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Essen bei Erkältung: Diese Lebensmittel helfen

Ein Mann sitzt auf dem Sofa und löffelt eine warme Suppe.

© iStock / Nes

Lesezeit: 4 Minuten07.01.2022

Zwei bis fünf Erkältungen macht jeder Erwachsene im Jahr durch – bei Kindern sind es sogar bis zu acht kleinere Infekte. Können bestimmte Lebensmittel den Heilungsprozess beschleunigen?

Inhalte im Überblick

    Lebensmittel gegen Erkältung: Was essen bei Schnupfen und Halsschmerzen?

    Sicher ist: Evidenz für ein bestimmtes „Erkältungsessen“ gibt es nicht. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit frischen und nährstoffreichen Lebensmitteln unterstützt den Körper jedoch bei einer gesunden Immunantwort. Wer nicht viel Appetit hat, sollte sich nicht zu großen und schwer verdaulichen Mahlzeiten zwingen.

    Suppe bei Erkältung: Hilft Hühnersuppe?

    Ruhe, Wärme sowie eine selbstgemachte Hühnersuppe und die Erkältung ist im Nu verschwunden. Da sind sich zumindest viele Großeltern im Land einig, und das aus gutem Grund. Die Wirkung von Hühnersuppe auf den Erkrankungsverlauf ist mangels Studien zwar nicht sicher belegt; im Labor haben sich Forscher aber durchaus schon mit den Effekten von Hühnersuppe beschäftigt.

    Dabei stellten sie fest, dass die Inhaltsstoffe der Suppe die Wanderung von bestimmten weißen Blutkörperchen (neutrophilen Granulozyten) in den Atemwegen beeinflussen könnten – ein Hinweis auf eine mögliche antientzündliche Wirkung. Damit ist Hühnersuppe möglicherweise ein gutes Essen bei Grippe für Kinder und Erwachsene. Ob aber das enthaltene Gemüse, das Hühnerfleisch oder ein anderer Bestandteil dafür verantwortlich ist oder ob am Ende bloß die heiße Flüssigkeit als solche einen wohltuenden Effekt hat, ist bislang ungeklärt. Fertigsuppen variieren dabei stark in ihrer Zusammensetzung und Qualität.

    Ein Topf Hühnersuppe wird mit einem Lorbeerblatt und Kräutern gewürzt.
    Hühnersuppe hat bei Erkältungskrankheiten eine wohltuende Wirkung. Ob das an dem Gemüse, dem Hühnerfleisch oder der warmen Flüssigkeit liegt, ist jedoch bislang unklar.

    © iStock / ed chechine

    Vitamin C bei Erkältung

    Vitamin C gilt als wahre Geheimwaffe gegen Erkältung bei Kindern und Erwachsenen, wobei ihm sowohl eine vorbeugende als auch eine therapeutische Wirkung nachgesagt wird. Verantwortlich dafür ist die antioxidative Wirkung des Vitamins, also seine Fähigkeit, aggressive Sauerstoffverbindungen (freie Radikale) zu binden und unschädlich zu machen. Die Studienlage ist jedoch widersprüchlich.

    Eine große Übersichtsstudie kam zu dem Ergebnis, dass eine regelmäßige Einnahme von Vitamin-C-Präparaten kaum oder gar nicht vor dem Ausbruch von Erkältungskrankheiten schützt. In manchen Studien verkürzte sich allerdings bei einer vorhandenen Erkältung mit einer zusätzlichen Vitamin-C-Zufuhr die durchschnittliche Dauer der klassischen Symptome – es besteht also noch Forschungsbedarf. Fest steht: Es wurden keine schädlichen Nebenwirkungen festgestellt, weswegen Lebensmittel mit einem hohen Vitamin-C-Gehalt bei einer Erkältung als sinnvoll gelten.

