

















Fehlzeiten-Report 2025
Anteil der Krankmeldungen pro Arbeitstag
Hauptursachen für Krankmeldungen und Fehltage
Durchschnittlicher Krankenstand pro Arbeitstag nach Region in Sachsen (in %)
Durchschnittlicher Krankenstand pro Arbeitstag nach Region in Thüringen (in %)
Wie Unternehmen ihre Mitarbeitenden unterstützen können
Fokusthema KI und Gesundheit
Der Fehlzeiten-Report 2025 befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Arbeitswelt. Fazit: Beschäftigte sorgen sich einerseits wenig, ihr Wissen über KI sei allerdings auch noch begrenzt. 91 Prozent der Befragten zeigten sich „eher nicht“ oder „gar nicht“ besorgt, dass die KI eine Gefährdung des eigenen Arbeitsplatzes darstelle. Experten in Sachen KI sind in den Unternehmen allerdings noch klar in der Minderheit (5 Prozent). An Fortbildungen zur KI haben bisher nur 40 Prozent der Beschäftigten teilgenommen.
Mit Blick auf die Betriebliche Gesundheitsförderung bietet die Verbreitung von KI in den Unternehmen viele Möglichkeiten, Beschäftigte besser zu erreichen. Arbeitgeber erhalten Anregungen dazu im Video des AOK Online-Seminars zum Thema „KI und Arbeit – wie uns die digitale Transformation beeinflusst“.
Ursachen für hohe Krankenstände
Der Fehlzeiten-Report 2025 zeigt, dass über ein Drittel der AU-Fälle von AOK-Versicherten (36 Prozent) auf Atemwegserkrankungen zurückzuführen ist.
Die insgesamt gestiegene Zahl der Fehltage führen die Fachleute auch auf die Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) zurück, mit der eine vollständigere Erfassung der AU-Bescheinigungen einhergeht. Zuvor waren die AU-Bescheinigungen der Versicherten nicht vollständig der Krankenkasse vorgelegt worden, vermuten die Autoren.
Einen Höchststand der Krankmeldungen gab es von September 2024 bis März 2025. Das sei auf eine Infektionswelle (Erkältungen und COVID-19-Fälle) zurückzuführen. Die durchschnittliche Erkrankungsdauer lag bei den Atemwegsinfekten 2024 bei 5,9 Tagen je beschäftigtem AOK-Mitglied.
Definition: Fehlzeiten durch Krankenstand
Fehlzeiten sind per Definition des in Stunden oder Tagen gemessene Abwesenheiten der Mitarbeitenden vom Arbeitsplatz. Dabei gibt es verschiedene Arten von Fehlzeiten. Neben krankheitsbedingten Abwesenheiten gibt es Abwesenheiten durch Fortbildung und Zusatzurlaub oder sogenannte motivational bedingte Abwesenheiten, die ein Anzeichen für fehlende Arbeitszufriedenheit sein können. Solche „Minusstunden“ werden allerdings bei Fehlzeitenstatistiken ebenso wenig berücksichtigt wie Fehlzeiten durch Zusatzurlaub oder Weiterbildung.
Es geht im Fehlzeiten-Report der AOK-Gemeinschaft vielmehr darum, durch die systematische Untersuchung von Arbeitsunfähigkeit, die meist durch Krankheit verursacht wird, Rückschlüsse über den Gesundheitszustand von Beschäftigten zu ziehen.
Viele Faktoren beeinflussen den Krankenstand
Gesunde Bedingungen im Betrieb zu fördern hilft, krankheitsbedingte Fehlzeiten zu vermeiden oder gering zu halten. Auch das gesundheitsgerechte Verhalten der Beschäftigten wird dadurch gestärkt. Ein gutes Betriebsklima trägt beispielsweise dazu bei, dass Mitarbeitende eher bereit sind, krankheitsbedingte Ausfälle durch Mehrarbeit zu kompensieren. Gesunde Führung und eine konstruktive Fehlerkultur sind weitere wichtige Bausteine.
Auch eine Analyse der Fehlzeiten hilft dabei, den Krankenstand zu senken: Sie gehört in den meisten Unternehmen aus gutem Grund zum Alltag, da sie viele Ansatzpunkte bietet, um mögliche Probleme zu erkennen. Unternehmensstatistiken allein lassen aber noch keine belastbaren Rückschlüsse zu. Hier können Krankenkassen mit Ursachen- und Krankenstandsanalysen weiterhelfen. Zudem bedarf es der fachkundigen Auswertung und Interpretation der Ergebnisse, um zielführende Maßnahmen ableiten zu können.
Es ist eine der wichtigsten Aufgaben einer Unternehmensleitung, die krankheitsbedingten Fehlzeiten im Unternehmen unter die Lupe zu nehmen und daraus Schlüsse für ein gesundes Unternehmen zu ziehen. Dabei kann die Analyse der AOK eine gute Basis für Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung sein.
Die Ergebnisse im Einzelnen
Sachsen: Von den berufstätigen Versicherten der AOK PLUS waren im vergangenen Jahr 66,9 Prozent mindestens einmal krankgeschrieben. 2024 lag dieser Wert noch bei 67,5 Prozent. Ebenfalls leicht gesunken ist die durchschnittliche Dauer der Krankschreibungen und lag 2025 bei 11,3 Tagen. Regional zeigen sich Unterschiede: Am höchsten war der Krankenstand in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen (jeweils 7,2 Prozent) sowie in den Kreisen Görlitz und Bautzen (7,1 Prozent). Am niedrigsten fiel er in Dresden (6,1 Prozent) und Chemnitz (6,3 Prozent) aus.
