Zum Hauptinhalt springen
AOK – Die Gesundheitskasse

Genitalherpes: Alles über Vorbeugung und Symptome

Ein Paar möchte sich näherkommen. Der Mann hat ein Kondom in der Hand.

© iStock / LightFieldStudios

Lesezeit: 4 MinutenAktualisiert: 06.09.2021

Genitalherpes ist eine Viruserkrankung. Wer sich einmal mit dem Virus infiziert hat, trägt ihn ein Leben lang in seinem Körper. Viele Menschen bemerken das jedoch nicht, weil es nie zu einem Ausbruch kommt. Trotzdem können sie den Erreger weitergeben.

Inhalte im Überblick

    Genitalherpes: Was ist das?

    Bei Genitalherpes handelt es sich um eine Virusinfektion, die durch zwei verschiedene Viren ausgelöst werden kann: das Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) und das Herpes-simplex-Virus Typ 2 (HSV-2). Meistens entsteht die Erkrankung durch HSV-2, während Typ 1 häufiger Lippenherpes auslöst.

    Ist das Virus einmal im Körper, bleibt es dort lebenslang. Allerdings wissen die meisten Menschen nicht einmal, dass sie den Erreger in sich tragen, weil es in bis zu 90 Prozent der Fälle zu gar keinen oder nur sehr geringen Symptomen kommt. Genitalherpes kann also unbemerkt bleiben – und trotzdem weitergegeben werden. Mitunter kommt es erst Jahre nach der Ansteckung zu einem ersten Ausbruch.

    Wie kommt es zu einer Ansteckung mit Genitalherpes?

    Genitalherpes zählt zu den sexuell übertragbaren Krankheiten, weil das Virus meistens beim Geschlechtsverkehr oder bei anderen sexuellen Praktiken wie Oralverkehr, Petting oder gemeinsam genutztem Sexspielzeug übertragen wird. Besonders hoch ist das Risiko während eines akuten Ausbruchs. Eine Ansteckungsgefahr besteht aber auch nach Abklingen der Symptome.

    Genitalherpes ohne sexuellen Kontakt?

    Ohne den Kontakt zur Haut überlebt das Virus an der Luft nur sehr kurz. Es ist daher eher unwahrscheinlich, sich beispielsweise über gemeinsam benutzte Handtücher anzustecken. Es ist aber nicht auszuschließen, dass das Virus etwa beim Küssen weitergegeben wird. Zudem kann es über die Hände von einer Körperregion zur nächsten wandern.

    Selten kann es vorkommen, dass eine Mutter die Viren bei der Geburt auf ihr Kind überträgt. Im Falle eines akuten Ausbruchs raten Mediziner daher meistens zu einem Kaiserschnitt, um das Risiko zu verringern.

    Genitalherpes: Wann treten welche Symptome auf?

    Eine Ansteckung mit dem Virus verursacht normalerweise keine Beschwerden. Symptome machen sich erst bei einem Genitalherpes-Ausbruch bemerkbar. Bei einem großen Teil der Menschen, die das Virus in sich tragen, kommt es dazu jedoch nie. Es ist nicht bekannt, warum Genitalherpes nur bei einem Teil der Betroffenen ausbricht.

    Genitalherpes-Symptome

    Es ist individuell unterschiedlich, wie stark die Symptome sind, die ein Genitalherpes verursacht. In der Regel sind sie am schlimmsten, wenn die Erkrankung das erste Mal auftritt und schwächen sich bei weiteren Ausbrüchen ab. Typische Anzeichen sind:

    • schmerzhafte, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die schließlich aufplatzen und verkrusten,
    • Kribbeln, Brennen und Jucken im betroffenen Bereich,
    • Schmerzen beim Wasserlassen (insbesondere bei Frauen),
    • Fieber,
    • allgemeines Krankheitsgefühl,
    • geschwollene Lymphknoten (insbesondere beim ersten Ausbruch).

    Genitalherpes bei der Frau

    Genitalherpes bei der Frau zeigt sich besonders häufig im Bereich der Schamlippen, aber auch in der Scheide und am Gebärmutterhals. Das Kribbeln kann bis zur Hüfte oder in die Beine ziehen. Zudem kann es zu Schmerzen beim Wasserlassen kommen. Sogar eine vorübergehende Funktionsstörung der Blase, bei der Patienten entweder Schwierigkeiten haben, die Blase vollständig zu entleeren oder den Harnabgang zu kontrollieren, ist nicht auszuschließen. Mitunter tritt parallel eine Pilzinfektion auf.

