Konjunkturelles und saisonales Kurzarbeitergeld

Bei vorübergehendem Arbeitsausfall sieht das Arbeitsförderungsrecht die Zahlung von Kurzarbeitergeld vor – wie in der Coronakrise. Man unterscheidet konjunkturelles und saisonales Kurzarbeitergeld.

Konjunkturelles Kurzarbeitergeld

Konjunkturelle oder strukturelle Störungen der Gesamtwirtschaft können bei Unternehmen vorübergehende Arbeitsausfälle bewirken. Arbeitnehmer haben dann Anspruch auf konjunkturelles Kurzarbeitergeld, wenn

  • ein erheblicher Arbeitsausfall mit Entgeltausfall vorliegt,
  • betriebliche Voraussetzungen erfüllt sind (also mindestens ein Arbeitnehmer im Betrieb oder der Betriebsabteilung sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist) und
  • persönliche Voraussetzungen erfüllt sind
    • es besteht eine arbeitslosenversicherungspflichtige Beschäftigung
    • das Arbeitsverhältnis ist nicht gekündigt oder aufgelöst
    • der Arbeitnehmer ist nicht vom Bezug von Kurzarbeitergeld ausgeschlossen (ausgeschlossen sind beispielsweise Bezieher von Krankengeld).

Aufgrund von Sonderregelungen zum vereinfachten Zugang zum Kurzarbeitergeld infolge der Coronapandemie müssen bei einem erheblichen Arbeitsausfall mit Entgeltausfall im Monat mindestens 10 Prozent der Beschäftigten von einem Ausfall von mehr als 10 Prozent des Bruttoentgelts betroffen sein, ansonsten muss mindestens ein Drittel der Beschäftigten vom Entgeltausfall betroffen sein. Diese Sonderregelung wurde zuletzt bis zum 30. Juni 2023 verlängert. Auch Leiharbeitnehmer haben bis zu diesem Zeitpunkt Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

Zudem muss der Arbeitgeber den Arbeitsausfall der zuständigen Agentur für Arbeit anzeigen.

Die unterschiedlichen Voraussetzungen für die Zahlung von Kurzarbeitergeld finden Sie hier auf den Webseiten der Bundesagentur für Arbeit.

Saisonales Kurzarbeitergeld

Das saisonale Kurzarbeitergeld (Saison-Kurzarbeitergeld) ist eine Sonderform des Kurzarbeitergelds für Betriebe des Baugewerbes (auch Dachdeckerhandwerk und Gerüstbauhandwerk sowie für Garten- und Landschaftsbaubetriebe).

Saison-Kurzarbeitergeld wird dem Arbeitnehmer nach vorheriger Auflösung von etwaigem Arbeitszeitguthaben in der Schlechtwetterzeit, in der es häufig zu witterungsbedingten Arbeitsausfällen kommt, gewährt.

Schlechtwetterzeit ist die Zeit vom 1. Dezember bis 31. März.

Saison geht vor Konjunktur

Der Bezug von Saison-Kurzarbeitergeld geht dem Bezug von konjunkturellem Kurzarbeitergeld vor. Während der Schlechtwetterzeit kann also auch bei konjunkturell bedingtem Arbeitsausfall in Betrieben des Baugewerbes ausschließlich Kurzarbeitergeld in Form von Saison-Kurzarbeitergeld bezogen werden. Hierzu zählen auch das Dachdecker und Gerüstbauhandwerk sowie Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus.

Mit Beginn des vom Arbeitgeber angezeigten Arbeitsausfalls haben beschäftigte Arbeitnehmer im Baugewerbe in der Schlechtwetterzeit Anspruch auf Saison-Kurzarbeitergeld, wenn

  • der Arbeitsausfall erheblich ist (wenn er auf witterungsbedingten oder wirtschaftlichen Gründen oder einem unabwendbaren Ereignis beruht, vorübergehend und nicht vermeidbar ist, beispielsweise Winterzeit mit starkem Schneefall),
  • betriebliche (siehe Erläuterungen zu konjunkturellem Kurzarbeitergeld) und
  • persönliche Voraussetzungen (siehe Erläuterungen zu konjunkturellem Kurzarbeitergeld) erfüllt sind.
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Weitere Fachinformationen für Arbeitgeber zu den Themen Kurzarbeit und Schlechtwetter finden Sie in der aktuellen AOK-Broschüre.

Stand

Zuletzt aktualisiert: 04.01.2023

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