Entschädigung bei Betreuung von Kindern in der Coronapandemie

Wenn Mitarbeiter der Arbeit fernbleiben, weil sie ihre Kinder betreuen müssen, können gesetzlich Versicherte weiterhin Kinderkrankengeld erhalten.

Kinderkrankentage für gesetzlich versicherte Eltern

Der Gesetzgeber hat die Ausnahmeregelung zu den Kinderkrankentage auch für das Jahr 2023 verlängert. Das haben Bundestag und Bundesrat am 16. September 2022 beschlossen. Gesetzlich versicherte Eltern mit Anspruch auf Krankengeld können somit weiterhin für die Tage, die sie ihre Kinder betreuen müssen, Kinderkrankentage nehmen – unabhängig davon, ob ihre Kinder krank sind.

Arbeitgeber müssen für diese Tage in der Regel keine Entgeltfortzahlung leisten, das ist meist arbeitsvertraglich ausgeschlossen. Die Eltern können stattdessen bei ihrer Krankenkasse Kinderkrankengeld beantragen. Die Krankenkassen erhalten als Ausgleich einen Bundeszuschuss.

Kinderkrankentage erhöht

Der Anspruch besteht für die Kalenderjahre 2021, 2022 und 2023, wenn

  • Einrichtungen zur Betreuung von Kindern, Schulen oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderung von der zuständigen Behörde auf Grund des Infektionsschutzgesetzes auf Grund einer Absonderung nicht betreten werden dürfen, oder
  • wenn von der zuständigen Behörde aus Gründen des Infektionsschutzes Schul- oder Betriebsferien angeordnet oder verlängert werden oder
  • die Präsenzpflicht in einer Schule aufgehoben wird oder der Zugang zum Kinderbetreuungsangebot eingeschränkt wird,
  • oder das Kind auf Grund einer behördlichen Empfehlung die Einrichtung nicht besucht.

Der Anspruch auf Kinderkrankentage pro Jahr für 2021, 2022 und 2023 für gesetzlich Versicherte wurde ausgedehnt:

  • 30 Tage pro Kind und Elternteil
  • maximal 65 Tage pro Elternteil bei mehr als zwei Kindern
  • 60 Tage pro Kind für Alleinerziehende
  • maximal 130 Tage für Alleinerziehende für mehr als zwei Kinder

Höhe des Kinderkrankentagegelds

Die AOK zahlt ihren Versicherten bis zu 90 Prozent des ausgefallenen Nettoverdienstes (bis zur Beitragsbemessungsgrenze) Es sind sogar 100 Prozent, sofern sie in den letzten 12 Kalendermonaten vor dem Krankengeldbezug Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld erhalten haben.

Das Kinderkrankengeld darf jedoch 70 Prozent der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung nicht übersteigen (2022: 112,88 Euro).

aok.de
Kinderkrankengeld beantragen

Welche Voraussetzungen gelten und wie Arbeitnehmer genau Kinderkrankengeld bei ihrer AOK beantragen können.

Keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld haben gesetzlich Versicherte, die selbst in Quarantäne sind und Anspruch auf eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz haben.

Kinderkrankentage und Sozialversicherung

Für die Tage, die Arbeitnehmer Kinderkrankengeld erhalten, sind sie beitragsfrei krankenversichert. Um den Versicherungsschutz in den anderen Sozialversicherungszweige aufrechtzuerhalten, zahlen sie von ihrem Kinderkrankengeld Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Für die Arbeitgeberanteile kommt die Krankenkasse auf, die auch die Beiträge an den jeweiligen Sozialversicherungsträger weiterleitet.

Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz

Nicht gesetzlich versicherte oder beihilfeberechtigte Eltern haben keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld. Für sie gab es die Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz. Diese Regelung ist ausgelaufen.

Stand

Zuletzt aktualisiert: 27.09.2022

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