Überblick: Kurzarbeit und Schlechtwetterzeit

Kann im Betrieb aus konjunkturellen oder saisonalen Gründen wie schlechtem Wetter oder Schnee vorübergehend nicht gearbeitet werden, soll Kurzarbeitergeld den Verdienstausfall des Arbeitnehmers teilweise ausgleichen. Bei Kurzarbeit ist das Kurzarbeitergeld vom Arbeitgeber zu berechnen und dem Beschäftigten auszuzahlen.

Entlastung von Unternehmen durch Kurzarbeitergeld

Muss die regelmäßige Arbeitszeit im Betrieb aufgrund eines erheblichen Arbeitsausfalls vorübergehend verringert werden, sichert das Arbeitsförderungsrecht die Beschäftigungsverhältnisse von Arbeitnehmern durch Kurzarbeit. Sie ist ein bewährtes Instrument für Unternehmen, um in wirtschaftlich schwierigen Zeiten (wie jetzt aktuell in der Krise wegen des Coronavirus) die Kündigung von Mitarbeitern und damit auch den Verlust von erfahrenem Fachpersonal zu vermeiden.

Das Unternehmen muss Kurzarbeit und die Gründe für den Arbeitsausfall bei der Bundesagentur für Arbeit anzeigen. Das kann auf elektronischem Weg geschehen.

Der Arbeitgeber zahlt das Kurzarbeitergeld

Als Vergütung für den Entgeltausfall sieht das Arbeitsförderungsrecht während der Kurzarbeitsphase die Zahlung von Kurzarbeitergeld vor. Der Arbeitgeber berechnet das Kurzarbeitergeld und zahlt es den Arbeitnehmern aus. Das verauslagte Kurzarbeitergeld wird dem Unternehmen auf Antrag von der Agentur für Arbeit erstattet. Über Einzelheiten zu den jeweiligen Voraussetzungen erteilt die zuständige Agentur für Arbeit Auskunft.

Während der Zahlung von Kurzarbeitergeld bleibt die Mitgliedschaft als Arbeitnehmer bei der Krankenkasse bestehen. Bei der Berechnung der Beiträge und den zu übermittelnden Meldungen müssen Arbeitgeber Besonderheiten beachten. Dies gilt ebenso für den Fall, dass der Arbeitnehmer während Kurzarbeit arbeitsunfähig ist.

Ablehnung des Kurzarbeitergelds durch Arbeitsagentur

Nach Beendigung der Kurzarbeit prüft die Agentur für Arbeit abschließend, ob die Voraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld überhaupt vorlagen. Ergibt diese Prüfung, dass ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld nicht bestand, werden das Kurzarbeitergeld und die darauf entfallenden Beiträge vom Arbeitgeber zurückgefordert.

Durch diese Rückforderung werden die für Kurzarbeit geltenden versicherungs- und beitragsrechtlichen Beurteilungen grundsätzlich nicht rückwirkend beseitigt. Eine Besonderheit ergibt sich nur dann, wenn durch die Rückforderung des Kurzarbeitergeldes ein Anspruch auf Arbeitsentgelt für die ausgefallenen Arbeitsstunden tritt. In diesen Fällen ist dann – rückwirkend – eine erneute versicherungs- und beitragsrechtliche Beurteilung vorzunehmen.

Konjunkturelles Kurzarbeitergeld

Das konjunkturelle Kurzarbeitergeld dient besonders in Zeiten wirtschaftlicher Rezession, wie etwa in der aktuellen Krise wegen des Coronavirus, dazu, Beschäftigungsverhältnisse in dem von Arbeitsausfall betroffenen Betrieb aufrechtzuerhalten.

Schlechtwetterzeit löst Saison-Kurzarbeitergeld aus

Besonders für Unternehmen des Baugewerbes hängt die Auftragslage auch stark von der Jahreszeit ab. Das Saison-Kurzarbeitergeld (früher Schlechtwettergeld) dient hier dazu, der Arbeitslosigkeit in den Wintermonaten, in der sogenannten Schlechtwetterzeit, entgegenzuwirken. Saison-Kurzarbeitergeld kann bei der Agentur für Arbeit elektronisch beantragt werden.

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Zuletzt aktualisiert: 01.01.2022

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