Abrechnung und Meldungen bei Kurzarbeit

Für die Dauer von konjunktureller oder saisonaler Kurzarbeit sind bei der Entgeltabrechnung zusätzliche Aufzeichnungspflichten gesetzlich geregelt. Auch bei der Übermittlung von Entgeltmeldungen für die Beschäftigten sind Besonderheiten zu beachten.

Entgeltunterlagen bei Kurzarbeit

Bei Arbeitsausfällen durch konjunkturelle oder saisonale Kurzarbeit müssen die Entgeltunterlagen wegen der Besonderheit bei der Beitragsberechnung neben dem tatsächlich erzielten Arbeitsentgelt (Ist-Entgelt) auch das Kurzarbeitergeld und das maßgebende Fiktiventgelt ausweisen. Ebenso sind die Daten, die im Rahmen des Meldeverfahrens zu übermitteln sind, zu erfassen.

Entgeltunterlagen und Beitragsabrechnungen dienen insbesondere dem Betriebsprüfdienst der Rentenversicherung. Arbeitgeber haben für jeden Beschäftigten nach Kalenderjahren getrennte Entgeltunterlagen zu führen.

Meldungen bei Kurzarbeit

Mit Unterbrechungs-, Veränderungs-, Jahres- beziehungsweise Abmeldungen übermittelt der Arbeitgeber stets das Arbeitsentgelt, nach dem die Beiträge zur Rentenversicherung bemessen werden. Dieser Grundsatz gilt uneingeschränkt auch für Zeiten des Bezugs von konjunkturellem und saisonalem Kurzarbeitergeld.

Bei Kurzarbeit muss der Arbeitgeber daher neben dem Ist-Entgelt auch das für die Berechnung der Beiträge zur Rentenversicherung maßgebende Fiktiventgelt des Arbeitnehmers mitteilen. Dies gilt unabhängig davon, dass der Arbeitgeber die Beiträge aus dem Fiktiventgelt allein aufbringt.

Beispiel: Meldungen und Kurzarbeit

Arbeitnehmer Frank Müller ist kranken-, pflege-, renten- und arbeitslosenversicherungspflichtig.

MonatSeptember 2019
Tarifliche Arbeitszeit168 Stunden
Tatsächliche Arbeitszeit120 Stunden
Kurzarbeit48 Stunden
Lohn je Stunde18 €
Kurzarbeitergeld je Ausfallstunde8 €

Im Meldeverfahren zur Sozialversicherung ist das Arbeitsentgelt zu übermitteln, nach dem die Beiträge zur Rentenversicherung bemessen werden.

Neben dem Ist-Entgelt in Höhe von 2.160 € werden auch aus einem Fiktiventgelt in Höhe von 691,20 € Rentenversicherungsbeiträge für Frank Müller berechnet. Für September 2019 ist im Meldeverfahren insgesamt ein Arbeitsentgelt von 2.851,20 € zu berücksichtigen.

Erzielen Arbeitnehmer Arbeitsentgelt im Übergangsbereich, so muss der Arbeitgeber bei konjunktureller oder saisonaler Kurzarbeit zusätzlich zur Angabe der reduzierten beitragspflichtigen Einnahme aus dem Ist-Entgelt auch das tatsächliche Ist-Entgelt erfassen. Zu übermitteln ist dieses im Feld „Entgelt Rentenberechnung“ im Datenbaustein „Meldesachverhalt“. In diesen Fällen muss der Arbeitgeber zusätzlich das für die Berechnung der Beiträge zur Rentenversicherung maßgebende Fiktiventgelt übermitteln.

Stand

Erstellt am: 01.07.2019

Alle Artikel im Thema
Zurück zum Thema

Weiteres zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Passende Informationen zum Thema Abrechnung und Meldungen

Beiträge zur Sozialversicherung

Die gesetzlichen Krankenkassen sind verantwortlich für den Einzug aller Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung (Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung und Pflegeversicherung). Die Beiträge leiten sie an die anderen Sozialversicherungsträger weiter.

Mehr erfahren
Kontakt zur AOK AOK/Region wählen
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Grafik e-mail
Melden Sie uns Ihr Anliegen, wir antworten umgehend oder rufen Sie zurück.