer speziellen Mundspüllösung reinigen, die Wirkstoffe wie Zinkchlorid, Aminfluorid oder Cetyl-Pyridin-Chlorid enthält.

    Welche Hausmittel helfen gegen Mundgeruch?

    Wer unter Mundgeruch leidet, kann bereits mit einfachen Hausmitteln Abhilfe schaffen. Neben einer guten Zahn- und Zungenhygiene ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ein essenzielles Mittel, um Mundgeruch in den Griff zu bekommen. Wer über den Tag verteilt ausreichend Wasser trinkt, trägt dazu bei, dass der Mund immer gut durchfeuchtet bleibt. Das ist wichtig, da sich die Bakterien, die Mundgeruch verursachen, im trockenen Mund leichter vermehren können.

    Zuckerfreie Lutschpastillen und Kaugummis reinigen Zähne und Mundhöhle mechanisch durch das Lutschen und Kauen. Außerdem können sie den Speichelfluss deutlich verbessern – was die Vermehrung der Bakterien ausbremst. In Bonbons und Kaugummis enthaltene Pflanzenextrakte wie Zitronenmelisse oder Minze erfrischen den Atem zusätzlich. Weitere beliebte Hausmittel gegen Mundgeruch sind schwarzer und grüner Tee. Beide Teesorten enthalten bestimmte Pflanzenstoffe, sogenannte Polyphenole, die antioxidativ wirken. Sie hindern Bakterien daran, sich zu vermehren und die schlecht riechenden Schwefelverbindungen abzusetzen.

    Wie kann man Mundgeruch vorbeugen?

    Die gute Nachricht ist: Mundgeruch lässt sich nicht nur zuverlässig behandeln, sondern oft auch vermeiden. Mit diesen Tipps können Sie Mundgeruch vorbeugen:

    • Setzen Sie auf gründliche Zahnhygiene: Putzen Sie täglich mindestens zweimal die Zähne, benutzen Sie Zahnseide für die Zahnzwischenräume und einen Zungenschaber, um den Belag von der Zunge regelmäßig zu entfernen.
    • Schränken Sie Ihren Fleischkonsum ein, denn Fleisch verändert die Bakterienflora im Mund.
    • Essen Sie zuckerhaltige Speisen nur in Maßen. Denn zu viel Zucker kann Zahnbelag und Karies fördern – und dadurch Mundgeruch verursachen.
    • Rauchen Sie nicht und schränken Sie Ihren Alkoholkonsum ein. Zigaretten und Alkohol trocknen den Mund aus. Ein trockener Mund lässt geruchsbildenden Bakterien freie Bahn.
    • Ernähren Sie sich ausgewogen: Sowohl eine kohlenhydratreiche als auch eine zu kalorienreiche Ernährung kann zu Keton- oder Azeton-Geruch im Atem führen.
    • Essen Sie regelmäßig: Wenn der Körper beim Fasten oder bei strikten Diäten alle Energiequellen aufgebraucht hat und Fette verwerten muss, kann es zu einem nach Azeton riechenden Mundgeruch kommen.

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