Organe
So können Sie Ausbruch und Übertragung von Lippenherpes verhindern
Veröffentlicht am:25.06.2021
aktualisiert am 22.09.2026
7 Minuten Lesedauer
Die schmerzhaften Herpesbläschen an der Lippe sind zwar lästig, die Viruserkrankung ist aber meist harmlos. Symptome lassen sich lindern und es gibt Maßnahmen, um einer wiederholten Erkrankung vorzubeugen.

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Inhalte im Überblick
- Was ist Lippenherpes?
- Wie entsteht Lippenherpes?
- Was hat Mundfäule mit Lippenherpes zu tun?
- Kann Lippenherpes gefährlich sein?
- Wann sollte man bei einer Herpesinfektion eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen?
- Wie bekommt man Lippenherpes schnell weg?
- Wie lässt sich Lippenherpes vorbeugen?
- Wann ist Herpes für Babys gefährlich und wie kann man sie schützen?
Was ist Lippenherpes?
Viele Menschen kennen das: erst ein Kribbeln, Spannen oder Brennen an der Lippe, dann Rötung und schmerzende, juckende Bläschen. Diese brechen auf und setzen ein Sekret frei. Schließlich bilden sich Verkrustungen.
Unbehandelt heilt ein Lippenherpes nach etwa ein bis zwei Wochen von selbst ab. Dauer und Schweregrad variieren individuell stark. Meist sind die Lippen betroffen. Die Infektion kann sich aber auch auf die umliegende Haut, die Mundhöhle oder in Richtung Nase ausbreiten.
Wie entsteht Lippenherpes?
Lippenherpes – medizinisch Herpes labialis – wird vor allem von Herpes-simplex-Viren 1 (HSV-1) verursacht. Daneben gibt es noch das Herpes-simplex-Virus 2 (HSV-2), das überwiegend zu Genitalherpes führt. Die Familie der Herpesviren umfasst etwa 130 Arten, von denen acht für den Menschen pathogen sind. Herpesviren gehören zu den häufigsten Infektionsursachen beim Menschen.
Wer sich einmal angesteckt hat, bei dem können die Lippenbläschen immer wieder auftreten. Die Viren verweilen nämlich lebenslang in den Knoten, den sogenannten Ganglien, des Trigeminus-Nervs, der das Gesicht versorgt.
Wie steckt man sich mit Lippenherpes an?
Herpesviren können beispielsweise durch Küssen, aber auch durch kontaminierte Gegenstände oder Finger übertragen werden. Auch durch Oralverkehr ist eine Übertragung möglich. Die Viren können beim Sex in den Genitalbereich gelangen und lösen dort einen Genitalherpes aus, normalerweise vom HSV-2 verursacht.
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Wieso kommt es immer wieder zu Lippenherpes?
Die meiste Zeit verharren die Viren in einem Ruhezustand. Erst wenn das Immunsystem geschwächt oder gefordert ist, wandern die Viren entlang der Nerven zur Hautoberfläche und führen zu den typischen Symptomen.
Etwa 30 Prozent der Menschen, die das Virus in sich tragen, bekommen einen Herpes an der Lippe. Fünf bis zehn Prozent leiden sogar mehr als fünfmal im Jahr daran. Auslöser für diesen als Reaktivierung bezeichneten Prozess können sein:
- andere Infektionskrankheiten (zum Beispiel eine Erkältung oder Grippe)
- Medikamente (zum Beispiel Kortison)
- Stress
- hormonelle Schwankungen
- starke Sonneneinstrahlung
- sehr heiße oder sehr kalte Temperaturen
- Reizungen der Haut im Lippenbereich
Was hat Mundfäule mit Lippenherpes zu tun?
Rund 80 Prozent der Erwachsenen tragen das Herpes-Virus in sich. Die meisten Menschen infizieren sich bereits im Kindesalter. Oft geschieht die Ansteckung unbemerkt. Mitunter verursacht sie jedoch auch Symptome. So kann Herpes im Mund als sogenannte Mundfäule auftreten.
Das ist eine Erkrankung der Mundschleimhaut und des Zahnfleisches, bei der sich zahlreiche schmerzhafte entzündete Stellen auf der Wangenschleimhaut, dem Zahnfleisch, der Zunge, dem Gaumen, aber auch auf den Lippen und um den Mund herum bilden können. Oft kommt hohes Fieber hinzu. Betroffen sind meist Babys und Kleinkinder bis zum fünften Lebensjahr.
Weil die Symptome sehr schmerzhaft sein können, wollen betroffene Kinder meist nichts essen oder trinken. Als Mundfäule wird die Erkrankung bezeichnet, da ein fauliger Mundgeruch auftritt. Die akuten Symptome halten in der Regel vier bis fünf Tage an. Es kann jedoch bis zu drei Wochen dauern, bis die Bläschen vollständig abgeheilt sind.
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Kann Lippenherpes gefährlich sein?
In den allermeisten Fällen ist Lippenherpes zwar lästig, aber nicht gefährlich. Es gibt jedoch Ausnahmen:
Virusinfektion am Auge
Herpes bei einem geschwächten Immunsystem
Herpes-Enzephalitis
Wann sollte man bei einer Herpesinfektion eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen?
