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Gürtelrose in der Schwangerschaft: Wie gefährlich ist Herpes Zoster?

Eine Frau schwangere Frau sitzt gegenüber von ihrer Ärztin, die ihr Informationen zur Gürtelrose in der Schwangerschaft gibt.

© iStock / dolgachov

Lesezeit: 3 Minuten08.03.2022

Der Hautausschlag bei Gürtelrose kann zu starken Schmerzen führen. Erkrankt eine Frau während der Schwangerschaft an Gürtelrose, ist die Sorge erst einmal groß: Ist Herpes Zoster gefährlich für das sich entwickelnde Kind? Antworten finden Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Was ist Gürtelrose?

    Von Windpocken haben die meisten schon mal gehört – eine Kinderkrankheit, die mit stark juckenden roten Bläschen einhergeht. Gürtelrose ist dagegen unbekannter. Dabei ist das gleiche Virus Auslöser: das Varizella-Zoster-Virus.

    Der erste Kontakt mit den Viren, meist schon im Kindesalter, löst die Windpocken aus (auch Varizellen genannt). Jedoch verschwinden die Viren nicht nach dem Abklingen der Krankheit. Sie nisten sich unbemerkt im Nervensystem ein – in den Nervenwurzeln des Rückenmarks oder den Hirnnerven – und verweilen dort. Betroffene bemerken nichts von diesem viralen Gast – bis ihr Immunsystem geschwächt ist. Stress, andere Erkrankungen oder das steigende Alter machen das Immunsystem anfällig, sodass sich die Viren erneut vermehren und den Nervenstrang entlangwandern können. In dem Hautbereich, der zu dem betroffenen Nerv gehört, bricht dann die Gürtelrose aus, auch Herpes Zoster genannt.

    Zu den Symptomen einer Gürtelrose gehört Hautausschlag mit Bläschen, die gerötet sein können, anschwellen und zu Schmerzen führen können. Dabei ist die Form des Ausschlags charakteristisch: Der Ausschlag zieht sich einseitig als Streifen über die betroffene Körperhälfte und wird darum Gürtelrose genannt. Häufig betroffen sind Brustkorb oder Rumpf, grundsätzlich kann eine Gürtelrose aber überall auftreten, auch im Gesicht.

    Tückisch ist, dass die Schmerzen auch schon bemerkt werden können, wenn noch keine Bläschen oder andere Hautveränderungen zu sehen sind, und dass sie anhalten können, wenn die Hautveränderungen schon längst abgeheilt sind. Das nennt man dann Post-Zoster-Neuralgie. Das Risiko dafür kann aber durch eine zeitgerechte und adäquate Therapie reduziert werden.

    Ist Gürtelrose in der Schwangerschaft gefährlich?

    Gürtelrose an sich ist für Schwangere und ihr Kind zwar unangenehm, aber nicht gefährlich. Anders verhält es sich mit den Windpocken, also einer ersten Begegnung mit den Varizella-Zoster-Viren. Dies kann passieren, wenn die Schwangere nicht geimpft ist oder noch keine Windpocken hatte. Dann kann eine Infektion für das ungeborene Kind gefährlich werden, da die Viren über die Plazenta gelangen.

    Fehlbildungen, Organstörungen und neurologische Erkrankungen sind seltene, aber mögliche Folgen, wenn die Infektion in der ersten Hälfte der Schwangerschaft erfolgt. Findet die Ansteckung erst kurz vor oder nach der Geburt statt, kann die Infektion sogar lebensbedrohlich für das Kind werden. Bis zu 30 Prozent der Neugeborenen sterben.

    Hatte die werdende Mutter hingegen früher schon einmal Windpocken und entwickelt dann in der Schwangerschaft eine Gürtelrose, besteht kein Grund zur Sorge. Meist nimmt die Gürtelrose einen milden Verlauf und klingt von allein wieder ab. Gegen die Schmerzen können aber auch bei Schwangeren in Absprache mit dem Arzt Schmerzmittel gegeben werden. Spezielle Tinkturen und Salben können zudem den Juckreiz lindern und die Bläschen austrocknen. Antivirale Medikamente sind nur bei Komplikationen oder einem Auftreten im Kopfbereich nötig, können dann aber ohne Schaden für das ungeborene Kind eingesetzt werden. Ihr behandelnder Arzt wird in diesem Fall mit Ihnen gemeinsam die Risiken und Nutzen für Sie und Ihr Kind abwägen.

    Eine Frau lässt sich gegen Windpocken impfen, um einer Gürtelrose in der Schwangerschaft vorzubeugen.
    Frauen, die noch nie an Windpocken erkrankt sind, rät die Ständige Impfkommission (STIKO) zu einer Impfung. So sind Mutter und Kind bestmöglich gegen eine Ansteckung geschützt.

    © iStock / Wavebreakmedia

    Vor einer Ansteckung mit Herpes zoster in der Schwangerschaft schützen

    Schwangere sollten sich nichtsdestotrotz so gut es geht vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen, vor allem wenn sie ungeimpft sind oder bisher keine Windpocken hatten. Praktisch bedeutet das, sich möglichst von an Windpocken oder Gürtelrose Erkrankten fernzuhalten. Besonders Windpocken-Erkrankte sind höchst ansteckend, da die Viren über die Luft verbreitet werden. Ein Kontakt führt fast immer zur Ansteckung einer ungeschützten Person. Bei einer Gürtelrose sind es die mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen, die infektiös sind. Sobald die Bläschen verkrustet sind, besteht keine Gefahr mehr.

    Für Frauen mit Kinderwunsch ohne selbst durchgemachte Windpocken-Infektion empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung. So sind Sie und Ihr Kind bestmöglich vor einer Infektion geschützt.

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