Verdauungssystem

Fettleber: meist symptomlos, dennoch ein Alarmsignal

Veröffentlicht am:21.04.2021

aktualisiert am 16.07.2026

7 Minuten Lesedauer

Eine Fettleber ist oft schmerzfrei, erhöht jedoch das Risiko für weitere Erkrankungen. Meist weist sie auf eine ungesunde Lebensweise hin, die mit anderen Krankheiten in Zusammenhang steht. Wie sich eine Fettleber erkennen und behandeln lässt.

Ein Mann lässt sich Blut abnehmen, um zu untersuchen, ob er an einer Fettleber leidet.

© iStock / ozgurdonmaz / KI-bearbeitet

Was ist eine Fettleber?

Eine Fettleber-Erkrankung oder Steatosis hepatis entwickelt sich, wenn die Leber mehr Fette speichern muss, als sie abgeben kann. Eine gesunde Leber sollte kein oder nur wenig Fett enthalten.

Je nachdem, wie groß der Anteil an Leberzellen ist, die von der Verfettung betroffen sind, unterscheiden Ärzte zwischen folgenden Formen:

  • mild (weniger als ein Drittel der Leberzellen sind betroffen)
  • mäßig (zwei Drittel der Leberzellen sind betroffen)
  • schwer (mehr als zwei Drittel der Leberzellen sind betroffen)

Grundsätzlich wird zwischen einer alkoholischen Fettleber (AFLD) und einer MASLD (Metabolic dysfunction-associated liver disease) die früher als nicht-alkoholische Fettleber (NAFL) beschrieben wurde unterschieden. Dies ist die am weitesten verbreitete Lebererkrankung in den Industriestaaten: Circa 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung haben eine nicht alkoholische Fettleber. Die meisten davon sind Menschen über 60 Jahre, wobei Männer häufiger als Frauen betroffen sind. Aber auch Kinder und Jugendliche können bereits unter einer Fettleber leiden.

Was sind Ursachen für eine Fettleber?

Während bei der alkoholischen Fettleber Alkoholkonsum zur Erkrankung führt, gibt es für die Entwicklung einer nicht-alkoholischen Fettleber verschiedene Ursachen:

  • Ungesunde Ernährung (reich an Zucker, gesättigten Fetten, verarbeitete Lebensmittel)
  • Adipositas
  • Diabetes mellitus Typ 2 oder Insulinresistenz mit leicht erhöhten Blutzuckerwerten
  • Erkrankungen wie chronische Virushepatitis
  • Folgen von Medikamenten und Chemotherapien

Es gibt auch Fettleber-Erkrankungen, bei denen die Ursache unklar ist.

Wie hängen Fettleber und metabolisches Syndrom zusammen?

Von einem metabolischen Syndrom spricht man, wenn mindestens drei der folgenden Faktoren vorliegen:

  • Taillenumfang von ≥ 88 cm bei Frauen und ≥ 102 cm bei Männern
  • erhöhte Blutfette (Triglyzeride ≥ 150 mg/dl)
  • erniedrigtes HDL-Cholesterin (w < 50 mg/dl, m < 40 mg/dl)
  • erhöhter Blutdruck (≥ 130/85 mmHg)
  • erhöhter Nüchtern-Blutzucker (≥ 100 mg/dl) bzw. vorliegender Diabetes

Meist entsteht das metabolische Syndrom durch eine ungesunde Lebensweise, vor allem durch unausgewogene Ernährung und Bewegungsmangel. Zwischen metabolischem Syndrom, MASLD und Typ-2-Diabetes besteht ein enger Zusammenhang: Übergewicht begünstigt sowohl die Fettleber als auch Störungen des Zuckerstoffwechsels.

Umgekehrt haben Menschen, die bereits an Typ-2-Diabetes erkrankt sind, durch die verminderte Insulinempfindlichkeit ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Fettleber-Erkrankung.

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Gibt es ein genetisches Risiko für eine Fettleber?

Forschende haben Gene identifiziert, die mit einem höheren Risiko für eine nicht-alkoholische Fettleber in Verbindung stehen. Daher kann die Erkrankung auch bei schlanken Menschen vorkommen. So haben Patientinnen und Patienten häufig Familienangehörige, die ebenfalls an einer Fettleber erkrankt sind. 

Können Medikamente eine Fettleber verursachen?

Bestimmte Medikamente können das Risiko für eine Fettleber erhöhen. Dazu gehören unter anderem bestimmte Wirkstoffe gegen Krebs, gegen Herzrhythmusstörungen oder Kortisonpräparate. Eine solche Fettleber, die weder auf Alkoholmissbrauch noch auf eine nicht-alkoholische Fettleber zurückzuführen ist, wird auch als sekundäre Fettleber bezeichnet.

Mann mit Übergewicht joggt auf einem Waldweg.

© iStock / coldsnowstorm

Regelmäßige Bewegung und Gewichtsreduktion sind wichtige Bausteine bei der Behandlung einer Fettleber.

Welche Symptome treten bei einer Fettleber auf?

Menschen mit einer Fettleber haben meist keine Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, sind sie oft unspezifisch. Dazu gehören vor allem Müdigkeit und ein Druck- oder Schmerzgefühl im rechten Oberbauch. Erst bei fortgeschrittenen Formen kann es zu einer Entzündung der Leber (Steatohepatitis) kommen, was mit deutlicheren Symptomen verbunden sein kann.

Oft wird die Erkrankung deshalb nur zufällig entdeckt, etwa bei einer Ultraschall- oder einer Blutuntersuchung. Liegen Risikofaktoren wie ein metabolisches Syndrom vor, ist es deshalb empfehlenswert, gezielt die Gesundheit der Leber zu prüfen.

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  • Was fragt die Ärztin oder der Arzt bei Verdacht auf eine Fettleber?

    Besteht der Verdacht auf eine Fettleber, wird die Ärztin oder der Arzt in einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) zunächst nach eingenommenen Medikamenten, dem Alkoholkonsum, bekannten Vorerkrankungen und Erkrankungen in der Familie fragen.

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  • Welche körperlichen Untersuchungen werden durchgeführt?

    Bei der körperlichen Untersuchung wird der Arzt oder die Ärztin den Body-Mass-Index (BMI) bestimmen, den Bauchumfang sowie den Blutdruck messen.

    Schließlich werden bei bestimmten Fragestellungen Laborwerte erhoben, die eine Abgrenzung verschiedener Ursachen und Stadien der Fettlebererkrankung unterstützen. Dazu zählen:

    • Leberwerte (Gamma-GT, GOT (AST, ASAT), GPT (ALT, ALAT))
    • Blutfette (Triglyzeride, Cholesterin, HDL-, LDL-Cholesterin)
    • Lebersyntheseparameter (z. B. Albumin, Transferrin, Billirubin)
    • Nüchternblutzucker oder Langzeitblutzucker (HbA1c)
    • Test auf Hepatitis B und C
    • Eventuell weiterführende Diagnostik (autoimmune Lebererkrankungen, Zöliakie etc.)

    Es ist auch möglich, den sogenannten Fatty-Liver-Index (FLI) zu bestimmen. Er berücksichtigt BMI, Taillenumfang, das Leberenzyme Gamma-GT und Triglyzeride und gibt mit relativ großer Sicherheit an, ob die Leber verfettet ist.

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  • Welche bildgebenden Verfahren gibt es für die Fettleber-Diagnose?

    Das bildgebende Standardverfahren zum Nachweis einer Fettleber ist der Ultraschall. Eine Fettleber erscheint deutlich heller auf dem Bild, weil das Gewebe dichter ist. Unter Umständen wird auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt, um verschiedene Stadien einer Fettleber zu erkennen.

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  • Wann ist eine Gewebeprobe nötig, um eine Fettleber zu erkennen?

    Um andere Lebererkrankungen auszuschließen, kann es nötig sein, eine Gewebeprobe aus der Leber zu entnehmen (Biopsie). Dies ist auch die Methode, um zuverlässig eine Fettleber von einer entzündeten Fettleber (Steatohepatitis) zu unterscheiden.

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Sollte eine Fettleber behandelt werden?

Auch wenn die Erkrankung selbst keine Symptome hervorruft, können sich aus der Fettleber Leberentzündung, Leberfibrose oder Leberkrebs entwickeln. Die Fettleber als ein Faktor des metabolischen Syndroms erhöht das Risiko für weitere schwerwiegende Erkrankungen, insbesondere für Herz-Kreislauf-Probleme. Das kann die Lebensqualität und Lebenserwartung senken.

Wie kann man eine Fettleber heilen?

Einen Wirkstoff zur Behandlung gibt es derzeit nur bei einer fortgeschrittenen Fettleber mit Leberfibrose. Für die Heilung der Fettleber ist vor allem die Änderung des Lebensstils entscheidend:

  • Übergewicht reduzieren (kalorienreduzierte und fettarme Ernährung)
  • mehr Bewegung
  • auf Alkohol verzichten
  • nicht rauchen

Für Menschen mit Diabetes ist es außerdem wichtig, den Blutzucker gut einzustellen.

Bei starker Adipositas ist im Extremfall eine sogenannte bariatrische Operation möglich, bei der das Magenvolumen verkleinert wird. Die Ärztin oder der Arzt sollte außerdem kritisch prüfen, ob eine dauerhafte Arzneimitteltherapie wirklich notwendig ist und mögliche leberschädigende Nebenwirkungen berücksichtigen.

Welche Medikamente helfen bei einer Fettleber?

Es gibt zahlreiche Studien, die den Effekt bestimmter Medikamente auf Fettleber-Erkrankungen untersucht haben. Inzwischen gibt es mit Resmetirom ein zugelassenes Medikament für Menschen mit einer entzündeten Fettleber und bereits bestehender Fibrose, also einer Vernarbung der Leber.

Weitere Medikamente befinden sich noch in der Entwicklung und werden in Studien geprüft. Ziel ist es, die Behandlung in Zukunft zu verbessern und die Lebensstiländerung gezielt zu ergänzen. Dennoch bleibt eine gesunde Lebensweise eine wichtigste Grundlage der Therapie.

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Wie lange dauert es, bis sich eine Fettleber wieder zurückbildet?

Eine Fettleber ohne Entzündung oder Fibrose kann sich schon nach drei bis vier Wochen vollständig erholen, teilweise dauert es auch mehrere Monate. Wie lange die Rückbildung dauert, hängt davon ab, wie stark die Leber betroffen ist. Solange es keine Folgeschäden gibt und alle schädigenden Ursachen beseitigt werden, ist eine vollständige Heilung der Fettleber durchaus realistisch.

Fachlich geprüft
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