Expertenforum - Minijob

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  • 01
    Minijob

    Hallo,

    eine Aushilfskraft wird bei uns eingestellt von Okt. 2021 bis März 2021 und hat im Oktober 36 Wochenstunden und 2.200 € Entgelt. Somit im Okboter sozialversicherungspflichtig. Ab November erfolgt die Beschäftigung als Minijob mit 7 Wochenstunden und einem monatlichen Entgelt von 420 €. Im November steht ihr eine tarifliche Jahressonderzahlung für das Jahr 2021 von 84 € zu. In 2022 erfolgt keine tarifliche Sonderzahlung. Müssen wir bei der Vorausberechnung nur die Monate Nov. und Dez. 2021 einbeziehen mit der Folge, dass diese mit der Jahressonderzahlung im Schnitt über 450 € monatlich liegen und somit in diesen beiden Monaten kein Minijob vorliegt oder können wir in diesem Fall die Berechnung von Nov. 2021 bis März 2022 einbeziehen mit dem Ergebnis, dass das monatliche Entgelt von Nov. bis März unter 450 € liegt?

     

  • 02
    RE: Minijob


    Guten Tag,
     
    Beschäftigungen, in der das monatliche Arbeitsentgelt im laufenden Kalenderjahr auf das Niveau eines 450-Euro-Minijobs reduziert wird, sind ab diesem Zeitpunkt versicherungsrechtlich neu zu beurteilen. Für die versicherungsrechtliche Beurteilung ermittelt der Arbeitgeber das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt unter Berücksichtigung aller zu erwartenden laufenden und einmaligen Einnahmen aus der Beschäftigung der nächsten 12 Monate.

    Einmalzahlungen, deren Anspruchsvoraussetzungen zu einem bestimmten Stichtag vorliegen, können hierbei zum Überschreiten der Geringfügigkeitsgrenze führen.
     
    Die versicherungs- und beitragsrechtliche Zuordnung einer Einmalzahlung, die nach einer Arbeitszeitreduzierung bei demselben Arbeitgeber gewährt wird, erfolgt grundsätzlich abhängig davon, wann der Anspruch auf diese Zahlung entstanden ist. Entscheidend ist, ob der Anspruch im Zeitpunkt der Auszahlung
     
    ·         allein im neuen Beschäftigungsabschnitt oder
    ·         im vorherigen Beschäftigungsabschnitt oder
    ·         in den unterschiedlichen Beschäftigungsabschnitten
     
    des maßgebenden Kalenderjahres entstanden ist. Für die Prüfung des Vorliegens eines 450-Euro-Minijobs sind insofern auch nur die Beträge einer Einmalzahlung zu berücksichtigen, die für diesen Beschäftigungsabschnitt zustehen.
     
    Wir unterstellen, dass die Sonderzahlung im November ausschließlich dem Minijob ab November zuzuordnen ist. Grundsätzlich ist eine vorausschauende Betrachtung der nächsten 12 Monate erforderlich, in Ihrem Fallbeispiel endet das Beschäftigungsverhältnis aber bereits zum 31.03.2022.

    Werden 5 Monate mit je 420 Euro plus Sonderzahlung von 84 Euro zu Grunde gelegt, wird die Geringfügigkeitsgrenze nicht überschritten. Die Beschäftigung ist - wenn die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sind - ab 01.11.2021 bis 31.03.2022 als geringfügig entlohnt zu melden.
     
    Mit freundlichen Grüßen
     
    Ihr Expertenteam
     

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