Überblick: Pflegeversicherung und Pflegezeit

Die soziale Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung zur Absicherung finanzieller Risiken im Fall von Pflegebedürftigkeit. Gesetzlich Krankenversicherte sind bei der Pflegekasse ihrer Krankenkasse versichert. Zusätzlich sind Beschäftigte oft gefordert, die Pflege ihrer Angehörigen mit dem Beruf zu vereinbaren.

Pflegeversicherung folgt Krankenversicherung

In der Pflegeversicherung gilt der Grundsatz „Pflegeversicherung folgt Krankenversicherung“. Wer in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, wird automatisch in die soziale Pflegeversicherung einbezogen. Das erfolgt über die Pflegekasse der Krankenkasse, bei der er krankenversichert ist.

Auch für freiwillig Versicherte einer gesetzlichen Krankenkasse besteht Versicherungspflicht in der sozialen Pflegeversicherung. Sie können sich aber innerhalb der ersten drei Monate der freiwilligen Krankenversicherung davon befreien lassen, wenn sie nachweisen, dass sie eine private Pflegepflichtversicherung abgeschlossen haben.

Wer privat krankenversichert ist, unterliegt der Versicherungspflicht in der privaten Pflegeversicherung. Wer aus der Versicherungspflicht ausgeschieden ist, zum Beispiel weil der Wohnsitz ins Ausland verlegt wurde, kann sich auf Antrag freiwillig in der sozialen Pflegeversicherung einer gesetzlichen Krankenkasse versichern.

Beiträge zur Pflegeversicherung

Arbeitgeber und Arbeitnehmer finanzieren durch ihre Beiträge gemeinsam die Pflegeversicherung. Der Beitragssatz beträgt für 2019 3,05 Prozent vom Arbeitsentgelt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen hiervon jeweils die Hälfte, also 1,525 Prozent. Kinderlose Arbeitnehmer ab dem 23. Lebensjahr leisten einen Beitragszuschlag in Höhe von 0,25 Prozent.

Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

Unabhängig von der Pflegeversicherung hat der Gesetzgeber für Beschäftigte eine bessere Vereinbarkeit von familiären Pflegeaufgaben und beruflichen Pflichten geregelt. Wenn Beschäftigte einen nahen Angehörigen pflegen, können sie demnach Pflegezeit oder Familienpflegezeit in Anspruch nehmen. Das bestimmt das Pflegezeitgesetz, eine arbeitsrechtliche Regelung. Dazu stellt der Arbeitgeber seinen Beschäftigten befristet ganz oder teilweise von der Arbeit frei.

Darüber hinaus wurde noch die sogenannte kurzzeitige Arbeitsverhinderung eingeführt. In diesem Fall stellt der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter für bis zu zehn Arbeitstage frei, damit er kurzfristig die Pflege seines nahen Angehörigen organisieren kann.

Das könnte nützlich sein
Broschüre: Pflegeversicherung

Weitere Fachinformationen für Arbeitgeber zum Thema Pflegeversicherung finden Sie in der AOK-Broschüre.

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