Überblick: Pflegeversicherung und Pflegezeit

Die soziale Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung zur Absicherung finanzieller Risiken im Fall von Pflegebedürftigkeit. Gesetzlich Krankenversicherte sind bei der Pflegekasse ihrer Krankenkasse versichert. Beschäftigte sind außerdem oft gefordert, die Pflege ihrer Angehörigen mit dem Beruf zu vereinbaren.

Pflegeversicherung folgt Krankenversicherung

In der Pflegeversicherung gilt der Grundsatz „Pflegeversicherung folgt Krankenversicherung“. Wer in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, wird automatisch in die soziale Pflegeversicherung einbezogen. Das erfolgt über die Pflegekasse der Krankenkasse, bei der er krankenversichert ist.

Auch für freiwillig Versicherte einer gesetzlichen Krankenkasse besteht Versicherungspflicht in der sozialen Pflegeversicherung. Sie können sich aber innerhalb der ersten drei Monate der freiwilligen Krankenversicherung davon befreien lassen, wenn sie nachweisen, dass sie eine private Pflegepflichtversicherung abgeschlossen haben.

Wer privat krankenversichert ist, unterliegt der Versicherungspflicht in der privaten Pflegeversicherung. Wer aus der Versicherungspflicht ausgeschieden ist, zum Beispiel weil der Wohnsitz ins Ausland verlegt wurde, kann sich auf Antrag freiwillig in der sozialen Pflegeversicherung einer gesetzlichen Krankenkasse versichern.

Beiträge zur Pflegeversicherung

Arbeitgeber und Beschäftigte finanzieren durch ihre Beiträge gemeinsam die Pflegeversicherung. Der Beitragssatz beträgt seit 1. Juli 2023 3,4 Prozent vom Arbeitsentgelt. Arbeitgeber und Beschäftigte tragen hiervon jeweils die Hälfte, also 1,7 Prozent. Kinderlose ab dem 23. Lebensjahr leisten einen Beitragszuschlag in Höhe von 0,6 Prozent seit 1. Juli 2023, insgesamt also einen Beitrag von 4 Prozent. Für Beschäftigte mit mehreren Kindern gibt es seit Juli 2023 Abschläge.

Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

Im Pflegezeitgesetz hat der Gesetzgeber arbeitsrechtliche Regelungen getroffen, um Beschäftigten die Vereinbarkeit von Beruf und familiären Pflegeaufgaben zu erleichtern. Beschäftigte, die nahe Angehörige pflegen, können demnach Pflegezeit oder Familienpflegezeit in Anspruch nehmen. Der Arbeitgeber stellt den oder die Beschäftigte dazu für eine befristete Zeit ganz oder teilweise von der Arbeit frei.

Darüber hinaus gibt es noch die sogenannte kurzzeitige Arbeitsverhinderung. In diesem Fall stellt der Arbeitgeber die Beschäftigten für bis zu zehn Arbeitstage frei, damit sie kurzfristig die Pflege eines nahen Angehörigen organisieren können.

Stand

Zuletzt aktualisiert: 01.01.2024

Alle Artikel im Thema
Zurück zum Thema
Zurück
Weiteres zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren

Passende Informationen zum Thema Überblick: Pflegeversicherung und Pflegezeit

Meldung zur Sozialversicherung

Der Arbeitgeber meldet versicherungspflichtig Beschäftigte bei der zuständigen Krankenkasse an und gibt weitere Meldungen dorthin ab. Die Meldungen werden direkt aus den Entgeltabrechnungsprogrammen oder mittels maschineller Ausfüllhilfen erstellt.

Mehr erfahren
Care4Care fördert die Gesundheit von Pflegepersonal

Ob Stärkung von Resilienz oder gesunde Organisationskultur – das von der AOK geförderte Programm Care4Care bietet viele gesundheitsorientierte Trainings, Workshops und Coachings für Pflege- und Führungskräfte. Ziel ist, die Gesundheit und Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in der Pflege zu verbessern.

Mehr erfahren
Tipps zum rückenschonenden Heben und Tragen

Wer bei der Arbeit häufig Lasten zu heben hat, sollte besonders auf eine rückenschonende Arbeitsweise achten. Dabei gibt es einige Tipps zu beachten.

Mehr erfahren
Kontakt zur AOK Baden-Württemberg
Grafik Ansprechpartner

Persönlicher Ansprechpartner

Wählen Sie den passenden Ansprechpartner für Ihr Anliegen.
Grafik e-mail

Kontaktformular

Haben Sie allgemeine Fragen oder Wünsche? Wir sind gerne für Sie da!
Grafik Firmenkundenservice

Weitere Kontakt- und Bankdaten

Adressen und Bankverbindungen sowie die Betriebsnummer Ihrer AOK Baden-Württemberg stehen hier für Sie bereit.