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Welche Symptome deuten auf Hashimoto-Thyreoiditis?

Ältere Frau leidet an Hashimoto-Thyreoiditis und lässt ihre Schilddrüse von einer Ärztin untersuchen.

© iStock / peakSTOCK

Lesezeit: 3 Minuten26.07.2022

Müdigkeit, Frösteln, Konzentrationsstörungen – diese Beschwerden können Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sein, häufig verursacht durch Hashimoto-Thyreoiditis, einer chronischen Schilddrüsenentzündung. Hier erfahren Sie mehr über die Krankheit.

Inhalte im Überblick

    Was ist die Hashimoto-Thyreoiditis?

    Die Hashimoto-Thyreoiditis (HT) ist eine Erkrankung, bei der die Schilddrüse dauerhaft entzündet ist. Die Ursache dafür ist eine Autoimmunreaktion: Das Immunsystem richtet sich gegen die Schilddrüse. Die Schilddrüse befindet sich in einem chronischen Entzündungszustand, anfänglich kann es zu einer leichten Überfunktion der Schilddrüse kommen, im weiteren Verlauf verliert sie an Substanz und kann infolgedessen langfristig nicht mehr ausreichende Mengen an Schilddrüsenhormonen bilden. In der Regel lässt die Entzündung mehr und mehr nach, sie „brennt aus“. Die Folge ist oft eine Schilddrüsenunterfunktion.

    Eine Hashimoto-Thyreoiditis kommt bei Frauen etwas häufiger vor als bei Männern: Vier von 1.000 Frauen und nur einer von 1.000 Männern sind davon betroffen. Warum das Immunsystem die Schilddrüse als körperfremd einstuft und bekämpft, ist noch nicht abschließend geklärt.

    Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion

    Funktioniert die Schilddrüse nicht, wie sie sollte, hat das Auswirkungen auf viele Prozesse im Körper.

    Die Schilddrüse reguliert eine Vielzahl an Prozessen im Körper. Sie bildet wichtige Botenstoffe wie das Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Diese Schilddrüsenhormone steuern unter anderem das Herz-Kreislauf-System, den Fettstoffwechsel, die Aktivitäten von Nieren, Darm sowie den Talgdrüsen in der Haut und spielen eine wichtige Rolle für den Energieumsatz und viele Wachstumsprozesse im Körper.

    Bei einer Schilddrüsenunterfunktion, medizinisch Hypothyreose genannt, produziert sie weniger dieser Hormone. Dadurch verlangsamen sich viele der Prozesse im Körper.

    Welche Symptome hat die Hashimoto-Thyreoiditis?

    Wenn die Schilddrüse bei einer Hashimoto-Thyreoiditis nicht mehr ausreichend Hormone produziert, wirkt sich das auf verschiedene Prozesse im Körper aus. Ein großer Teil der Betroffenen fühlt sich durch die Krankheit müde und schwach. Einige von ihnen nehmen an Gewicht zu. Insbesondere der Hals kann zu Beginn der Erkrankung dicker werden, da das noch intakte Drüsengewebe anwächst, um die Hormonproduktion aufrecht zu erhalten.

    Weitere Symptome einer Hashimoto-Thyreoiditis sind:

    • Kälteempfindlichkeit
    • Haarausfall
    • Verstopfung
    • Zyklusstörungen, starke Regelblutung, eingeschränkte Fruchtbarkeit bei Frauen
    • Erektionsstörungen bei Männern
    • Müdigkeit, Antriebslosigkeit
    • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
    • Schwächegefühl
    • Kurzatmigkeit
    • niedriger Puls
    • Gelenk- und Muskelschmerzen
    Frau leidet unter Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Grund dafür ist die Erkrankung Hashimoto-Thyreoiditis.
    Typische Symptome für eine Hashimoto-Thyreoiditis sind Müdigkeit, Abgeschlagenheit sowie Konzentrationsschwierigkeiten.

