Herz & Kreislauf
Holiday-Heart-Syndrom: Wie ein Drink zu viel das Herz stolpern lässt
Das Holiday-Heart-Syndrom trifft selbst Gesunde: Bei Menschen, die aus besonderem Anlass mehr Alkohol trinken als üblich, schlägt das Herz plötzlich unregelmäßig: Was es genau ist und wie gefährlich dieses Syndrom werden kann.

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Inhalte im Überblick
- Was ist das Holiday-Heart-Syndrom?
- Ab welcher Alkoholmenge kann das Holiday-Heart-Syndrom auftreten?
- Wie bringt Alkohol das Herz aus dem Takt?
- Welche Symptome treten beim Holiday-Heart-Syndrom auf?
- Ist das Holiday-Heart-Syndrom gefährlich?
- Was muss ich bei Symptomen eines Holiday-Heart-Syndroms tun?
- Wie kann man dem Holiday-Heart-Syndrom vorbeugen?
Was ist das Holiday-Heart-Syndrom?
Urlaubszeit ist Genusszeit, und da greift man schneller mal zum Glas: ein Cocktail im Liegestuhl, Wein zum Essen, danach noch einen Schnaps. Doch gerade diese ausgelassenen Momente können das Herz aus dem Takt bringen. Fachleute sprechen dann vom Holiday-Heart-Syndrom. Das sind Herzrhythmusstörungen, die bei eigentlich gesunden Menschen nach reichlich Alkohol auftreten.
Meist zeigt sich ein unregelmäßiger, schneller Herzschlag oder starkes Herzklopfen und -stolpern innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach dem Alkoholkonsum. Die Ursache ist in der Regel ein sogenanntes Vorhofflimmern, eine Rhythmusstörung, bei der die Impulsweiterleitung im Herzen gestört ist. Den Namen erhielt das Syndrom, weil sich solche Fälle rund um Feiertage, Wochenenden und im Urlaub häufen.
Wichtig: Anders als zum Beispiel eine alkoholbedingte Herzmuskelerkrankung ist das Holiday-Heart-Syndrom keine chronische Erkrankung, sondern eine akute Reaktion auf übermäßigen Alkoholkonsum.
Ab welcher Alkoholmenge kann das Holiday-Heart-Syndrom auftreten?
Exzessiver Alkoholkonsum, das sogenannte Binge-Drinking, ist der Hauptauslöser für das Holiday-Heart-Syndrom. Dafür reichen fünf oder mehr Gläser innerhalb weniger Stunden. Und schon eine einzelne Trinkphase kann genügen, um den Herzrhythmus zu stören – auch bei jungen Menschen ohne Vorerkrankungen des Herzens.
Grundsätzlich gilt: Je mehr jemand trinkt, desto höher ist das Risiko für ein Holiday-Heart-Syndrom. Eine genaue Grenze, also eine Alkoholmenge, ab der das Herz reagiert, lässt sich nach aktuellem Forschungsstand allerdings nicht festlegen.
Wie stark Alkohol das Herz beeinflusst, zeigt eine Studie mit Menschen, die bereits Vorhofflimmern hatten: Wer mehr als zwei alkoholische Getränke innerhalb von vier Stunden trank, hatte ein mehr als dreieinhalbfach erhöhtes Risiko für ein erneutes Auftreten von Vorhofflimmern als Studienteilnehmende, die keinen Alkohol tranken.
Wie bringt Alkohol das Herz aus dem Takt?
Alkohol wirkt über mehrere Wege auf das Herz. Zum einen stört er das vegetative Nervensystem: Er kurbelt den antreibenden Teil an und bremst den beruhigenden. Die Folge sind ein höherer Puls und eine größere Bereitschaft des Herzens, aus dem Takt zu geraten.
Zum anderen bringt Alkohol den Mineralhaushalt durcheinander, unter anderem, weil er harntreibend wirkt und zu Erbrechen führen kann. Beides schwemmt wichtige Elektrolyte wie Kalium und Magnesium aus. Ist der Elektrolytspiegel im Körper verschoben, kann dies Rhythmusstörungen begünstigen.
Dazu setzt Alkohol entzündliche Prozesse im Körper in Gang, indem er die Freisetzung von inflammatorischen Zytokinen fördert. Sie können die Herzfunktion beeinträchtigen.
Gibt es noch andere Auslöser als Alkohol für das Holiday-Heart-Syndrom?
Neben dem Alkohol können auch üppiges, vor allem salziges Essen sowie Feiertagsstress auf das Herz einwirken.
Welche Symptome treten beim Holiday-Heart-Syndrom auf?
