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Der Apfel, ein rundum gesunder Genuss

Äpfel in einem Korb auf einer grünen Wiese.
Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 01.12.2020

Gerade während der nasskalten Jahreszeit gibt es Äpfel in Hülle und Fülle. Geflügelte Worte wie „An apple a day keeps the doctor away“ schreiben dem Obst positive Eigenschaften zu. Stimmt das – sind Äpfel wirklich so gesund, wie immer behauptet wird? Und was sollte man beim Kauf beachten?

Rund 17 Kilogramm Äpfel verspeist jeder Deutsche pro Jahr. Bundesweit gibt es mehr als 20 Apfelsorten. Zu den Favoriten gehören der saftig-fruchtige Elstar, gefolgt vom süß-säuerlichen Braeburn und dem leicht säuerlichen Jonagold. Bei kühler Lagerung sind Äpfel lange haltbar. Vom Herbst bis ins Frühjahr hält der Einzelhandel heimische Äpfel bereit. Doch wie ist das Obst aus gesundheitlicher Sicht zu bewerten?

Welche Inhaltsstoffe stecken in Äpfeln?

Äpfel enthalten viele gesunde Inhaltsstoffe –  je nach Sorte beispielsweise zwischen 5 und 35 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm. 

Was viele nicht wissen: Ein Großteil der gesunden Inhaltsstoffe steckt in der Schale. Wer also das meiste aus der Frucht herausholen möchte, der sollte auf das Schälen verzichten. Nach gründlichem Abwaschen können Äpfel bedenkenlos verzehrt werden.

Die wichtigsten Nährstoffe im Überblick:

Durchschnittlicher Nährstoffgehalt eines Apfels (125 g)

NährstoffGehalt
Energie57 kcal
Kohlenhydrate11,4 g
Ballaststoffe2,0 g
Eiweiß0,3 g
Fett0,6 g
Wasser85 g
Vitamin C12 mg
Vitamin A in Retinoläquivalent (RÄ)6 µg
Kalium120 mg
Kalzium5 mg
Eisen0,25 mg

Die Apfelallergie ist weitverbreitet

Die Zunge kribbelt, der Hals juckt, die Nase läuft. Eine Allergie ist unangenehm und kann sogar gefährlich werden. Die Apfelallergie ist die in Deutschland am weitesten verbreitete Obstallergie. Sie wird häufig von Menschen entwickelt, die auch auf Pollen allergisch reagieren. Vier Millionen Deutsche sind laut dem Allergie- und Asthmabund von einer solchen Kreuzallergie betroffen. Zu ihren Symptomen zählen:

  • Schwellung der Mund- und Rachenschleimhaut
  • Juckreiz in Mund- und Rachenraum
  • Hautausschläge mit Rötung
  • Quaddelbildung
  • Übelkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Atemprobleme

Je mehr Polyphenole, desto geringer das Allergierisiko

Doch muss man wegen einer Apfelallergie ganz auf die beliebte Frucht verzichten? Nicht unbedingt: Je mehr Polyphenole nämlich in einem Apfel stecken, desto verträglicher ist er. Polyphenole sind die wichtigsten sekundären Pflanzeninhaltsstoffe des Apfels. In der Natur schützen sie die Frucht vor Schimmel- und Pilzbefall, indem sie freie Sauerstoffradikale abfangen und unschädlich machen. Sie verbinden sich außerdem mit den allergieauslösenden Proteinen und machen den Apfel damit verträglicher für Allergiker. Das Problem: Neue Apfelsorten besitzen weniger dieser sekundären Pflanzeninhaltsstoffe, da diese bewusst „herausgezüchtet“ wurden, um süßere Noten zu erzeugen. Aber auch bei älteren Sorten sollte man vorsichtig sein: Eine Garantie, dass bestimmte Apfelsorten „allergenarm“ oder gar „allergenfrei“ sind, gibt es nicht!

