#Nahrungsergänzungsmittel am 25.06.2020

Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft: Was ist notwendig?

Du bist schwanger und fragst dich, wie du dein Kind optimal mit Nährstoffen versorgen kannst? Welche Vitamine und Mineralstoffe du brauchst und wann Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft sinnvoll sind.

Das Angebot an Nahrungsergänzungsmittelnfür werdende Mütter ist groß: Es gibt Fruchtsäfte, Kapseln und Tabletten, die verschiedene Vitamine, Mineralstoffe oder ungesättigte Fettsäuren enthalten. Doch sind solche Präparate für Schwangere wirklich notwendig? Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Wenn du dich ausgewogen ernährst erhältst du in der Regel fast alle Nährstoffe, die wichtig für dein ungeborenes Kind sind – einen Mineralstoff und ein Vitamin solltest du jedoch zusätzlich als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Um welche es sich handelt, erfährst du hier.

Diesen Nährstoffbedarf haben Schwangere

Ernährungswissenschaftler geben klare Empfehlungen, welche Nährstoffe du in der Schwangerschaft ergänzen solltest. Zu Folsäure und Jod wird geraten, denn bei beiden ist der Bedarf in der Schwangerschaft stark erhöht und kann nur schwer in ausreichenden Mengen allein über Nahrung aufgenommen werden. Im Folgenden erklären wir dir, welche Nährstoffe für Schwangere unter anderem wichtig sind und in welchen Mengen man diese braucht. In jedem Fall solltest du die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit deinem Arzt besprechen.

Folsäure: Nicht nur während der Schwangerschaft wichtig

Das Vitamin Folsäure ist wichtig für die Zellteilung und für die Wachstumsprozesse des ungeborenen Kindes und kann kindlichen Fehlbildungen des Nervensystems vorbeugen. Der Bedarf an Folsäure ist während der Schwangerschaft höher: Etwa 550 Mikrogramm pro Tag sollten werdende Mütter über die Nahrung zu sich nehmen. Bei Nicht-Schwangeren liegt der Wert bei 300 Mikrogramm täglich.

Den Folsäure-Bedarf allein durch Lebensmittel zu decken, ist sehr schwierig. Um einen Mangel vorzubeugen, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) zu entsprechenden Nahrungsergänzungsmitteln. Bereits drei Monate vor der konkreten Kinderplanung solltest du mit 400 Mikrogramm Folsäure pro Tag starten.

Wenn du planst, schon in einem Monat schwanger zu werden oder schon schwanger bist, empfehlen sich Nahrungsergänzungsmittel mit einer höheren Dosierung (800 Mikrogramm Folsäure). Bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels (bis zum Ende der zwölften Woche) solltest du die Einnahme fortsetzen.

Zusätzlich solltest du auf eine folatreiche Ernährung achten. Was das heißt? Als „folatreich“ werden Lebensmittel bezeichnet, die besonders viel Folsäure enthalten, wie zum Beispiel diese pflanzlichen Nahrungsmittel:

  • grünes Blattgemüse
  • Kohlsorten
  • Weiße Bohnen
  • Hülsenfrüchte wie Kichererbsen
  • Vollkornprodukte
Darum ist Jod für Schwangere wichtig

Jugendliche und Erwachsene benötigen täglich 180 bis 200 Mikrogramm Jod. Bei Schwangeren steigt der Jodbedarf auf etwa 230 Mikrogramm am Tag. Bei Stillenden liegt dieser Wert noch höher bei 260 Mikrogramm. Denn unter anderem produziert die Schilddrüse dann mehr Hormone, die den Mineralstoff benötigen.

Viele Studien weisen darauf hin, dass sich das Kind im Mutterleib körperlich und geistig nicht richtig entwickeln kann, wenn es in der frühen Schwangerschaft zu wenig Jod bekommt. Die Empfehlung der DGE: Schwangere sollten täglich Tabletten mit 100 bis 150 Mikrogramm Jod zu sich nehmen. Die restliche Menge sollte über Lebensmittel aufgenommen werden.

Doch wenn ich auch noch jodhaltige Nahrung esse, ist das dann nicht zu viel des Guten? Nein, in der Regel nehmen die Menschen in Deutschland eher zu wenig, als zu viel Jod zu sich, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung festgestellt hat.

Diese Lebensmittel enthalten viel Jod:

  • Meeresfisch
  • Jodsalz (bis zu 6 mg/Tag)
  • Milch und Milchprodukte

Wichtig: Falls bei dir eine Schilddrüsenerkrankung vorliegt, dann weise den Frauenarzt darauf hin. Denn in der Regel sollen betroffene Frauen kein zusätzliches Jod zu sich nehmen.

Eisen nur bei Bedarf ergänzen

In der Schwangerschaft ist auch der Bedarf an Eisen erhöht (30 Milligramm pro Tag). In Form eines Nahrungsergänzungsmittels sollte Eisen jedoch nur eingenommen werden, wenn der behandelnde Arzt wegen eines Eisenmangels ausdrücklich dazu rät. Dieser betrifft oft Mütter, die sich vegetarisch oder vegan ernähren, da Fleisch einen hohen Eisengehalt hat. Daher gilt: Wer sich fleischfrei ernährt, sollte eisenhaltige Lebensmittel möglichst häufig essen. Zudem kann Vitamin C die Eisenaufnahme erhöhen.

  • Hülsenfrüchte, zum Beispiel Linsen
  • Weizenkleie
  • Haferflocken
  • Vollkornprodukte
  • Amaranth
  • Nüsse, zum Beispiel Kürbiskerne
  • Sesam
  • Leinsamen
Diese Omega-3-Fettsäure ist lebenswichtig

Isst du viel fettreichen Fisch wie Lachs, Makrele, Hering oder Sardine? Wenn nicht, setze diese Fischsorten auf deinen Speiseplan. Denn sie liefern eine lebensnotwendige Omega-3-Fettsäure: die langkettige Fettsäure Docosahexaensäure (DHA). DHA ist unter anderem für die Entwicklung der Sehfunktion und des Gehirns wichtig.

Mit ein bis zwei Portionen fettreichem Fisch pro Woche stellst du sicher, dass du und dein ungeborenes Kind genügend mit dieser Fettsäure versorgt seid. Anderenfalls kannst du in Absprache mit deinem Arzt ein Nahrungsergänzungsmittel mit 100 bis 200 Milligramm DHA pro Tag einnehmen.

Vitamin D nur bei Mangel nehmen

Vitamin D ist wichtig für werdende Mütter. Denn es sorgt für den kindlichen Knochenaufbau und kann Frühgeburten und Schwangerschaftskomplikationen vorbeugen. Doch nicht jede Schwangere braucht Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D, denn es wird auf natürliche Weise gebildet, wenn die Sonne auf die Haut scheint. Ergänzende Präparate kommen nur dann zum Einsatz, wenn du einen Mangel hast. Dafür kommen verschiedene Gründe in Frage.

Liegt ein Mangel vor, raten Ärzte in der Regel zu 800 IE (entspricht 20 Mikrogramm) Vitamin D täglich oder einem Wochenpräparat mit 5.600 IE. Denn der Körper kann Vitamin D speichern. Bei besonders schweren Mangelerscheinungen kann auch eine Kur mit kurzzeitigen Gaben von höher dosiertem Vitamin D sinnvoll sein.

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