Haut & Allergie

Was hilft gegen Sonnenbrand?

Veröffentlicht am:16.06.2022

aktualisiert am 03.06.2026

7 Minuten Lesedauer

Ein Sonnenbrand kann schnell auftreten, wenn man sich nicht ausreichend vor UV-Strahlung schützt – egal, ob am Strand oder bei einem Spaziergang. Verschiedene Hausmittel und Cremes versprechen Abhilfe. Was hilft wirklich?

Eine Frau im blauen Bikini hat einen Sonnenbrand auf dem gesamten Rücken.

© iStock / andriano_cz

Wie entsteht ein Sonnenbrand?

Bei einem Sonnenbrand dringen zu viele ultraviolette Strahlen (UV-Strahlen) in die Haut ein, schädigen die Hautzellen und führen zu Entzündungen des Gewebes. Das Ausmaß der Hautschädigung kann sehr unterschiedlich sein. Besonders häufig sind junge Menschen davon betroffen.

Nach zu viel Sonnenbestrahlung dauert es etwa vier bis sechs Stunden, bis sich die ersten Symptome eines Sonnenbrands zeigen: Die Haut rötet sich und fängt an zu brennen und zu schmerzen. Oft kommt noch Juckreiz dazu. Bei stärkeren Verbrennungen bilden sich Blasen und manchmal können Fieber und andere Allgemeinsymptome hinzukommen.

Nach etwa einem Tag haben die Beschwerden in der Regel ihren Höhepunkt erreicht. Ihr Ausmaß sowie ihre Dauer sind abhängig vom Schweregrad des Sonnenbrandes. Ein leichter Sonnenbrand sollte nach etwa einer Woche verheilt sein, bei einem schweren Sonnenbrand dauert die Heilung länger.

Welche Arten von Sonnenbrand gibt es?

Je nachdem, wie stark die Haut durch die UV-Strahlung geschädigt ist, werden drei Arten von Sonnenbrand unterschieden:

  • Sonnenbrand ersten Grades: Die äußere Hautschicht ist geschädigt. Innerhalb von einigen Tagen oder einer Woche heilen die Beschwerden von selbst ab.
  • Sonnenbrand zweiten Grades: Die mittlere Hautschicht (Dermis) ist geschädigt, es bilden sich Blasen. Womöglich ist eine medizinische Behandlung notwendig. Die Heilung kann mehrere Wochen dauern.
  • Sonnenbrand dritten Grades: Diese Art ist sehr selten. Alle Hautschichten sowie die Fettschicht darunter sind geschädigt. Auch Nervenenden können zerstört sein. In diesem Fall ist eine Notfallbehandlung erforderlich.

Wie wirken die verschiedenen UV-Strahlen und warum ist ein Schutz wichtig?

UV-Strahlen sind je nach Jahres- und Tageszeit sowie Breitengrad unterschiedlich stark. Hautzellen und die Zellen der Augen, die sie aufnehmen, verändern sich dadurch. Wie stark die Veränderung ausfällt, hängt von der Art der UV-Strahlung ab:

  • UV-A-Strahlen: energiearme, langwellige Strahlen, die tiefer ins Gewebe eindringen
  • UV-B-Strahlen: kurzwellige, energiereichere Strahlen, die direkte Schäden an der DNA verursachen
  • UV-C-Strahlen: sehr energiereiche Strahlung, die normalerweise in den oberen Atmosphärenschichten ausgefiltert wird und daher den Körper nicht erreicht

Ein Schutz vor UV-Strahlung ist wichtig, weil eine hohe UV-Belastung nicht nur Sonnenbrand verursachen kann, sondern auch für die Augen schädlich ist und zu Pigmentstörungen führen kann. Sie fördert die Hautalterung sowie die Faltenbildung und ist darüber hinaus der größte Risikofaktor für Hautkrebs.

Darum sollten längere Aufenthalte in der prallen Sonne vermieden werden. Dies gilt für Erwachsene und noch mehr für Babys und Kinder, die besonders gefährdet sind.

Gibt es eine gesunde Bräune?

In der Oberhaut bilden die Zellen durch UV-B-Strahlung den Farbstoff Melanin, der nach einigen Tagen als Bräune wahrgenommen wird. Die UV-A-Strahlung bewirkt ein Nachdunkeln des Hautfarbstoffs. Eine intensive UV-Belastung sorgt dafür, dass sich die Zellteilung der Haut erhöht und sich die Hornhaut verdickt.

Dieser Schutzmechanismus der Haut kann einen Sonnenbrand zwar verzögern, trotzdem können die Zellen langfristig geschädigt werden, denn: Das Erbgut unserer Hautzellen kann schon durch eine geringe UV-Dosis verändert werden. Das heißt: Eine „gesunde Bräune“ gibt es nicht.

Erste Hilfe: Was können Sie bei Sonnenbrand tun?

Wenn Sie sich längere Zeit unzureichend geschützt in der Sonne aufgehalten haben und einen Sonnenbrand befürchten, ist es wichtig, sofort aus der Sonne zu gehen und die betroffenen Hautstellen zu kühlen – jedoch nicht mit Eis oder eiskalten Kühl-Packs.