    Vorsicht ist bei einer hoch dosierten Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln geboten. Hoch dosiert bedeutet hierbei eine Zufuhr von mehr als 2.000 Milligramm am Tag. Dies kann die Bildung von Nierensteinen begünstigen. Wird Vitamin C intravenös verabreicht, kann es hoch dosiert zu Übelkeit und Erbrechen, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Benommenheit sowie Beinödemen führen. Für gesunde Menschen ist die Verabreichung jedoch meist unproblematisch.

    Welches Gemüse und Obst bei Erkältung? Diese Lebensmittel haben einen hohen Vitamin-C-Gehalt:

    • Beerenfrüchte, insbesondere Schwarze Johannisbeeren
    • Kräuter, etwa Petersilie
    • Paprika, insbesondere rote
    • Kohlgemüse wie Brokkoli, Rosenkohl oder Grünkohl
    • Zitrusfrüchte wie Grapefruit, Zitrone, Orange

    Wichtig

    Vitamin C reagiert empfindlich auf Hitze

    Durch langes Kochen oder Braten bei hohen Temperaturen kann sich das Vitamin verflüchtigen. Besser sind schonende Zubereitungsarten, zum Beispiel Brokkoli lieber dünsten als kochen.

    Zink bei Erkältung

    Auch das Spurenelement Zink ist ein wichtiger Baustein der Immunabwehr. Zink ist an mehr als 300 enzymatischen Prozessen beteiligt und gilt ebenso wie Vitamin C als Radikalfänger, der vor oxidativem Stress schützt. Eine Übersichtsstudie zeigt, dass Zink bei rascher Einnahme nach Erkältungsbeginn die Symptome abmildern und ihre Dauer um durchschnittlich zwei Tage verkürzen kann. Auch präventiv eingenommen verringert sich das Auftreten von Erkältungskrankheiten leicht. Hoch dosiert kann die Einnahme von Zink zu Nebenwirkungen führen, in Kombination mit anderen Arzneimitteln kann es zu Wechselwirkungen kommen. Besprechen Sie die Einnahme im Zweifelsfall daher mit Ihrem Arzt.

    Lebensmittel mit hohem Zink-Gehalt:

    • Schalentiere, insbesondere Austern und Garnelen
    • rotes Fleisch und Innereien, zum Beispiel Leber
    • Hülsenfrüchte und Getreide, etwa Sojabohnen und Haferflocken
    • Nüsse und Kerne, beispielsweise Sonnenblumen- und Kürbiskerne
    • Käse, besonders Emmentaler

    Wichtig

    Auch die Kombination ist relevant.

    Insbesondere bei Nahrungsergänzungsmitteln kann die Kombination über die Wirkung von Zink entscheiden. So kann eine gleichzeitige Einnahme von Eisen, Kupfer oder Calcium die Zinkaufnahme behindern.

    Scharf essen bei Erkältung: Helfen Ingwer, Chili & Co.?

    Gelegentlich hört man, dass scharfes Essen bei Erkältungen förderlich sein soll. Tatsächlich können scharfe Lebensmittel in einem gewissen Umfang die Symptome verringern. Lebensmittel, die Senföle enthalten (etwa Radieschen, Meerrettich oder Wasabi), steigen nicht nur gefühlt „in die Nase“, sondern regen hier auch die Durchblutung an und helfen so kurzfristig beim Durchatmen.

    Auch Chili wirkt durchblutungsfördernd und kann bei einem Gefühl von innerer Kälte wohltuend sein; zudem weisen Chilischoten einen hohen Gehalt an Vitamin C auf. Die Wurzelknolle Ingwer enthält ebenfalls bestimmte Scharfstoffe – Gingerole und Shogaole – die durchblutungsfördernd und schleimlösend wirken können. Somit hat zum Beispiel ein heißer Aufguss mit fein geschnittener Ingwerknolle seinen berechtigten Platz unter den Erkältungs-Hausmitteln.

    Dennoch gilt: Gut ist nur, was auch gut bekömmlich ist. Wer Halsschmerzen oder eine sensible Verdauung hat, darf sich mit scharfem Essen auch bei Erkältung zurückhalten.

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