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Wie gesund ist Cold Brew wirklich?

Veröffentlicht am:23.04.2026

5 Minuten Lesedauer

Cold Brew Kaffee liegt im Trend. Doch ist er wirklich besser verträglich? Entscheidend ist vor allem die Zubereitung. Unterschiede zum klassischen Kaffee und ein einfaches Rezept zum Nachmachen.

Eine Person gießt Cold Brew in ein Glas mit Eiswürfeln.

© iStock / Premyuda Yospim / KI-bearbeitet

Was ist Cold Brew Kaffee?

Cold Brew Kaffee ist eine Zubereitungsart, bei der grob gemahlener Röstkaffee über viele Stunden in kaltem oder zimmerwarmem Wasser zieht. Anders als beim klassischen Kaffee wird kein heißes Wasser verwendet – die Extraktion erfolgt langsam und bei niedrigen Temperaturen.

Auch wenn heiß gebrühter Kaffee weltweit noch am häufigsten getrunken wird, hat Cold Brew in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Die Methode ist allerdings nicht neu: Ihre Ursprünge reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück, moderne Systeme zur Herstellung wurden in den 1960er-Jahren entwickelt.

Wichtig ist die Abgrenzung zu Eiskaffee: Cold Brew beschreibt die Art der Zubereitung und kann sowohl kalt als auch warm serviert werden. Eiskaffee hingegen wird heiß gebrüht und anschließend abgekühlt. Einheitliche Standards oder klare Definitionen für Cold Brew gibt es aber bislang nicht.

Wie wird Cold Brew zubereitet?

Um Cold Brew Kaffee zuzubereiten, geben Sie in einem Gefäß 80 Gramm gemahlenen Röstkaffee in ein Liter Wasser, das etwa 15 Grad warm sein sollte. Vermischen Sie Kaffee und Wasser anschließend. Stellen Sie die Mixtur für 8 bis 24 Stunden in den Kühlschrank. Nach einer Stunde rühren Sie um. Filtern Sie den Kaffee anschließend durch einen Kaffeefilter, bevor Sie ihn direkt trinken.

Möchten Sie Cold Brew bei Raumtemperatur zubereiten, mischen Sie 15 Gramm Kaffeepulver in einem Glas mit zimmerwarmem Wasser und rühren kräftig um. Lassen Sie den Kaffee 8 bis 24 Stunden ziehen und filtern Sie ihn anschließend durch ein Tuch, Sieb oder einen Kaffeefilter. Sie können den Kaffee pur oder verdünnt trinken. Übrigens: Es gibt auch spezielle Kannen für Cold Brew, bei denen das Sieb direkt integriert ist.

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Ist Cold Brew stärker als normaler Kaffee?

Untersuchungen zeigen, dass gewöhnlicher Cold Brew Kaffee ähnlich viel Koffein wie heiß gebrühter Kaffee enthält. Bei Raumtemperatur-Zubereitung liegen die Werte nahe am Heißaufguss, während sehr kaltes Wasser (4 Grad) die Koffeinkonzentration reduziert.

Beim speziellen Cold‑Drip-Aufgussverfahren, bei dem Wasser tropfenweise durch das Kaffeepulver geleitet wird, erreicht der Kaffee den höchsten Koffeingehalt. Verglichen mit einem Heißaufguss kann der Koffeinwert bis zu 39 Prozent höher liegen.

Wie gesund ist Cold Brew?

Kaffee enthält zahlreiche Antioxidantien wie Chlorogensäuren, Polyphenole und Melanoidine, die gesundheitlich vorteilhaft sein können. Die Menge an Antioxidantien hängt von Bohne, Mahlgrad, Brühdauer und -temperatur ab. Bei Cold Brew, also niedriger Brühtemperatur, reagiert die Extraktion besonders empfindlich auf Änderungen dieser Faktoren.

