Ernährungsformen
Vegane Ernährung: Das sind die Vor- und Nachteile
Veröffentlicht am:19.08.2020
aktualisiert am 21.10.2026
14 Minuten Lesedauer
Vegane Ernährung heißt, auf Lebensmittel tierischen Ursprungs zu verzichten. Eine ausgewogene vegane Ernährung kann bei gesunden Erwachsenen gesundheitsfördernd sein. Wichtig ist, auf die ausreichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen zu achten.

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Was bedeutet vegane Ernährung?
Vegane Ernährung bedeutet, auf Fleisch und Fisch sowie auf alle tierischen Erzeugnisse zu verzichten, also unter anderem auf Milchprodukte, Eier und Honig. Vegan lebende Menschen verzichten darüber hinaus meist auch auf tierische Materialien wie Wolle und Leder.
Vegan zu leben ist weit mehr als nur eine Ernährungsweise. Häufig stehen ethische und ökologische sowie finanzielle oder religiöse Gründe – neben gesundheitlichen Aspekten – hinter der Entscheidung für den Verzicht auf tierische Produkte.
Im Vergleich dazu streichen Personen, die sich vegetarisch ernähren, lediglich Fisch und Fleisch aus ihrem Speiseplan. Zusätzlich gibt es viele Zwischenformen, die sich darin unterscheiden, welche tierischen Lebensmittel sie einschließen und welche nicht.
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Ist eine vegane Ernährung gesund?
Eine gut geplante vegane Ernährung kann bei gesunden Erwachsenen eine gesundheitsfördernde Wirkung zeigen. Voraussetzung sind eine ausgewogene Lebensmittelauswahl, die zuverlässige Versorgung mit Vitamin B12 und eine ausreichende Zufuhr von weiteren potenziell kritischen Nährstoffen.
Vegan lebende Personen sind oft auch in anderen Bereichen gesundheitsbewusst. Sie rauchen selten und trinken keinen oder nur wenig Alkohol. Deshalb lassen sich die gesundheitlichen Effekte der veganen Ernährung nicht immer eindeutig der Ernährung zuordnen.
Welche Vor- und Nachteile hat eine vegane Ernährung?
Eine vegane Ernährung kann verschiedene gesundheitliche Vorteile bieten. Gleichzeitig gibt es einige Herausforderungen, insbesondere bei der Versorgung mit bestimmten Nährstoffen.
Welche Vorteile bietet eine vegane Ernährung?
Eine pflanzenbetonte Ernährung kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus Typ 2 senken. Eine Übersichtsarbeit zeigt zudem, dass pflanzenbasierte Ernährungsformen mit einem geringeren Körpergewicht, niedrigeren Blutdruck- und Entzündungswerten, günstigeren Blutfettwerten sowie einem geringeren Risiko für bestimmte Krebsarten in Verbindung stehen.
Die vegane Ernährung enthält oft mehr pflanzliche Lebensmittel als die übliche Mischkost. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Studien einen Zusammenhang zwischen veganer Ernährung und einer geringeren Gesamtsterblichkeit zeigen. Ob allein die Ernährung dafür verantwortlich ist, lässt sich jedoch nicht eindeutig sagen.
Im Vergleich zu einer in Deutschland üblichen Mischkost hat eine vegane Ernährung auch Vorteile für die Umwelt. Sie kann dazu beitragen, Treibhausgasemissionen, Landnutzung und den Verlust von Biodiversität zu reduzieren.
Welche Nachteile und Herausforderungen hat eine vegane Ernährung?
Das Risiko für einen Nährstoffmangel ist bei veganer Ernährung erhöht. Eine ausgewogene und gut geplante Lebensmittelauswahl und die Einnahme von bestimmten Nährstoffpräparaten sind deshalb besonders wichtig.
Eine unzureichende Versorgung kann sich zum Beispiel auf die Knochengesundheit auswirken. Systematische Übersichtsarbeiten bringen eine vegane Ernährung mit einer niedrigeren Knochendichte und häufigeren Knochenbrüchen in Verbindung. Die Zusammenhänge sind jedoch noch nicht vollständig geklärt.
