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Alles andere als peinlich: 7 häufige Sex-Unfälle

Mann und Frauen liegen unter einer Decke auf dem Bett.

© iStock / eclipse_images

Lesezeit: 5 Minuten28.10.2020Aktualisiert: 18.08.2022

Verletzungen beim Sex sind nicht die Regel, doch im Eifer des Gefechts können sie schon mal vorkommen. Welches die gängigsten Sex-Unfälle beim Geschlechtsverkehr sind und was im Notfall zu tun ist, erfahren Sie hier.

Inhalte im Überblick

    Was tun bei einem Sex-Unfall?

    Für viele Menschen ist Sex die schönste Nebensache der Welt. Auch unser Körper freut sich darüber, denn beim Akt werden Endorphine freigesetzt und unser Stresspegel geht deutlich nach unten. Doch vor allem bei zu großer Experimentierfreude im Bett kann es auch zu schmerzhaften Missgeschicken beim Tête-à-Tête kommen.

    Eine Umfrage des Online-Gesundheitsunternehmens EuroClinix unter 2.000 Briten zeigte: 15 Prozent von ihnen haben sich schon einmal beim Sex verletzt – nur zwei Prozent der Befragten suchten deshalb allerdings eine Ärztin oder einen Arzt auf. Zu wenig, denn je nach Sexunfall sollte schnellstmöglich und mit gutem Gewissen ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden, um Folgeerkrankungen zu verhindern.

    Mann und Frau liegen auf dem Bett und streicheln einander.
    Beim Sex mit dem Partner kann es zum Unfall kommen.

    © iStock / South_agency

    Was sind die häufigsten Sex-Unfälle?

    Es kann zu unterschiedlichsten Verletzungen beim Sex kommen. Lesen Sie hier, welche die gängigsten sind und wie sie behandelt werden sollten:

    1. Von Muskelzerrungen bis Hautabschürfungen

    Was im Alltag leicht passieren kann, ist auch beim Geschlechtsverkehr nicht selten. Wer sich etwa auf dem Teppichboden vergnügt, kann sich an der Haut verletzen. Meistens handelt es sich dabei aber um eher harmlose Hautabschürfungen, die lediglich gereinigt und gegebenenfalls desinfiziert werden müssen. Auch Muskelzerrungen in der Wade oder im Oberschenkel können vorkommen, insbesondere wenn man ungewohnte Stellungen ausprobiert.

    Ein weiterer Ort, an dem Vorsicht geboten ist, ist die Dusche. Auf dem nassen Boden können die Sexualpartner ausrutschen und sich Hämatome oder sogar Knochenbrüche zuziehen.

    2. Verletzungen durch eingeführte Gegenstände

    Immer wieder suchen Menschen die Notaufnahme auf, weil in ihren Körperöffnungen Gegenstände stecken, die da nicht hingehören – zum Beispiel ein Kabel in der Harnröhre, eine Flasche im Anus oder in der Vagina. Doch längst nicht alle Betroffene suchen sofort medizinische Hilfe. Ein fataler Fehler, da Fremdkörper in Körperöffnungen sehr gefährlich werden können!

    Dies geht beispielsweise aus einem Bericht des Departments of Surgery des Frere Hospitals in Südafrika hervor, der sich mit Gegenständen (darunter Batterien) in der Harnröhre beschäftigt: Komplikationen wie eine Harnblasenentzündung, Schmerzen beim Wasserlassen oder Blut im Urin sind keine Seltenheit – im schlimmsten Fall kann es zum Tod durch eine Blutvergiftung (Sepsis) kommen.

    Beim Liebesspiel sollten Sie lieber auf geprüfte Sexspielzeuge zurückgreifen. Falls es doch einmal zu einem Unfall kommt, ist vor allem eines zu beachten: Haben Sie keine falsche Scham und gehen sie schnell zur Ärztin oder zum Arzt oder gegebenenfalls in die Notaufnahme. Dort werden die eingeführten Gegenstände vorsichtig und sicher entfernt, sodass mögliche Komplikationen sich in der Regel vermeiden lassen.

    3. Riss des Vorhautbändchens

    Ein Sexunfall-Klassiker ist der Riss des Penisbändchens. Zu solch einer Verletzung kommt es meist dann, wenn das Bändchen, das die Vorhaut an der Eichel befestigt, von Natur aus recht kurz ist und durch die Erektion bereits stark gespannt wird. Zu heftige Bewegungen beim Sex können dann dazu führen, dass das Vorhautbändchen einreißt. Weil eine Arterie in dem Bändchen verläuft, ist die Blutung sehr stark und muss unmittelbar gestoppt werden.