Thüringen: Von den berufstätigen Versicherten der AOK PLUS waren im vergangenen Jahr 68,8 Prozent mindestens einmal krankgeschrieben. Das ist ein leichter Rückgang im Vergleich zu 2024, als die Arbeitsunfähigkeitsquote bei 68,9 Prozent gelegen hatte. Ebenfalls leicht gesunken ist die durchschnittliche Dauer der Krankschreibungen: Diese lag im Jahr 2025 bei 11,5 Kalendertagen (und war damit um 1,7 Prozent geringer als im Jahr 2024). Am höchsten war der Krankenstand im Kyffhäuserkreis (8,1 Prozent) sowie im Kreis Hildburghausen (8 Prozent). Am niedrigsten fiel er in Jena (6,5 Prozent) sowie Erfurt, Greiz, Weimar und im Saale-Orla-Kreis (jeweils 7 Prozent) aus.

„Niemand wird freiwillig krank. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zeigt heute transparenter als früher, wie hoch die Belastungen im Arbeitsalltag sind. Wir müssen als Gesellschaft die Ursachen für den hohen Krankenstand verstehen und gemeinsam daran arbeiten, ihn zu senken. Entscheidend ist: Statt politischer Schuldzuweisungen brauchen wir einen klaren Blick auf die tatsächlichen Ursachen. Viele Unternehmen arbeiten bereits daran, gesunde Arbeitsbedingungen für ihre Beschäftigten zu schaffen. Unser gemeinsames Ziel muss sein, dass Menschen länger gesund leben und arbeiten können. Pauschale Schuldzuweisungen gegen die Krankgeschriebenen helfen dabei nicht.“
Gesundheit fördern – bei der Arbeit und im Alltag
Ein Eckpfeiler für mehr gesunde Jahre ist das betriebliche Gesundheitsmanagement. Die AOK PLUS hat im vergangenen Jahr zahlreiche Unternehmen dabei unterstützt, die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden zu stärken – etwa durch eine bessere Arbeitsorganisation, ergonomische Arbeitsplätze, mehr Bewegung im Arbeitsalltag, Veränderungen in der Führungskultur oder Angebote zur Stärkung der psychischen Gesundheit.
„Viele Ursachen für Krankschreibungen lassen sich vermeiden – auch durch einen gesunden Lebensstil im Alltag “, so Dr. Stefan Knupfer. „Wer heute in die eigene Gesundheit investiert, profitiert langfristig davon. Wir begleiten unsere Versicherten dabei als Gesundheitslotsin.“ Die AOK PLUS unterstützt ihre Kundinnen und Kunden dabei. So stehen den Kundinnen und Kunden der AOK PLUS jährlich Gutscheine für zwei kostenfreie Gesundheitskurse zur Verfügung. Zusätzlich ist die App „AOK NAVIDA“ eine digitale Begleiterin im Alltag, die mit leicht zugänglichen Challenges zu regelmäßiger Bewegung und bewusster Ernährung motiviert, sowie gesunden Schlaf und Entspannung fördert.
Zahl von Kurzzeit-Krankschreibungen gestiegen
Auffällig ist der Anstieg bei kurzen Krankschreibungen von ein bis drei Tagen. Ihr Anteil stieg von 33,8 Prozent im Jahr 2024 auf 35,6 Prozent im Jahr 2025. „Oft reichen ein paar Tage Ruhe, um wieder vollständig fit zu werden. Für Arbeitgeber kann das ebenfalls positiv sein, weil längere Ausfallzeiten teilweise vermieden werden“, sagt Stefan Knupfer.
Langzeiterkrankungen von mehr als sechs Wochen machen weiterhin nur 3,5 Prozent aller Fälle aus, verursachen jedoch aufgrund ihrer Dauer rund 39 Prozent aller Krankentage.
Ursachen für Krankschreibungen bleiben unverändert
Die häufigste Ursache für Krankschreibungen bleiben Atemwegserkrankungen. Ihr Anteil lag 2025 bei 28,3 Prozent (2024: 28,2 Prozent). Es folgen Muskel- und Skeletterkrankungen mit 12,1 Prozent (2024: 12,2 Prozent), Verdauungserkrankungen mit 7,3 Prozent (2024: 7,4 Prozent) sowie psychische Erkrankungen mit 5,8 Prozent (2024: 5,6 Prozent).
Unterstützung der AOK
Die AOK hat große Erfahrung mit Krankenstands- und Ursachenanalysen in Unternehmen. Altersstufen, Geschlecht, Lohnfortzahlungszeit und Krankengeldbezugszeit werden differenziert dargestellt. Diagnosegruppen ohne Personenbezug, aber sofern möglich nach Abteilungen, geben Aufschluss über die Ursachen der krankheitsbedingten Fehlzeiten. Dabei wird höchster Wert auf Datenschutz gelegt. Firmenspezifische Daten können mit anderen Durchschnittswerten, etwa aus derselben Branche, verglichen werden. Unsere Fachleute helfen gern weiter.
