Immunsystem
Gürtelrose: Symptome und Behandlung von Herpes zoster
Veröffentlicht am:04.11.2024
aktualisiert am 09.07.2026
7 Minuten Lesedauer
Wer in seinem Leben schon einmal Windpocken hatte, kann in jedem Alter eine Gürtelrose bekommen. Warum ist das so, welche Symptome zeigen sich und wie lässt sich Herpes zoster behandeln?

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Inhalte im Überblick
- Was ist eine Gürtelrose?
- Wer kann eine Gürtelrose bekommen?
- Welche Ursachen hat eine Gürtelrose?
- Anzeichen von Gürtelrose: Welche Symptome treten bei Herpes zoster auf?
- Welche Folgen und Komplikationen kann eine Gürtelrose haben?
- Anzeichen einer Gürtelrose: Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen?
- Diagnose: Wie wird Gürtelrose behandelt?
- Gürtelrose-Impfung: Wer sollte sich gegen Herpes zoster impfen lassen?
Was ist eine Gürtelrose?
Gürtelrose (Herpes zoster) ist ein oft sehr schmerzhafter Hautausschlag mit Bläschen, der sich meist nur auf einer Körperhälfte und häufig streifenförmig zeigt. Die Krankheit kann jede Nervenwurzel befallen und daher an jeder Stelle des Körpers entstehen. Am häufigsten tritt sie am Rumpf oder Brustkorb auf, in selteneren Fällen auch im Gesicht, am Hals, den Armen oder Beinen.
Wer kann eine Gürtelrose bekommen?
Wie die Windpocken wird Gürtelrose durch die sogenannten Varizella-Zoster-Viren verursacht. Allerdings können nur Menschen, die bereits zu einem früheren Zeitpunkt an Windpocken erkrankt sind, später eine Gürtelrose entwickeln, denn: Die Viren bleiben nach einer Windpocken-Infektion lebenslang im Körper und können bei einem geschwächten Immunsystem wieder aktiv werden.
Menschen über 50 und Personen mit geschwächtem Immunsystem erkranken besonders häufig an Herpes zoster. Grundsätzlich ist eine Erkrankung in jedem Alter möglich, aber selten. Etwa drei von zehn Personen sind im Laufe ihres Lebens betroffen, ab dem 85. Lebensjahr sogar jede zweite.
Häufig erkranken Menschen nur einmal an Gürtelrose, es kann aber auch zu mehrfachen Erkrankungen kommen. Eine Impfung kann Gürtelrose vorbeugen und vor einem schweren Verlauf schützen.
Ist Gürtelrose ansteckend?
Ja, man kann sich anstecken, wenn man in Kontakt mit der Bläschenflüssigkeit der Gürtelrose kommt, denn diese enthalten das Varizella-Zoster-Virus. Menschen, die noch nie Windpocken hatten und nicht geimpft sind, können sich so mit dem Virus infizieren. Sie bekommen dann allerdings die Windpocken und keine Gürtelrose.
Welche Ursachen hat eine Gürtelrose?
Die Varizella-Zoster-Viren bleiben nach einer durchgemachten Windpocken-Erkrankung lebenslang in den Nervenwurzeln des Rückenmarks oder in den Hirnnerven – im Normalfall unbemerkt.
Ist das Immunsystem jedoch geschwächt, kommt es zu einer Reaktivierung der Viren. Sie wandern am entsprechenden Nerv entlang bis in die Haut. In dem betroffenen Hautareal entwickelt sich eine Entzündung – und der für die Gürtelrose typische Ausschlag entsteht.
Besonders betroffen sind Menschen
- mit erhöhtem Stress,
- im fortgeschrittenen Alter,
- mit anderen Erkrankungen und
- die eine immunsuppressive Therapie durchlaufen.
Anzeichen von Gürtelrose: Welche Symptome treten bei Herpes zoster auf?
Im Anfangsstadium der Gürtelrose leiden Betroffene zunächst häufig unter einem Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit und Fieber. Es kann auch zu Schmerzen, Jucken oder Berührungsempfindlichkeiten an den betroffenen Stellen kommen.
Ungefähr zwei bis drei Tage später zeigt sich eine schmerzhafte Hautrötung mit kleinen Knötchen. Sie breitet sich auf ein bis zwei Hautbereiche aus und entwickelt sich in der Regel zu juckenden Bläschen.
Im Normalfall bilden sich die Bläschen nach etwa fünf Tagen zurück und verkrusten, die Gürtelrose heilt meist innerhalb von zwei bis vier Wochen ab. Um Komplikationen vorzubeugen und Schmerzen zu bekämpfen, ist eine ärztliche Behandlung ratsam.
Welche Symptome zeigt eine Gürtelrose im Gesicht, an Augen und Ohren?
Sind Äste des Nervus trigeminus (einer der Hirnnerven) befallen, betrifft die Gürtelrose-Erkrankung die Gesichtsregion. Beim sogenannten Zoster ophthalmicus sind Augenregion, Nase, Stirn und die Kopfhaut einer Gesichtshälfte betroffen. Die Infektion kann auf das betroffene Auge übergehen und Binde- oder Hornhautentzündungen hervorrufen.