    Als Erste-Hilfe-Maßnahme wird ein steriles Tuch auf die Wunde gedrückt. Kann die Blutung nicht gestoppt werden, muss eine Ärztin oder ein Arzt die Wunde mit einer kleinen Naht verschließen.

    4. Penisbruch

    Die wohl bekannteste, wenn auch eher seltene, Verletzung bei Liebesspiel und Masturbation ist der Penisbruch (Schwellkörperruptur). Dieser passiert, wenn der Penis stark abknickt und dadurch die Kapsel des Schwellkörpers reißt. Typischerweise passiert das bei heftigen schnellen Bewegungen, wenn der nicht ganz steife Penis aus der Vagina herausrutscht und dann beim erneuten Eindringen das Ziel verfehlt.

    Am häufigsten tritt dies bei der Missionarsstellung und bei der sogenannten „Doggy“-Position auf. Der Bruch wird von einem Knall begleitet, der durch den Riss der Bindegewebsschicht um die Schwellkörper (Tunica albuginea) entsteht. Neben einer sofortigen und starken Schwellung des Penises kommt es zu einer violetten Färbung.

    Eine sofortige Operation des Gliedes nach größeren Einrissen ist wichtig – sonst kann es zu Folgeerkrankungen wie einer Penisverkrümmung, einer erektilen Dysfunktion oder einer Harnröhrenverengung kommen. Bis zum OP-Termin sollte der Penis gekühlt werden. Wird die Verletzung schnell behandelt, bleibt in der Regel kein funktionsstörender Schaden zurück.

    5. Hodentorsion

    Verdrehen sich die Hoden, werden die Blutgefäße und Nerven abgeschnürt, die den Hoden versorgen. Betroffen sind überwiegend Kleinkinder und Jugendliche. Der Hoden kann sich spontan drehen, zum Beispiel beim Radfahren, aber eben auch beim Geschlechtsverkehr. Eine Hodentorsion ist ein Notfall und erfordert einen sofortigen Arztbesuch. Falls der Unfall nachts passiert, ist die umliegende Klinik die erste Anlaufstelle. Denn ohne schnelle Behandlung kann die Keimdrüse absterben.

    6. Wundreiben

    Bei Scheidentrockenheit (vaginale Atrophie) können sich Vagina und Penis wundreiben – wenn man nicht rechtzeitig stoppt, kann die Scheide dabei sogar so einreißen, dass schmerzhafte Wunden entstehen.

    Salben mit Dexpanthenol oder Hamamelis beruhigen die Haut und lassen die Irritationen rasch wieder abheilen. Bis sich die Haut regeneriert hat, sollte man sich mit dem Sex zurückhalten – und in Zukunft präventiv Gleitmittel verwenden.

    7. Bisswunden

    Leicht am Ohrläppchen zu knabbern ist völlig harmlos – wer allerdings in Ektase seinen Sexualpartner richtig beißt, kann ihn damit verletzen. Meistens reicht es aus, die Wunden zu desinfizieren und mit einer Wundsalbe zu versorgen.

    Bei tieferen Bisswunden sollte eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden, der unter Umständen Antibiotika verschreibt. Denn im Mund befindet sich viele Bakterien, die nichts im Blut verloren haben und Entzündungen auslösen können.

    So können Sie Sex-Unfällen vorbeugen

    • Es ist wie beim Sport: Je beweglicher Sie sind, desto weniger werden die Muskeln überdehnt. Yoga kann zum Beispiel helfen, die Beweglichkeit zu steigern.
    • Bett oder Badewanne? Der sicherste Ort, um Verletzungen beim Sex vorzubeugen, ist sicherlich das Bett. Bei Teppichen benutzen Sie zur Abfederung lieber eine Decke und in der Badewanne eine rutschfeste Unterlage.
    • Bei heftigen Stößen achten Sie darauf, dass der Penis nie ganz aus der Vagina herausgleitet, um ein Abrutschen zu verhindern.
    • Benutzen Sie Sexspielzeug nur für den zugewiesenen Zweck.
    • Verwenden Sie Gleitgeld, gerade bei längeren Liebesspielen oder einer trockenen Scheide sorgt es dafür, dass die Scheidenschleimhaut möglichst geschmeidig ist.

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