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Apfelallergie: Verträglichkeits-Check durch den Lippentest

Allergiker können Äpfel gekocht oder gebacken unbesorgt essen. Wollen sie jedoch einen rohen Apfel essen, sollten sie testen, ob sie diese überhaupt vertragen. Bekannt ist der sogenannte "Lippentest": Dazu schneidet man einfach aus dem ungeschälten Apfel ein kleines Stück heraus und hält ihn an die Lippen. Dann wartet man ab, ob das Immunsystem allergisch reagiert. ; Ältere Sorten sind meistens nicht im Supermarkt, sondern eher bei Obstbauern oder auf Märkten erhältlich. Diejenigen, die einen eigenen Garten haben, haben Glück: Sie könnten ihre eigenen Apfelbäume pflanzen und den Fokus dabei auf aöte Sorten lenken – das bringt nicht nur mehr Genuss und leckere Äpfel in garantierter Bio-Qualität, sondern hilft auch in Sachen Nachhaltigkeit: Alte Apfelsorten und ein Stück Natur werden auf diese Art und Weise erhalten.

Äpfel als Heilmittel

Die gesundheitsfördernde Wirkung von Obst und Gemüse ist längst bewiesen. Der Apfel ist dabei sogar ein regionales „Superfood“: In einer umfangreichen Forschungsarbeit hat das Max Rubner-Institut herausgefunden, dass der Verzehr von Äpfeln oder naturtrübem Apfelsaft dazu beiträgt, die Genschäden an den weißen Blutkörperchen deutlich zu reduzieren – ein valider Hinweis auf krebsvorbeugendes Potenzial des Apfels. 

Außerdem sind Äpfel besonders reich an Vitamin C, das zum Aufbau des Bindegewebes und der Eisenaufnahme unseres Körpers beiträgt.

Wie oben beschrieben, sind Äpfel eine weitverbreitete, reichhaltige Quelle an sekundären Pflanzenstoffen, wie beispielsweise Polyphenolen. Sie stecken konzentriert in der Schale und in den Kernen des Apfels und haben eine antioxidative Wirkung. Diese macht freie Radikale unschädlich und soll so vor Krebs und Herzinfarkt schützen und die Blutgerinnung positiv beeinflussen. Sie verringert auch die Lipidoxidation, die zu Schäden der Zellmembran führt und eine Arteriosklerose verursachen kann.

Epidemiologische Studien haben den Verzehr von Äpfeln außerdem mit einem verringerten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma und Diabetes in Verbindung gebracht. Die in Äpfeln enthaltenen Pektine binden Cholesterin und fördern die Verdauung.

„An apple a day, keeps the docor away” – was ist dran?

Personengruppen mit hohem und regelmäßigem Obst- und Gemüseverzehr leiden weniger an Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Äpfel tragen dazu durchaus bei, denn sie kombinieren wichtige Nährstoffe. Doch ein Apfel am Tag sorgt nicht alleine dafür, gesund und fit zu bleiben. Dazu sollte man insgesamt auf eine ausgewogene, abwechslungsreiche und gesunde Ernährung achten und sich regelmäßig und ausreichend bewegen. Dann bleibt Ihnen langfristig auch der ein oder andere Gang zum Doktor erspart!

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Welche Äpfel sollte man kaufen?

Bleibt als Fazit: Wer Äpfel nicht nur wegen ihres Geschmacks, sondern wegen möglicher gesundheitsfördernder Eigenschaften kauft, sollte vor allem zu den älteren Sorten greifen, also Alkmene, Eifeler Rambur, Goldparmäne oder Roter Boskoop. Sie enthalten mehr gesundheitsfördernde, sekundäre Pflanzenstoffe und sind besser für Allergiker geeignet. Wichtig ist außerdem, dass beim Anbau keine Pestizide eingesetzt werden. Vielleicht gibt es ja einen Biobauern bei Ihnen in der Nähe, bei dem sie ihren nächsten Obsteinkauf machen können. Damit tun sie nicht nur sich etwas Gutes, sondern auch der Umwelt, denn Supermarktäpfel haben oft einen weiten Transportweg hinter sich und damit eine schlechte Ökobilanz. Beim Obst- und Gemüsekauf sollte man also immer auf Saisonalität und Regionalität achten.

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