Konjunkturelles und saisonales Kurzarbeitergeld

Bei vorübergehendem Arbeitsausfall sieht das Arbeitsförderungsrecht die Zahlung von Kurzarbeitergeld vor – wie in der Coronakrise. Man unterscheidet konjunkturelles und saisonales Kurzarbeitergeld.

Konjunkturelles Kurzarbeitergeld

Konjunkturelle oder strukturelle Störungen der Gesamtwirtschaft können bei Unternehmen vorübergehende Arbeitsausfälle bewirken. Arbeitnehmer haben dann Anspruch auf konjunkturelles Kurzarbeitergeld, wenn

  • ein erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall vorliegt (also im Monat mindestens 10 Prozent Beschäftigten von einem Ausfall von mehr als 10 Prozent des Bruttoentgelts betroffen sind),
  • betriebliche Voraussetzungen erfüllt sind (also mindestens ein Arbeitnehmer im Betrieb oder der Betriebsabteilung sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist) und
  • persönliche Voraussetzungen erfüllt sind
    • (es besteht eine arbeitslosenversicherungspflichtige Beschäftigung
    • das Arbeitsverhältnis ist nicht gekündigt oder aufgelöst
    • der Arbeitnehmer ist nicht vom Bezug von Kurzarbeitergeld ausgeschlossen (ausgeschlossen sind beispielsweise Bezieher von Krankengeld).
  • Zudem muss der Arbeitgeber den Arbeitsausfall der zuständigen Agentur für Arbeit anzeigen.

Die unterschiedlichen Voraussetzungen für die Zahlung von Kurzarbeitergeld finden Sie hier auf den Webseiten der Bundesagentur für Arbeit.

Konjunkturelles Kurzarbeitergeld wird längstens für zwölf Monate gezahlt. Wenn innerhalb der Bezugsdauer für einen zusammenhängenden Zeitraum von mindestens einem Monat kein Kurzarbeitergeld gezahlt wird, verlängert sich die Dauer um den entsprechenden Zeitraum.

Saisonales Kurzarbeitergeld

Das saisonale Kurzarbeitergeld (Saison-Kurzarbeitergeld) ist eine Sonderform des Kurzarbeitergelds für Betriebe des Baugewerbes (auch Dachdeckerhandwerk und Garten- und Landschaftsbau).

Saison-Kurzarbeitergeld wird dem Arbeitnehmer nach vorheriger Auflösung von etwaigem Arbeitszeitguthaben in der Schlechtwetterzeit, in der es häufig zu witterungsbedingten Arbeitsausfällen kommt, gewährt.

Schlechtwetterzeit ist die Zeit vom 1. Dezember bis 31. März. Für das Gerüstbaugewerbe gilt bis zum 31. Dezember 2021 als Schlechtwetterzeit die Zeit vom 1. November bis 31. März.

Saison geht vor Konjunktur

Der Bezug von Saison-Kurzarbeitergeld geht dem Bezug von konjunkturellem Kurzarbeitergeld vor. Während der Schlechtwetterzeit kann also auch bei konjunkturell bedingtem Arbeitsausfall in Betrieben des Baugewerbes ausschließlich Kurzarbeitergeld in Form von Saison-Kurzarbeitergeld bezogen werden. Hierzu zählen auch das Dachdeckerhandwerk und Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus.

Mit Beginn des vom Arbeitgeber angezeigten Arbeitsausfalls haben beschäftigte Arbeitnehmer im Baugewerbe in der Schlechtwetterzeit Anspruch auf Saison-Kurzarbeitergeld, wenn

  • der Arbeitsausfall erheblich ist (wenn er auf witterungsbedingten oder wirtschaftlichen Gründen oder einem unabwendbaren Ereignis beruht, vorübergehend und nicht vermeidbar ist, beispielsweise Winterzeit mit starkem Schneefall),
  • betriebliche (siehe Erläuterungen zu konjunkturellem Kurzarbeitergeld) und
  • persönliche Voraussetzungen (siehe Erläuterungen zu konjunkturellem Kurzarbeitergeld) erfüllt sind.
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Broschüre: Kurzarbeit und Schlechtwetter

Weitere Fachinformationen für Arbeitgeber zum Thema Kurzarbeit und Schlechtwetter finden Sie in der aktualisierten AOK-Broschüre zum Download. 

Stand

Zuletzt aktualisiert: 16.03.2020

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