Bildet sich die Gürtelrose am Ohr aus, handelt es sich um den Zoster oticus. In der Regel sind dann Gehörgang und Ohrmuschel betroffen. Mögliche Anzeichen sind einseitige Gesichtslähmung, Schwindel sowie Hörprobleme. Eine ärztliche Abklärung ist in diesen Fällen wichtig, um rechtzeitig eine geeignete Therapie zu beginnen.
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Welche Folgen und Komplikationen kann eine Gürtelrose haben?
Das Aufkratzen der Bläschen kann eine bakterielle Entzündung der Haut verursachen, bei der Narben zurückbleiben. An den betroffenen Hautarealen können eine übermäßige Empfindlichkeit oder Pigmentstörungen auftreten. Schwere Verläufe mit Entzündungen in lebenswichtigen Organen wie der Lunge, der Leber, den Hirnhäuten oder dem Gehirn treten selten, aber insbesondere bei Menschen mit einer Abwehrschwäche auf.
Eine Ausbreitung der Infektion über den gesamten Körper ist extrem selten. Ein solches Szenario tritt normalerweise nur bei Menschen mit schwerster Immunschwäche auf, wie sie bei Erkrankungen wie AIDS vorkommen.
Eine weitere mögliche Komplikation, vor allem bei Menschen über 70 Jahren, ist die Postzoster-Neuralgie, bei der Schmerzen über den Hautausschlag hinaus bestehen bleiben, dadurch dass der betroffene Nerv geschädigt ist. Die unterschiedlich stark ausgeprägten Beschwerden klingen meist nach etwa drei Monaten ab, können jedoch auch mehrere Jahre anhalten.
Anzeichen einer Gürtelrose: Wann sollte man ärztliche Hilfe suchen?
Es ist ratsam, bereits bei ersten Beschwerden oder Hautveränderungen eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen, am besten innerhalb der ersten 72 Stunden. So kann die Heilungsphase direkt eingeleitet und die Vermehrung der Viren gestoppt werden, sodass sich der Ausschlag nicht weiter ausbreitet. Zudem sinkt das Risiko einer Postzoster-Neuralgie, je früher die Gürtelrose therapiert wird.
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Diagnose: Wie wird Gürtelrose behandelt?
Im Regelfall stellen Ärztinnen und Ärzte Herpes zoster über eine Blickdiagnose fest, indem sie den Hautausschlag untersuchen. Außerdem fragen sie nach einer vorangegangenen Windpocken-Erkrankung. Bei Unklarheiten entnehmen sie eine Blutprobe oder einen Abstrich von den Bläschen, um den Erreger nachzuweisen.
Abhängig vom Verlauf der Gürtelrose-Erkrankung und dem Zustand der betroffenen Person kommen unterschiedliche Medikamente zum Einsatz. In den meisten Fällen ist eine sorgfältige Pflege der betroffenen Stellen in Verbindung mit juckreizstillenden Lotionen oder Pudern ausreichend. Bei Bedarf können Betroffene zusätzlich schmerzstillende Medikamente wie Paracetamol einnehmen.
Neben juckreizstillenden Medikamenten und Zinkschüttelmixturen ist je nach Ort der Gürtelrose die Gabe von antiviralen Medikamenten möglichst innerhalb der ersten zwei bis drei Tage wichtig. Dies vermindert die Krankheitsdauer und reduziert das Risiko für Komplikationen.
Gürtelrose: Vermeiden Sie das Aufkratzen der Bläschen
Die Flüssigkeit in den Bläschen ist ansteckend für Menschen, die noch keine Windpocken-Erkrankung durchgemacht haben und nicht geimpft sind. Außerdem können sich durch das Aufkratzen Narben bilden.
Gürtelrose-Impfung: Wer sollte sich gegen Herpes zoster impfen lassen?
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt eine Impfung mit dem Herpes-zoster-Totimpfstoff für Menschen über 60 Jahren. Denn mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für schwere Krankheitsverläufe und chronische Nervenschmerzen.
Die Empfehlung für eine Gürtelrose-Impfung gilt außerdem für alle ab 18 Jahren, die ein erhöhtes Risiko für eine Gürtelrose-Erkrankung haben. Dazu zählen Menschen, deren Immunsystem durch Erkrankungen oder Behandlungen geschwächt ist, wie zum Beispiel
- eine HIV-Infektion,
- Krebserkrankungen,
- rheumatoide Arthritis,
- systematischer Lupus,
- chronisch-entzündliche Darmerkrankungen,
- chronische Atemwegserkrankungen wie COPD oder Asthma,
- chronische Niereninsuffizienz sowie
- Diabetes mellitus.
Eine Impfung kann das Risiko, an Gürtelrose zu erkranken, reduzieren und Komplikationen sowie Folgeerkrankungen verhindern. Gürtelrose kann wiederholt auftreten. Daher ist eine Impfung auch dann sinnvoll, wenn jemand bereits erkrankt war. Hier gilt ein Abstand von mindestens einem halben Jahr nach der Infektion.
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