    Genitalherpes beim Mann

    Auch beim Mann sind hauptsächlich die Geschlechtsorgane von Symptomen betroffen. Das können der Penis und die Vorhaut sein oder auch der Hodensack. Die Symptome müssen jedoch nicht auf diese Bereiche beschränkt sein, sie können beispielsweise auch den Analbereich oder die Oberschenkel betreffen.

    Genitalherpes: Was tun?

    Genitalherpes-Infektionen sind nicht heilbar. Es gibt jedoch Medikamente, die den Verlauf der Krankheitsausbrüche abmildern können. Wenn es sehr häufig zu Ausbrüchen kommt, können diese Mittel auch vorbeugend eingesetzt werden, um die Zahl der Herpes-Attacken zu verringern.

    Mann nimmt Medikamente gegen Genitalherpes.
    Genitalherpes ist nicht heilbar, die Krankheit lässt sich lediglich durch Medikamente eindämmen.

    © iStock / Inside Creative House

    Medikamente gegen Genitalherpes

    In erster Linie werden die Wirkstoffe Aciclovir, Famciclovir und Valaciclovir zur Behandlung bei Genitalherpes eingesetzt. Für eine erfolgreiche Therapie ist es wichtig, möglichst schnell zu beginnen. Sobald sich die ersten Anzeichen bemerkbar machen, sollte man möglichst innerhalb von 24 Stunden reagieren. Die Medikamente wirken nur in Tablettenform. Eine äußere Anwendung hat keinen Effekt.

    Symptome lindern

    Einige Genitalherpes-Symptome sind sehr belastend und können durch verschiedene Maßnahmen abgeschwächt werden. Bei starken Schmerzen kann es beispielsweise sinnvoll sein, in Absprache mit dem Arzt Schmerzmittel einzunehmen. Frauen können zudem warme Sitzbäder ohne Badezusätze oder Seife ausprobieren, wenn sie Beschwerden beim Wasserlassen haben.

    Genitalherpes: Wie kann man ihn verhindern?

    Herpes im Intimbereich lässt sich nur begrenzt vorbeugen. Die wichtigste Maßnahme ist ohne Frage ein Kondom, das auch beim Oralverkehr verwendet werden sollte. Frauen können Femidome („Kondom für die Frau“) verwenden. Für den Oralverkehr bei der Frau gibt es auch Oralschutztücher („Lecktücher“).

    Allerdings bieten diese Maßnahmen keinen hundertprozentigen Schutz, da sie in der Regel nicht alle betroffenen Hautareale abdecken. Und Viren können auch über die Hände an andere Körperregionen übertragen werden. Während eines akuten Ausbruchs ist es daher wichtig, auf sexuelle Kontakte zu verzichten. Das Risiko für Infektionen mit Genitalherpes steigt zudem bei häufigen Wechseln der Geschlechtspartner und ist für Frauen etwas höher als für Männer, da ihre Schleimhäute empfindlicher sind.

    Während prinzipiell klar ist, wie man eine Ansteckung mit Genitalherpes vermeiden kann, ist weniger über die genauen Auslöser, die den Ausbruch einer Infektion verursachen, bekannt. Die Wahrscheinlichkeit für einen akuten Ausbruch scheint sich durch verschiedene Faktoren zu erhöhen. Dazu gehören:

    • anhaltender psychischer Stress
    • andere Infektionskrankheiten, die das Immunsystem belasten (beispielsweise eine Erkältung)
    • starke körperliche Belastungen
    • Hautverletzungen
    • Menstruation bei Frauen
    • das Tragen enger Kleidung

    Einem Genitalherpes-Ausbruch können Sie daher vorbeugen, indem Sie Ihr Immunsystem stärken, vor allem durch eine ausgewogene und vollwertige Ernährung, regelmäßige Bewegung, am besten an der frischen Luft, genug Schlaf und Stressabbau.

    War dieser Artikel hilfreich?

    Eine Frau niest, sie hatte eine Sommergrippe.
    Immunsystem
    An dem Bein einer jungen Frau zieht sich eine Krampfader entlang.
    Haut & Allergie
    Eine Frau ist im Freien und putzt sich die Nase.
    Haut & Allergie
    Eine Frau hält sich mit den Händen ihren unteren Rücken.
    Muskel-Skelett-System
    Ein Mann sitzt auf der Couch und kreist die Schulter, er hat Schmerzen.
    Muskel-Skelett-System
    Junger Mann mit amputiertem Bein bei Training mit seiner Prothese gegen Phantomschmerz.
    Gehirn & Nerven