Die wichtigsten Vor- und Nachteile der veganen Ernährung im Überblick
| Mögliche Vorteile | Mögliche Nachteile |
|---|---|
| Weniger Fleisch: Die Gesundheitsrisiken durch hohen Fleischkonsum können vermieden werden, somit besteht ein geringeres Risiko für Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes und Darmkrebs. | Nährstoffversorgung: Eine ausgewogene und gut geplante Lebensmittelauswahl ist bei veganer Ernährung besonders wichtig. Vor allem Vitamin B12 muss über ein Präparat zugeführt werden. |
| Mehr pflanzliche Lebensmittel: Eine vegane Ernährung enthält häufig mehr Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen. Eine solche pflanzenbetonte Ernährung kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken. | Knochengesundheit: Bei veganer Ernährung wurden eine niedrigere Knochendichte und häufigere Knochenbrüche beobachtet. Mögliche Gründe sind unter anderem eine geringere Calcium- und Vitamin-D-Zufuhr. |
| Umweltschutz: Die vegane Ernährung unterstützt den Tierschutz und schont auch das Klima. Im Vergleich zu einer Mischkost kann eine vegane Ernährung dazu beitragen, Treibhausgasemissionen, Landnutzung und den Verlust von Biodiversität zu reduzieren. | Besondere Lebensphasen Für Schwangere, Stillende, Kinder, Jugendliche und ältere Menschen ist eine besonders sorgfältige Planung der veganen Ernährung wichtig. Die DGE spricht aufgrund der begrenzten Datenlage weder eine allgemeine Empfehlung für noch gegen eine vegane Ernährung aus. |
| Große Auswahl: Eine immer breitere Auswahl an Gerichten in Supermärkten, Restaurants und Cafés ermöglicht spontanes, veganes Essen. Mittlerweile gibt es zahlreiche vegane Produkte, die auch zur Nährstoffversorgung beitragen können. | Nicht immer gesund: Industriell hergestellte Ersatzprodukte mit zugesetztem Zucker, Fett und Salz sind kritisch zu betrachten und sollten nur in Maßen verzehrt werden. |
Worauf sollte man bei einer veganen Ernährung achten?
Bei veganer Ernährung kommt es auf eine ausgewogene und gut geplante Lebensmittelauswahl an. Um die Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen sicherzustellen, sind Nahrungsergänzungsmittel notwendig. Auch die Auswahl veganer Ersatzprodukte und die aktuelle Lebensphase spielen eine Rolle.
Vegane Ernährung: Worauf kommt es bei der Nährstoffversorgung an?
Bei veganer Ernährung ist es wichtig, auf eine ausreichende Versorgung mit bestimmten Nährstoffen zu achten. Das gilt vor allem für Vitamin B12, da pflanzliche Lebensmittel keine ausreichenden Mengen liefern können. Darum wird vegan lebenden Personen stets die Zufuhr von Vitamin B12 durch Nahrungsergänzungsmittel empfohlen.
Jod gilt in Deutschland generell als kritischer Nährstoff. Bei veganer Ernährung kann die Versorgung zusätzlich erschwert sein. Daneben gehören unter anderem Protein, Omega-3-Fettsäuren sowie Vitamin B2, Vitamin D, Kalzium, Eisen, Zink und Selen zu den potenziell kritischen Nährstoffen.
Bei der Proteinversorgung kommt es auf Abwechslung an. Pflanzliche Proteinquellen enthalten nicht immer alle unentbehrlichen Aminosäuren in ausreichenden Mengen. Durch die Kombination verschiedener pflanzlicher Lebensmittel, zum Beispiel Getreide und Hülsenfrüchte, lässt sich die Versorgung verbessern und der Proteinbedarf decken.
Was gilt für vegane Ernährung in besonderen Lebensphasen?
Für Schwangere, Stillende, Kinder, Jugendliche und ältere Personen ist eine besonders sorgfältige Planung der veganen Ernährung wichtig. Bei einer Nährstoffunterversorgung können schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen auftreten.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) spricht für diese Gruppen aufgrund der begrenzten Datenlage weder eine allgemeine Empfehlung für noch gegen eine vegane Ernährung aus. Wer sich in diesen Lebensphasen vegan ernähren möchte, sollte sich in jedem Fall regelmäßig ärztlich kontrollieren lassen.
Mit der AOK gesünder leben
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Sind vegane Ersatzprodukte gesund?
In den letzten sechs Jahren hat sich die Produktion von Fleischersatzprodukten in Deutschland mehr als verdoppelt. Doch vegane Ersatzprodukte sind nicht automatisch gesund. Die Produkte unterscheiden sich stark in ihren Zutaten, Nährwerten und ihrem Verarbeitungsgrad.
Einige Produkte sind beispielsweise mit Nährstoffen angereichert und können so zur Versorgung beitragen. Andere enthalten viel Salz, Zucker oder Fett. Ein Blick auf die Zutatenliste und Nährwertangaben hilft bei der Auswahl. Generell gilt es, hochverarbeitete Lebensmittel möglichst zu vermeiden.
Vegane Ernährung gut planen
Eine Ernährung ohne tierische Lebensmittel will gut geplant sein. Informieren Sie sich vor der Umstellung über die kritischen Nährstoffe und in welchen Lebensmitteln diese vorkommen. Lassen Sie sich am besten dabei beraten. Eine Ernährungsberatung kann Sie dabei unterstützen und Ihnen Tipps geben, wie vollwertige, vegane Mahlzeiten aussehen können.
Hilfreiche Informationen bietet auch die vegane Lebensmittelpyramide. Sie zeigt, dass eine vegane Ernährung vielfältig und abwechslungsreich sein sollte und beschreibt, in welchen Mengen und Anteilen welche Lebensmittel pro Tag sinnvoll sind.
Welche Leistungen bietet die AOK zur Ernährungsberatung an?
Die Leistungen der AOK unterscheiden sich regional. Mit der Eingabe Ihrer Postleitzahl können wir die für Sie zuständige AOK ermitteln und passende Leistungen Ihrer AOK anzeigen.
Wie gelingt die Umstellung auf vegane Ernährung?
Eine vegane Ernährung lässt sich Schritt für Schritt in den Alltag integrieren. Folgende Tipps können die Umstellung erleichtern:
- Eine gute Vorbereitung erleichtert die Umstellung auf vegane Ernährung: Informieren Sie sich vorab über die wichtigsten Nährstoffe und darüber, wie Sie Ihren Bedarf mit pflanzlichen Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln decken können.
- Eine schrittweise Umstellung kann den Einstieg in die vegane Ernährung erleichtern: Beginnen Sie zum Beispiel damit, tierische Lebensmittel nach und nach durch pflanzliche Alternativen zu ersetzen. Auch feste pflanzliche Tage wie „Meatless Monday“ oder „Veggie Wednesday“ können dabei helfen, mehr pflanzliche Mahlzeiten in Ihren Speiseplan zu integrieren.
- Bleiben Sie neugierig und probieren Sie neue Lebensmittel und Rezepte aus: Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Nüsse, Samen und eine große Auswahl an Gemüse und Obst bieten viele Möglichkeiten für abwechslungsreiche Mahlzeiten.
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Bundeszentrum für Ernährung (2025): Pflanzliche Lebensmittel schonen die Umwelt.
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Statistischen Bundesamt (2026): Nach jahrelangem Anstieg: Fleischersatz-Produktion sinkt 2025 um 1,2 % gegenüber dem Vorjahr.
Raj S, Guest NS, Landry MJ, Reed Mangels A, Pawlak R, Rozga M: Vegetarian Dietary Patterns for Adults: A Position Paper of the Academy of Nutrition and Dietetics. Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics, Volume 126, Issue 3, 2026, 156227, ISSN 2212-2672.
Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e V. (2007): Vegane Ernährung: Geht`s auch rein pflanzlich?
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Bundesinstitut für Risikobewertung (2017): Vegane Ernährung als Lebensstil: Es besteht Risikokommunikationsbedarf.
Tong T Y N, Appleby P N, Bradbury K E, Perez-Cornago A, Travis R C, Clarke R et al.: Risks of ischaemic heart disease and stroke in meat eaters, fish eaters, and vegetarians over 18 years of follow-up: results from the prospective EPIC-Oxford study BMJ 2019; 366 :l4897.
Losasso C, Di Cesare A, Mastrorilli E, Patuzzi I, Cibin V et al.: Assessing antimicrobial resistance gene load in vegan, vegetarian and omnivore human gut microbiota. International Journal of Antimicrobial Agents, Volume 52, Issue 5, 2018, Pages 702-705, ISSN 0924-8579.