Kühlen Sie die betroffene Stelle entweder unter fließendem Leitungswasser, das kalt, aber nicht eiskalt sein sollte, oder mit einem feucht-kühlen Umschlag. Verwenden Sie dazu sauberes Wasser und sauberes Umschlagmaterial, zum Beispiel sterile Kompressen.

Bei einem leichten Sonnenbrand können Sie anschließend eine parfümfreie und hautberuhigende Lotion mit Dexpanthenol (oder Panthenol) auftragen, um die Heilung der Haut zu unterstützen und zusätzlich die verbrannten Stellen zu kühlen. Achten Sie auch darauf, ausreichend zu trinken.

Wann sollten Sie bei Sonnenbrand einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen?

Bei einem schweren Sonnenbrand, der durch Bläschenbildung oder gar Ablösung der oberen Hautschichten gekennzeichnet ist, sollten Sie einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen. Sie schauen sich die Schwere und die Größe der verbrannten Hautfläche an und empfehlen eine geeignete Behandlung.

Bei einem Sonnenbrand dritten Grades ist möglicherweise eine Hauttransplantation erforderlich. Dabei wird die abgestorbene Haut entfernt, gesunde Haut an anderer Stelle entnommen und transplantiert.

Auch wenn der Sonnenbrand mit Allgemeinsymptomen wie Fieber, Übelkeit oder Kreislaufproblemen einhergeht, sollten Sie ärztlichen Rat in Anspruch nehmen. Versuchen Sie nicht, Brandbläschen selbst zu öffnen, weil das mit einem erhöhten Infektionsrisiko verbunden ist.

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Helfen Hausmittel bei Sonnenbrand?

Viele Menschen greifen bei leichtem Sonnenbrand auf einfache Hausmittel zurück. Doch es gibt kaum wissenschaftliche Belege, wie gut sie wirklich helfen. In einigen Fällen können sie sogar schaden.

Der Verein für Konsumenteninformation hat sich einige Hausmittel angeschaut und bewertet:

  • Quark soll kühlen, entzündungshemmend wirken und Feuchtigkeit spenden. Die enthaltenen Milchsäurebakterien sollen die Haut beruhigen und die Heilung fördern. Aber Achtung: Bisher ist nicht untersucht, ob die Milchsäurebakterien den Heilungsprozess tatsächlich unterstützen oder zusätzlichen Schaden anrichten. Bleibt der Quark länger auf der Haut und trocknet an, führt das eher zu einem Hitzestau und ist daher insgesamt nicht zu empfehlen.
  • Grüner und schwarzer Tee sollen entzündungshemmend wirken und die Zellregeneration fördern. Ein kühlender Wickel mit Tee-Sud kann bei mildem Sonnenbrand und intakter Haut für circa 15 Minuten angewendet werden. Verlässliche Studien zum Nutzen gibt es nicht. Vorsicht ist auch geboten, weil die adstringierende oder zusammenziehende Wirkung der Tees die Haut austrocknen kann.
  • Frische Gurkenscheiben sollen eine entzündungshemmende und kühlende Wirkung haben. Die kühlenden feuchten Scheiben einer Gurke können die Haut beruhigen. Es gibt Hinweise, dass das enthaltene Vitamin C helfen kann, die schädliche Wirkung von Radikalen, die bei dem Gewebeschaden durch den Sonnenbrand entstanden sind, entgegen wirkt und Reparaturprozesse fördert.
  • Honig gilt als entzündungshemmend und antibakteriell. Er sollte jedoch keinesfalls auf einen Sonnenbrand aufgetragen werden. Denn Haushaltshonig kann Verunreinigungen enthalten, die mehr Schaden als Nutzen verursachen können.
Eine junge Frau cremt sich mit Sonnencreme ein, um einen Sonnenbrand zu verhindern.

© iStock / LittleCityLifestylePhotography

Sonnencreme ist nur ein kleiner Teil des Sonnenschutzes und keineswegs eine Garantie für einen ausbleibenden Sonnenbrand.

Wie können Sie einem Sonnenbrand vorbeugen?

Um sich vor UV-Strahlen, Sonnenbrand und auch Hautkrebs zu schützen, ist es ratsam, folgende Regeln einzuhalten:

  • Meiden Sie die Mittagssonne und starke Sonneneinstrahlung.
  • Tragen Sie an sonnigen Tagen vor dem Aufenthalt im Freien auf die lichtausgesetzten Hautstellen Sonnencreme auf. Achten Sie auf einen ausreichend hohen Lichtschutzfaktor. (Achtung: Am Wasser, in der Höhe oder im Schnee ist die Strahlung intensiver. Menschen mit hellem Hauttyp müssen sich besonders schützen.)
  • Tragen Sie eine Kopfbedeckung und lange Kleidung, um die Haut zu schützen.
  • Schützen Sie Ihre Augen mit einer Sonnenbrille.
  • Informieren Sie sich über den aktuellen örtlichen UV-Index. Je höher der UV-Index ist, desto höher ist das Sonnenbrandrisiko. Ab einem UV-Index von drei sollten Sie sich schützen, ab acht ist besonderer Schutz notwendig. In der Mittagszeit sollten Sie möglichst nicht im Freien sein. Geht das nicht, dann unbedingt Schatten suchen.
  • Meiden Sie Solarien. Auch künstliche UV-Strahlung erhöht das Risiko für Hautkrebs und einen großflächigen Sonnenbrand.

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