Das häufigste Anzeichen ist Herzklopfen nach dem Alkoholkonsum: Das Herz schlägt spürbar unregelmäßig und manchmal auch schneller. Dazu können Schwindel, Brustschmerzen, Kurzatmigkeit, Müdigkeit und ein Schwächegefühl kommen. In manchen Fällen tritt sogar eine kurze Ohnmacht auf.
Allerdings spürt nicht jeder oder jede Betroffene das Vorhofflimmern. Es kann auch ohne Beschwerden ablaufen – und genau das kann es für manche Menschen zu einer unerkannten Rhythmusstörung werden lassen.
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Ist das Holiday-Heart-Syndrom gefährlich?
Bei herzgesunden Menschen verläuft das Holiday-Heart-Syndrom meist glimpflich und oft sogar folgenlos. Gefährlich wird es vor allem dann, wenn das Vorhofflimmern dauerhaft bleibt und Komplikationen verursacht – wie einen Schlaganfall.
Denn beim Vorhofflimmern ziehen sich die Vorhöfe des Herzens nur noch chaotisch zusammen, sie „flimmern“. Dadurch staut sich das Blut in den Vorhöfen, sodass sich Gerinnsel bilden können. Gelangen diese ins Gehirn, lösen sie dort einen Schlaganfall aus.
Wie gefährlich das Holiday-Heart-Syndrom für den Einzelnen oder die Einzelne ist, können Fachleute nur schwer sagen. Besonders vorsichtig sollten allerdings insbesondere Menschen sein, die bereits Beschwerden mit dem Herzen haben.
Holiday-Heart-Syndrom: Wer ist besonders gefährdet?
Das Holiday-Heart-Syndrom kann zwar jeden treffen, doch das Risiko für das Vorhofflimmern steigt bei Vorerkrankungen und Merkmalen wie Bluthochdruck, einem Alter über 65 Jahren, Schlafapnoe oder einer bestehenden Herzerkrankung.
Fachleute vermuten zudem, dass die schädlichen Effekte bei älteren Menschen mit Begleiterkrankungen wie Übergewicht oder Diabetes stärker ausfallen.
Wie lange dauert das Vorhofflimmern beim Holiday-Heart-Syndrom an?
In den meisten Fällen ist das Holiday-Heart-Syndrom schnell vorbei. Denn das Vorhofflimmern verschwindet oft innerhalb weniger Tage, sobald kein Alkohol mehr im Spiel ist. Dann normalisiert sich der Rhythmus in der Regel wieder von selbst.
Bis zur vollständigen Erholung können allerdings einige Tage vergehen und die Rhythmusstörungen können sogar zurückkehren – bei manchen Menschen noch bis zu einem Jahr später. Deswegen sollten Sie nach einem Holiday-Heart-Syndrom auf Alkohol verzichten. So senken Sie das Risiko für einen Rückfall.

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Was muss ich bei Symptomen eines Holiday-Heart-Syndroms tun?
Spüren Sie nach einer durchfeierten Nacht häufiges Herzstolpern oder einen unregelmäßigen Herzschlag, sollten Sie einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Kommen Herzrasen, Brustschmerz und Atemnot dazu, wählen Sie den Notruf.
Je nach Schweregrad behandeln Mediziner und Medizinerinnen die Rhythmusstörungen unterschiedlich: Sie gleichen den Flüssigkeits- sowie Mineralhaushalt aus und setzen möglicherweise Medikamente gegen die Herzrhythmusstörungen ein.
Bekommen sie die Rhythmusstörungen mit Medikamenten jedoch nicht in den Griff oder halten sie weiter an, kann es sein, dass ein kontrollierter Stromstoß das Herz wieder in den richtigen Takt bringen muss. Besteht zudem ein erhöhtes Risiko für ein Gerinnsel, werden die Fachleute Ihnen Gerinnungshemmer verabreichen.
Wie kann man dem Holiday-Heart-Syndrom vorbeugen?
Wer sich vor dem Holiday-Heart-Syndrom schützen möchte, sollte gar keinen Alkohol oder nur in Maßen trinken. Wenn sie Alkohol trinken: Wechseln Sie bei Feiern alkoholische Getränke mit Wasser ab. Greifen Sie zwischendurch bewusst zu alkoholfreien Alternativen. Auch weniger salziges Essen, regelmäßige Bewegung und Pausen vom Stress entlasten das Herz.
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Herzmedizin (2025): Holiday-Heart-Syndrom: Alkohol bringt das Herz aus dem Takt.
ACP Journals (2021): Acute Consumption of Alcohol and Discrete Atrial Fibrillation Events.
American Heart Association (2025): Before you toast, know the risks of ‘holiday heart syndrome’.
Cleveland Clinic (2025): Holiday Heart.







