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Was bedeuten erhöhte Leberwerte?

Röhrchen mit Blutproben befinden sich in einem Ständer in einem Labor.

© iStock / solarseven

Lesezeit: 4 Minuten12.04.2022

Erhöhte Leberwerte im Rahmen einer Blutuntersuchung kommen recht häufig vor. Dafür gibt es unterschiedliche Ursachen, von einer Virushepatitis bis zur Fettleber. Hier die wichtigsten Lebererkrankungen im Überblick.

Inhalte im Überblick

    Die Leber: ein Organ mit vielen Aufgaben

    Die Leber liegt im rechten Oberbauch und hat eine zentrale Funktion im menschlichen Stoffwechsel: Sie baut Giftstoffe ab, produziert Gallenflüssigkeit und spielt eine wichtige Rolle im Fett- und Zuckerstoffwechsel. Zudem stellt sie verschiedene Eiweiße her, die an der Blutgerinnung, am Hormonsystem und an der Immunabwehr beteiligt sind. Wenn die Leber stark belastet wird – zum Beispiel durch übermäßig viel Alkohol, Medikamente oder chronische Erkrankungen – kann sie das für eine Zeit kompensieren. Auf Dauer kann es dann jedoch zu Schäden kommen. Ein erster Hinweis für eine überlastete oder kranke Leber sind oft bestimmte Blutwerte – die sogenannten Leberwerte.

    Leberwerte: wichtige Enzyme

    Alle Körperzellen benötigen für ihren Stoffwechsel Enzyme (Biokatalysatoren) – das sind bestimmte Eiweiße, die biochemische Reaktionen beschleunigen. Bei den Leberwerten werden üblicherweise die Blutspiegel von folgenden vier Enzymen bestimmt:

    • Aspartat-Aminotransferase (AST)
    • Alanin-Aminotransferase (ALT)
    • Gamma-Glutamyltransferase (Gamma-GT)
    • Alkalische Phosphatase (AP)

    Werden Leberzellen zerstört, gelangen diese Enzyme ins Blut. Je nachdem, welches Enzym sich wie stark im Blut nachweisen lässt, kann der Arzt also Rückschlüsse auf eine eventuelle Lebererkrankung ziehen.

    Leberwerte: Indikatoren für ihre Funktion

    Zusammen mit den oben genannten Enzymen lässt der Arzt in der Regel auch weitere Blutwerte bestimmen, die Rückschlüsse darauf zulassen, wie gut die Leber arbeitet. Dazu gehören:

    • Bilirubin: ein Abbauprodukt der roten Blutkörperchen
    • Albumin: von der Leber gebildetes Bluteiweiß
    • Cholinesterase (ChE): ein in der Leber hergestelltes Enzym, das den Neurotransmitter Acetylcholin abbaut
    • Quickwert: Wert, der angibt, wie gut Blut gerinnt

    Hier wird deutlich, wie vielfältig die Aufgaben der Leber sind: Weicht einer dieser Werte in der Blutprobe merklich vom normalen Bereich ab, ist dies ein Hinweis darauf, dass ein bestimmter Prozess in der Leber nicht reibungslos funktioniert.

    Was bedeutet es, wenn die Leberwerte erhöht sind?

    Häufig wird nur von erhöhten Leberwerten gesprochen, dabei sind auch andere Abweichungen relevant. Bei einer Lebererkrankung können beispielsweise die Werte von Enzymen und Bilirubin steigen, während die von Albumin, ChE und TPZ sinken. Entscheidend ist dabei, welcher Parameter sich in welcher Höhe verändert hat – das gibt dem Arzt einen Hinweis darauf, wie schwer und von welcher Art die Lebererkrankung ist.

    Wichtig ist auch, ob die Leberwerte kurzfristig verändert sind (etwa ausgelöst durch einen akuten Virusinfekt) oder über einen längeren Zeitraum abweichen. Insgesamt ergibt sich aus erhöhten Leberwerten ein komplexes Bild, das der Arzt – gegebenenfalls zusammen mit anderen diagnostischen Hinweisen – beurteilt.

    Häufige Lebererkrankungen im Überblick

    Insgesamt kommen verschiedene Lebererkrankungen als Ursache für erhöhte Leberwerte infrage. Viele davon machen sich nur durch sehr allgemeine Symptome bemerkbar, zum Beispiel Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder ein Druckgefühl im rechten Oberbauch. Typische Warnzeichen wie gelb gefärbte Haut oder Augen (Ikterus), Juckreiz und Erbrechen treten oft erst dann auf, wenn die Leber schon stark geschädigt ist.

    Zu den häufigsten Lebererkrankungen gehören:

    • Fettleber (Steatosis hepatis): Die Leber lagert mehr Fett ein, als sie abgeben kann. Kritisch wird es, wenn die Leber sich infolgedessen entzündet – das passiert bei etwa jeder zehnten Person mit einer Fettleber. Ursachen sind zumeist Alkohol, Übergewicht, Bewegungsmangel, Diabetes und bestimmte Medikamente.
    • Hepatitis A–E: Es gibt verschiedene Virusinfektionen der Leber (beispielsweise Hepatitis A, Hepatitis B), hinter denen jeweils andere Erreger stecken. Meist übertragen sie sich durch Blut oder Körperausscheidungen. Viele Infektionen bleiben unbemerkt oder heilen ohne Symptome aus. Einige Virushepatitiden können jedoch schwer verlaufen, bis hin zum Leberversagen.
    • Leberzirrhose (Schrumpfleber): Im Verlauf vieler chronischer Lebererkrankungen sterben die Leberzellen nach und nach ab und werden durch Bindegewebe ersetzt (Leberfibrose). Wenn die Leber in der Folge vernarbt, schrumpft und ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen kann, sprechen Ärzte von einer Leberzirrhose. Verschiedene Stoffwechselprozesse, der Hormonhaushalt und die Blutgerinnung können darunter leiden. Etwa die Hälfte der Leberzirrhosen geht auf einen langfristigen Alkoholmissbrauch zurück, ein Viertel auf chronisch verlaufende Virusinfektionen.
    Ein älterer Mann trinkt Wasser, während er eine Pause beim Radfahren macht.
    Regelmäßig Bewegung fördert die Gesundheit Ihrer Leber.

    © iStock / jacoblund

    Was kann ich für meine Lebergesundheit tun?

    Die ermutigende Nachricht ist: Die Leber kann sich im Vergleich zu anderen Organen gut regenerieren. Eine Fettleber und andere Leberschäden im Anfangsstadium lassen sich deswegen gut ausbremsen oder sogar rückgängig machen. Wichtig dafür ist:

    • Verzichten Sie bei erhöhten Leberwerten nach Möglichkeit vollständig auf Alkohol oder schränken Sie den Konsum stark ein.
    • Achten Sie darauf, sich ausgewogen und nicht zu fettreich zu ernähren. Wenn Sie übergewichtig sind, ist eine Gewichtsabnahme hilfreich – aber besser langsam und stetig als durch eine radikale Diät.
    • Bewegen Sie sich regelmäßig, zum Beispiel durch mehr Aktivität im Alltag und eine Sportart, die Ihnen Spaß macht.
    • Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, ob eine Impfung gegen Hepatitis A oder Hepatitis B für Sie sinnvoll ist.

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