Im Vergleich zu heiß gebrühtem Kaffee hat Cold Brew meist eine niedrigere antioxidative Kapazität. Heiß gebrühter Kaffee enthält zusätzliche Säuren, die die Wirkung verstärken. Auch die Zusammensetzung ist vielfältiger, während die Melanoidine – braun gefärbte, komplexe Verbindungen, die sich bei der Erhitzung von Lebensmitteln bilden – im Cold Brew kaum untersucht sind. Cold Brew Kaffee ist also nicht automatisch gesünder.

Die Annahme, Cold Brew sei generell säureärmer und magenfreundlicher, wird durch Analysen nicht bestätigt. Die Chlorogensäuren liegen im Cold Brew in gleicher oder in höherer Konzentration als in Heißaufgüssen vor. Werbeversprechen wie „gesündere Alternative zum wach und fit bleiben“ sind nicht belegt und erlaubt.

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Kann Cold Brew mit Keimen belastet sein?

Cold Brew wird über mehrere Stunden in kaltem oder kühlem Wasser zubereitet. Durch den niedrigen Säuregehalt kann dies theoretisch das Wachstum von Mikroorganismen wie Bacillus cereus, Listerien, E. coli oder Salmonellen begünstigen.

In der Praxis zeigt sich jedoch, dass nur wenige Proben tatsächlich belastet sind. Wenn Sie bei der Zubereitung sauber arbeiten, können Sie das Risiko einer Keimbelastung deutlich verringern.

Bereiten Sie Cold Brew zu Hause am besten frisch zu und verbrauchen Sie ihn innerhalb kurzer Zeit. Lagern Sie das Getränk über Tage oder sogar Wochen, können sich Keime vermehren – zudem verändert sich der Geschmack durch die Oxidation.

Ist Cold Brew Tea eine Alternative zu Kaffee?

Cold Brew Tea kann eine interessante Alternative sein, insbesondere bei Grünem, Schwarzem, Oolong- oder Weißem Tee. Die Teeblätter wurden bereits erhitzt und so mögliche Erreger beseitigt. Sie können diese Tees mit kaltem Wasser aufgießen und mehrere Stunden im Kühlschrank ziehen lassen, um ein volles Aromaprofil zu erhalten.

Früchte-, Kräuter und Rooibostee sollten Sie hingegen stets mit kochendem Wasser zubereiten, da er meist nur getrocknet ist. Spezielle Kaltbrüh-Teemischungen aus dem Supermarkt werden durch Heißdampf behandelt. Diese können Sie mit kaltem Wasser ebenfalls gefahrlos zubereiten.

Cold Brew Rezept mit Zimt und Kokos

Cold Brew Kaffee begeistert nicht nur Kaffeeliebhaber und -liebhaberinnen, weil er weniger bitter und süßer schmeckt, sondern auch wegen seines fruchtigen und floralen Aromas, das durch das kalte Brühverfahren besonders zur Geltung kommt. Für alle, die diesen Kaffeegenuss mit einer cremigen, tropischen Note kombinieren möchten, eignet sich dieses Rezept.

Ein Glas mit Cold Brew Kaffee steht auf einem Holztisch, daneben liegen Datteln und Kaffeebohnen.

© iStock / ed chechine

Cold Brew Kaffee kann geschmacklich, beispielsweise mit Datteln, verfeinert werden.

Zutaten

2 Portionen
  • 0 ⅓lCold Brew Kaffee
  • 1entsteinte Medjool-Dattel
  • 100mlKokosmilch
  • 0 ½TeelöffelKokosöl
  • 1MesserspitzeVanilleschote (gemahlen)
  • 1PriseZimt
  • Kokosflocken zum Bestreuen
  • Eiswürfel

Zubereitung

  1. Cold Brew Kaffee zubereiten.

  2. Ist die Dattel eher trocken, einige Minuten in heißem Wasser einweichen.

  3. Dattel mit Kokosmilch, Kokosöl, Vanille und Zimt im Mixer pürieren, bis eine glatte Masse entsteht.

  4. Eiswürfel in zwei Gläser füllen, Cold Brew Kaffee dazugeben und mit der Kokosmilch-Mischung verfeinern.

  5. Mit Kokosflocken bestreuen und servieren.

Fachlich geprüft
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