In folgenden Fällen sollte man ärztlichen Rat einholen:
- bei großflächiger Ausbreitung der Bläschen
- wenn sich die Beschwerden nach einigen Tagen nicht bessern
- bei starken Schmerzen
- wenn es zu Vereiterungen kommt (zusätzliche Infektion mit Bakterien)
- bei einer bekannten schweren Störung des Immunsystems, etwa einer HIV-Infektion oder unter Chemotherapie

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Wie bekommt man Lippenherpes schnell weg?
Bisher ist es nicht möglich, die Viren dauerhaft aus dem Körper zu entfernen. Die Symptome von Lippenherpes lassen sich aber behandeln.
Schon bei den ersten Anzeichen wie Kribbeln und Spannen an einer Hautstelle sollte man sofort eine Salbe mit einem antiviralen Wirkstoff (Aciclovir oder Penciclovir) aus der Apotheke auftragen. Dies muss konsequent für etwa fünf Tage alle zwei bis drei Stunden durchgeführt werden.
Beschwerden werden so gelindert, die Krankheitsdauer kann um etwa einen Tag verkürzt werden.
Tabletten mit virushemmenden Wirkstoffen sind nur auf Rezept erhältlich und können bei frühzeitigem Einsatz die Krankheitsdauer ebenfalls um einen Tag verkürzen. Es ist unklar, ob diese wirksamer sind als Cremes. Sie müssen aber nur ein- bis zweimal am Tag eingenommen werden. Bei geschwächtem Immunsystem, wie etwa unter einer Chemotherapie, ist die Wirkung der Tabletten aber deutlich größer.
Was darf man mit Lippenherpes nicht machen?
Sollte es zu einer Herpesinfektion gekommen sein, lässt sich eine Ausbreitung auf andere Körperstellen und eine Übertragung auf andere Menschen durch diese Hygieneregeln vermeiden:
- Küssen unterlassen, nichts mit anderen teilen, was mit den Bläschen in Kontakt kommt (Geschirr, Waschlappen, Handtücher), eventuell Einwegwaschlappen und -handtücher nutzen
- Bläschen nicht berühren oder die Kruste abkratzen, die Flüssigkeit sollte nicht an andere Körperstellen oder gar in die Augen gelangen
- Kontaktlinsenträger und Kontaktlinsenträgerinnen können zur Sicherheit in der Zeit auf eine Brille zurückgreifen
- kein Oralsex
- Sport mit Körperkontakt vermeiden
Wie lässt sich Lippenherpes vorbeugen?
Eine Impfung gegen Herpesviren existiert bisher nicht. Es gibt allerdings einige Maßnahmen, die helfen können, Herpesbläschen zu verhindern:
- Stress möglichst vermeiden
- keine exzessiven Sonnenbäder nehmen
- die Lippen pflegen (zu einer Reaktivierung kommt es leichter bei spröden Lippen), bei starker Sonneneinstrahlung Lippenbalsam mit Lichtschutzfaktor (LSF mindestens 20) auftragen
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Wann ist Herpes für Babys gefährlich und wie kann man sie schützen?
Infizieren sich Neugeborene bis zur achten Lebenswoche mit dem Herpes-simplex-Virus (Typ 1 oder 2), kann das zu einer Herpes-Enzephalitis, einer Gehirnentzündung, führen. Diese kann bleibende Schäden oder sogar den Tod zur Folge haben.
Die Ansteckung erfolgt typischerweise bei der Geburt durch Genitalherpes der Mutter. Frauen, die während der Schwangerschaft das erste Mal an einem Genitalherpes erkranken, sollten daher einen Kaiserschnitt erwägen.
Um Neugeborene und Babys nicht mit Lippenherpes zu infizieren, sollten Eltern sowie andere Personen, die in engem Kontakt mit dem Kind stehen und die akut Herpesbläschen haben, diese Vorsichtsmaßnahmen beachten:
- einen Mundschutz tragen, wenn sie sich in der Nähe des Kindes aufhalten
- die Hände regelmäßig waschen
- sind die Brustwarzen befallen, das Kind nicht stillen
- auf Küssen verzichten
- Schnuller nicht in den Mund nehmen
- verhindern, dass das Kind die Herpesbläschen berührt
Die Inhalte unseres Magazins werden von Fachexpertinnen und Fachexperten überprüft und sind auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft.
Al-Hallak, M.A.G., Karkoutly, M., Hsaian, J.A. et al.: Effect of combined antimicrobial photodynamic therapy and photobiomodulation therapy in the management of recurrent herpes labialis: a randomized controlled trial. Sci Rep 15, 16264 (2025).
Saluzzo, S.: Herpesviren: Überblick und Therapie. hautnah 23, 50–62 (2024).
Gesundheit.de, S. Schönit: Mundfäule – was hilft wirklich?
Bundesministerium für Gesundheit: Lippenherpes.
Kinderärzte im Netz:
Herpes simplex – Auswirkungen.
Herpes simplex – Was ist Herpes?
Springer Medizin:









