Zum Hauptinhalt springen
AOK – Die Gesundheitskasse

Warum Neujahrsvorsätze oft scheitern und wie sie gelingen

© iStock / brizmaker

Lesezeit: 5 MinutenAktualisiert: 04.01.2021

Zum 1. Januar fassen viele Menschen Neujahrsvorsätze. Die Motivation, etwas zum Positiven zu verändern, ist am Jahresanfang besonders hoch. Vielleicht das Rauchen aufgeben, mehr Sport treiben oder weniger Süßes essen. Doch viele Menschen scheitern. Das muss nicht sein. Es gibt Tipps, mit denen man standhaft bleibt.

Inhalte im Überblick

    Darum fassen viele Menschen Vorsätze fürs neue Jahr

    Der Januar steht für Aufbruchstimmung. Ein neues Jahr hat gerade begonnen – was liegt näher, als diesen Neustart zu nutzen und ein paar schlechte Gewohnheiten abzulegen. Gewicht reduzieren oder das Rauchen aufgeben, sind dabei längst nicht mehr die Klassiker. Das Leben hat sich gewandelt und damit auch die guten Vorsätze. In einer Zeit, die meist von einem hektischen und intensiven Arbeitsalltag geprägt ist, nehmen sich die meisten Menschen vor, künftig Stress zu vermeiden. Mehr Zeit für Familie und Freunde rangiert laut Statistik auf Platz zwei vor mehr Bewegung und mehr Zeit für sich selbst. Und auch die Technik hat inzwischen Eingang in die Neujahrsvorsätze gefunden: Immerhin knapp die Hälfte der Deutschen hat sich in den vergangenen Jahren vorgenommen, Smartphone, Tablet und Co. weniger Zeit einzuräumen.

    Wie Sie Stressfaktoren erkennen und erfolgreich managen können, erklärt Diplom Pädagoge Günther Pauli.

    Warum strebt der Mensch nach positiven Veränderungen?

    Menschen haben allgemein ein starkes Bedürfnis nach einem positiven und hohen Selbstwert. Die Wahrnehmung des eigenen Selbstwerts wird dadurch beeinflusst, wie man sich als Person in einer Gesellschaft einschätzt. Wer nicht zufrieden mit sich und seinen Leistungen ist, strebt nach einer positiven Veränderung und damit nach einem besseren Selbstwertgefühl. Fällt die Bilanz am Jahresende negativ aus, suchen viele nach einer Lösung für die Zukunft: in Form von guten Vorsätzen  und Zielen fürs Folgejahr.

    Gute Vorsätze, nichts dahinter?

    Viele Menschen fassen jedes Jahr Neujahrsvorsätze. Und sehr viele scheitern an ihnen. Einer Umfrage zufolge hielten im Jahr 2019 zumindest 27 Prozent der Befragten mehr als zwei Monate durch, zwölf Prozent zwei bis vier Wochen. Sechs Prozent konnten ihre guten Vorsätze nur einen Tag oder eine Woche aufrechterhalten. Drei Prozent gaben sogar schon nach wenigen Stunden auf – doch warum ist das so? 

    Zum einen haben die Tage zwischen den Jahren und die ersten Wochen des neuen Jahres eine besondere Atmosphäre. Die Zeit ist besinnlich und ruhig, man hat Zeit nachzudenken. In diesem Moment erscheinen die Neujahrsvorsätze erstrebenswert. Durch die aktuelle Ruhe kommt das Gefühl auf, sie einfach umsetzen zu können. Doch spätestens Mitte Januar holt der Alltag die Menschen wieder ein. Die Anforderungen im Beruf, in der Familie und in der Freizeit haben sich nicht geändert. Die selbst gefassten Vorsätze rufen spätestens jetzt zusätzlichen Stress hervor. Denn einerseits möchten wir nicht aufgeben, andererseits ist die Zeit knapp – das belastet auch emotional. Und letzten Endes ist der innere Schweinehund manchmal einfach stärker.

    Hinzu kommt, dass Neujahrsvorsätze inzwischen fast schon ein Ritual sind. Es gehört dazu, sich etwas vorzunehmen und genauso gehört es inzwischen dazu, nicht durchzuhalten. Und weil die Neujahrsvorsätze inzwischen immer mit einem Augenzwinkern gesehen werden, fehlt auch die Verpflichtung sich selbst gegenüber, diese strikt umzusetzen.

    Wie schaffe ich es, eine schlechte Angewohnheit abzulegen?

    Es ist natürlich auch möglich, Neujahrsvorsätze erfolgreich umzusetzen. Voraussetzung ist jedoch, dass wir sie wirklich ernst meinen und sie eben nicht mit einem Augenzwinkern gefasst haben. Es muss klar sein, warum der Vorsatz gefasst wurde. So weiß beispielsweise jeder, dass Rauchen ungesund ist. Dennoch gibt es viele Raucher. Wer also das Rauchen aufgeben will, sollte sich im Vorfeld bewusst machen, welche Vorteile durch das Leben als Nichtraucher entstehen – nicht nur gesundheitlich, sondern beispielsweise auch finanziell. Gleichzeitig sollte man sich auch von vornherein die Hürden bewusst machen, die bei der Umsetzung guter Vorsätze aufkommen können. Wer diese von Anfang an mit bedenkt, wird nicht überrascht sein und gibt weniger schnell auf.

    Wer sich schon vorher überlegt, wie sich Hindernisse überwinden lassen, ist erfolgreicher. Die Methode hat sogar einen Namen: „Mental Contrasting with Implementation Intentions“ – auf Deutsch: „mentales Kontrastieren mit Durchführungsvorsätzen“. Sie geht über das reine Fassen von Vorsätzen hinaus und umfasst vielmehr eine konkrete Planung der gesamten Situation.

    Tipps für eine erfolgreiche Umsetzung der Neujahrsvorsätze

    Es gibt außerdem ein paar kleine Tipps, die helfen können, Neujahrsvorsätze langfristig umzusetzen: Fassen Sie den Vorsatz nicht allein, sondern mit Ihrem Partner, Kind oder einem Freund. Gemeinsam fällt es leichter durchzuhalten. Eventuell geht der Partner schon seit längerem mit gutem Beispiel voran. Auch dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, die Neujahrsvorsätze eher durchzuhalten. Britische Studien haben gezeigt, dass das gesündere Verhalten des Partners eine positive Wirkung auf das eigene Gesundheitsverhalten hat.

    War dieser Artikel hilfreich?

    Die Früchte der Palmpflanze und Palmöl in einer Schale liegen auf einem Tisch.
    Nachhaltige Lösungen

    Ein Mann ist traurig und nachdenklich und schaut aus dem Fenster.
    Achtsamkeit
    Zwei Menschen halten sich die Hände und unterstützen sich in der Trauer.
    Achtsamkeit
    Eine Frau liegt gemütlich neben dem offenen Fenster und liest ein Buch, da Lesen gut für die Gesundheit und Entspannung ist.
    Motivation
    Junge Frau geht mit Achtsamkeit durchs Leben und ruht auch in der Alltagshektik in sich.
    Achtsamkeit
    Ein Vater hält sein kleines Kind auf dem Arm. Durch Nähe und Zuwendung können Kinder Resilienz entwickeln und stärken.
    Achtsamkeit