    © iStock / FG Trade

    Hashimoto-Thyreoiditis: Wie wird sie diagnostiziert?

    Bei Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion sollten die Betroffenen ärztlichen Rat suchen, um die Symptome abzuklären. Nach einem ersten Gespräch zu den Beschwerden und eventuell bestehenden Vorerkrankungen wird der Arzt oder die Ärztin die Schilddrüse abtasten und möglicherweise mit Ultraschall untersuchen. Ob eine Unterfunktion der Schilddrüse vorliegt, zeigen verschiedene Bluttests. Sie ermitteln die Höhe der Schilddrüsenhormone (Thyroxin oder Trijodthyronin) sowie die des Botenstoffs TSH der Hirnanhangsdrüse. Dieser steuert die Hormonproduktion der Schilddrüse. Die Hashimoto-Thyreoiditis sieht man an Antikörpern im Blut, die sich gegen das Schilddrüsengewebe richten oder auch durch weiße Blutkörperchen in einer Feinnadelbiopsie der Schilddrüse.

    Hashimoto-Thyreoiditis: Wie wird sie behandelt?

    Eine Hashimoto-Thyreoiditis ist nicht heilbar, da sich ihre Ursache – eine Fehlsteuerung im Immunsystem – nicht beseitigen lässt. Die Folgen und Symptome der Schilddrüsenunterfunktion lassen sich jedoch gut behandeln, indem dem Körper das fehlende Schilddrüsenhormon Thyroxin zugefügt wird. Hierfür müssen Menschen mit einer chronischen Schilddrüsenunterfunktion jeden Tag ein Medikament mit dem künstlich hergestellten Hormon, dem Wirkstoff Levothyroxin (L-Thyroxin), einnehmen.

    Die Tablette wird auf nüchternen Magen eingenommen, da das Medikament dann besser aufgenommen werden kann. Nach etwa zwei bis drei Monaten ist der Spiegel der Schilddrüsenwerte wieder im Normalbereich, wodurch die Symptome auch fast vollständig verschwinden. Die Schilddrüsenwerte werden in den ersten Wochen regelmäßig überprüft und die Dosierung des Medikaments bei Bedarf neu angepasst. Später genügt eine Überprüfung in der Regel einmal pro Jahr. Es gibt verschiedene Hersteller, die Arzneimittel mit dem Wirkstoff L-Thyroxin vertreiben, doch nicht alle wirken gleich. Um Hormonschwankungen zu vermeiden, ist es daher wichtig, dass Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion immer bei demselben Medikament bleiben.

    Kann man mit Behandlung unbeschwert mit einer Hashimoto-Thyreoiditis leben?

    Die meisten Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis haben dank der Medikamente kaum oder sogar gar keine Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion und können dadurch ein ganz normales Leben führen. Wichtig ist es, die Medikamente wirklich regelmäßig einzunehmen, so wie es verordnet wurde und möglichst immer beim gleichen Medikament zu bleiben.

    Eine Schilddrüsenunterfunktion sollte unbedingt behandelt werden. Denn ohne Therapie kann es aufgrund der Krankheit zu Komplikationen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen sowie in sehr schweren Fällen sogar zu Bewusstseinsstörungen oder Krampfanfällen kommen. Daneben begünstigt eine chronische Schilddrüsenentzündung das Risiko für die Entstehung bösartiger Schilddrüsentumore, was jedoch insgesamt selten vorkommt.

    Besonders wichtig ist es, die regelmäßige Einnahme der Schilddrüsenmedikamente in der Schwangerschaft weiterzuführen, da eine Unterfunktion der Schilddrüse zu Früh- oder Fehlgeburten führen kann. Während der Schwangerschaft müssen die Schilddrüsenwerte häufiger untersucht werden, da der Bedarf an Schilddrüsenhormonen während der Schwangerschaft höher ist. Möglicherweise muss die Dosierung der Schilddrüsenmedikamente in dieser Zeit noch einmal neu angepasst werden.

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