Überblick: Pflegeversicherung und Pflegezeit

Die soziale Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung zur Absicherung finanzieller Risiken im Fall von Pflegebedürftigkeit. Gesetzlich Krankenversicherte sind bei der Pflegekasse ihrer Krankenkasse versichert. Beschäftigte sind außerdem oft gefordert, die Pflege ihrer Angehörigen mit dem Beruf zu vereinbaren.

Pflegeversicherung folgt Krankenversicherung

In der Pflegeversicherung gilt der Grundsatz „Pflegeversicherung folgt Krankenversicherung“. Wer in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, wird automatisch in die soziale Pflegeversicherung einbezogen. Das erfolgt über die Pflegekasse der Krankenkasse, bei der er krankenversichert ist.

Auch für freiwillig Versicherte einer gesetzlichen Krankenkasse besteht Versicherungspflicht in der sozialen Pflegeversicherung. Sie können sich aber innerhalb der ersten drei Monate der freiwilligen Krankenversicherung davon befreien lassen, wenn sie nachweisen, dass sie eine private Pflegepflichtversicherung abgeschlossen haben.

Wer privat krankenversichert ist, unterliegt der Versicherungspflicht in der privaten Pflegeversicherung. Wer aus der Versicherungspflicht ausgeschieden ist, zum Beispiel weil der Wohnsitz ins Ausland verlegt wurde, kann sich auf Antrag freiwillig in der sozialen Pflegeversicherung einer gesetzlichen Krankenkasse versichern.

Beiträge zur Pflegeversicherung

Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanzieren durch ihre Beiträge gemeinsam die Pflegeversicherung. Der Beitragssatz beträgt für 2021 3,05 Prozent vom Arbeitsentgelt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen hiervon jeweils die Hälfte, also 1,525 Prozent. Kinderlose Arbeitnehmer ab dem 23. Lebensjahr leisten einen Beitragszuschlag in Höhe von 0,25 Prozent.

Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

Im Pflegezeitgesetz hat der Gesetzgeber arbeitsrechtliche Regelungen getroffen, um Beschäftigten die Vereinbarkeit von Beruf und familiären Pflegeaufgaben zu erleichtern. Beschäftigte, die einen nahen Angehörigen pflegen, können demnach Pflegezeit oder Familienpflegezeit in Anspruch nehmen. Der Arbeitgeber stellt seinen Arbeitnehmer dazu für eine befristete Zeit ganz oder teilweise von der Arbeit frei.

Darüber hinaus gibt es noch die sogenannte kurzzeitige Arbeitsverhinderung. In diesem Fall stellt der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter für bis zu zehn Arbeitstage frei, damit er kurzfristig die Pflege eines nahen Angehörigen organisieren kann.

Passendes zum Thema
Broschüre: Pflegeversicherung

Weitere Fachinformationen für Arbeitgeber zum Thema Pflegeversicherung finden Sie in der AOK-Broschüre.

Stand

Zuletzt aktualisiert: 01.01.2021

Zurück zum Thema
Alle Artikel im Thema

Weiteres zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Passende Informationen zum Thema Überblick: Pflegeversicherung und Pflegezeit

Mutterschutz und Ausgleichsverfahren

Frauen genießen während der Schwangerschaft und nach der Entbindung einen besonderen Schutz. Mit dem Ausgleichsverfahren (U2) werden Arbeitgeber von den Kosten entlastet.

Mehr erfahren
Digitale Technik nutzen, Pflegekräfte entlasten

Technische Hilfsmittel wie Service- und Transportroboter entlasten Pflegepersonal bei körperlichen Tätigkeiten, sind aber noch nicht flächendeckend im Einsatz. Sogenannte Kuschelroboter sehen Pflegekräfte eher kritisch.

Mehr erfahren
Minijob- und Übergangsbereichsrechner 2019

Der praktische Minijob- und Übergangsbereichsrechner ermittelt die Bezüge im Jahr 2019 für geringfügige Beschäftigungen bis 450 Euro (Minijobs) und Tätigkeiten in der bisherigen Gleitzone und seit 1. Juli 2019 auch im Übergangsbereich (Midijobs).

Mehr erfahren
Kontakt zur AOK Niedersachsen AOK/Region ändern
Grafik Ansprechpartner
Ihr Ansprechpartner steht Ihnen gerne für Ihre Fragen zur Verfügung.
Telefon Icon
0800 0265637
Die Servicehotline für Arbeitgeber. Wir sind täglich rund um die Uhr persönlich für Sie da und beraten Sie gern.
Grafik Firmenkundenservice
Wir rufen Sie gern zu Ihrem Wunschtermin an.