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Schwimmen lernen für Kinder: Worauf Eltern achten sollten

Veröffentlicht am:30.06.2020

aktualisiert am 04.09.2026

9 Minuten Lesedauer

Immer weniger Kinder können schwimmen. Doch nur, wer sich sicher im Wasser bewegen kann, kann kritische Situationen meistern. Ab welchem Alter Kinder schwimmen lernen können, und was Eltern wissen sollten.

Kleiner Junge beim Schwimmunterricht im Hallenbad.

© iStock / Imgorthand

Warum sollten Kinder schwimmen lernen?

Ob im Meer, im Hallen- oder Freibad: Schwimmen macht riesig Spaß. Vorausgesetzt, man fühlt sich im Wasser wohl. Wer die richtigen Schwimmtechniken beherrscht, lernt, mit dem Element Wasser umzugehen – und verringert so das Risiko, in gefährliche Situationen zu geraten.

Die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) geht davon aus, dass ungefähr sechs von zehn Kindern am Ende der Grundschule nicht sicher schwimmen können. Und sogar jedes fünfte Kind zwischen sechs und zehn Jahren kann laut DLRG-Umfrage gar nicht schwimmen.

Nur wer sich sicher im Wasser bewegen kann, kann auch kritische Situationen meistern. Die Sicherheit spielt daher beim Schwimmenlernen eine wesentliche Rolle. In Schwimmkursen werden Kindern die wichtigsten Schwimmtechniken sowie der Umgang mit Hilfsmitteln beigebracht.

Ab wann sollten Kinder schwimmen lernen?

Es gibt keine konkrete Vorgabe, ab welchem Alter Kinder mit dem Schwimmenlernen beginnen sollte.  Dennoch ist es sinnvoll, früh zu starten. Denn je mehr Übung man hat und je früher man anfängt, desto wahrscheinlicher ist es, dass man sich später mit Leichtigkeit und Spaß durchs Wasser bewegt.

Kinder lernen den Umgang mit Wasser sehr intuitiv. Viele Eltern beginnen daher früh damit, ihren Nachwuchs ans Wasser zu gewöhnen.

Babyschwimmen: Gewöhnungskurse für die Kleinsten

Babyschwimmen und Wassergewöhnungskurse werden von verschiedenen Einrichtungen bereits ab einem Alter von drei Monaten angeboten. Je nach Anbieter kann das Alter variieren. Die Kurse finden immer gemeinsam mit einem Elternteil statt.

Beim Babyschwimmen lernen die Kleinsten keine Techniken. Es geht vielmehr darum, sie ans Wasser zu gewöhnen und ihre motorischen Fähigkeiten zu fördern. Babys können auf diese Weise spielerisch und ohne Druck an das Element Wasser herangeführt werden. Bis die Kinder schwimmen lernen, sollten sie sich jedoch niemals ohne Schwimmflügel und ohne Aufsicht im Wasser aufhalten.

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Ab wann können Kinder schwimmen lernen?

Ab einem Alter von etwa vier bis fünf Jahren sind Kinder koordinativ so weit, dass sie das Schwimmen richtig lernen können. Als grobe Orientierung dient folgende Faustregel: Wenn ein Kind Fahrrad fahren kann, kann es auch schwimmen lernen.

In einem Schwimmkurs lernen Kinder zunächst eine Schwimmart in Bauch- oder Rückenlage,  Tauchen und ins Wasser springen. Bewältigen sie diese Aufgaben, können sie sich ihr erstes Abzeichen, das „Seepferdchen“, abholen.

Aber Vorsicht: Laut der DLRG sind Kinder mit diesem Abzeichen noch keine sicheren Schwimmer und Schwimmerinnen. Sie beherrschen lediglich die Grundlagen. Erst mit dem  Bronze-Schwimmabzeichen haben sie ihre Fähigkeiten so weit ausgebaut, dass sie sich im Wasser sicher bewegen können.

Wie lernen Kinder in einem Kurs das Schwimmen?

Die DLRG, Schwimmvereine, Frei- und Hallenbäder sowie private Schwimmschulen bieten Schwimmkurse für Kinder an. Die Höhe der Kursgebühren und das zugrundeliegende Konzept sind dabei unterschiedlich.

Manche Anbieter begleiten Kinder über Jahre – bis zum Goldabzeichen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, Crashkurse oder Ferienkurse zu besuchen. Die DLRG bietet beispielsweise fortlaufend Kurse an. Eltern können sich über die Angebote in ihrer Nähe informieren.

Wie können Kinder in inklusiven Kursen schwimmen lernen?

Immer mehr Vereine und Schwimmschulen bieten inklusive Schwimmkurse an. Dort lernen Kinder mit und ohne Behinderung, wie sie Schwimmsicherheit erlangen. Die Gruppen sind kleiner, um besser auf die spezifischen Bedürfnisse der Kinder eingehen zu können.

Die Trainerinnen und Trainer sind entsprechend aus- oder weitergebildet. Sie überlegen sich ein Angebot, das sowohl das soziale Miteinander als auch die körperliche Entwicklung von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung fördert.

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Worauf kommt es beim Schwimmenlernen im Kurs an?

Ein Schwimmkurs sollte Kindern in erster Linie Spaß machen. Dennoch gibt es bei der Wahl des richtigen Schwimmkurses einige Kriterien zu beachten:

  • Kursleitung: „Schwimmlehrerin“ oder „Schwimmlehrer“ ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung. Fragen Sie daher ruhig nach der Ausbildung der Kursleitung.
  • Kursdauer: Ein Schwimmkurs sollte mindestens zehn Übungsstunden mit Einheiten von jeweils 45 Minuten umfassen.
  • Regelmäßigkeit: Der Kurs sollte mindestens einmal pro Woche stattfinden.
  • Kursgröße: Die Gruppengröße sollte zehn Kinder nicht überschreiten, damit die Schwimmlehrerin oder der Schwimmlehrer die Übersicht behält. Von Vorteil ist, wenn es noch eine zweite Betreuungsperson gibt.
  • Schwimmabzeichen: Das „Seepferdchen“ ist für Kinder eine große Motivation. Prüfen Sie, ob es die Möglichkeit gibt, ein Abzeichen zu machen.
  • Baderegeln: Der Kurs sollte neben dem Schwimmtraining auch Baderegeln und das richtige Verhalten in öffentlichen Gewässern vermitteln.

Welche Schwimmhilfen eignen sich für Kinder?

Viele Eltern möchten ihrem Kind Berührungsängste vor dem Wasser nehmen und sie mit einer Schwimmhilfe unterstützen. Fest steht, dass kein Hilfsmittel hundertprozentigen Schutz bietet. Manche schaden sogar mehr, als sie nützen. Wichtig: Eine Schwimmhilfe wird aufmerksame Eltern niemals ersetzen.

  • Wie gut sind Schwimmflügel?

    Oberarmschwimmhilfen unterstützen Kinder, den Kopf über Wasser zu halten. Da sie die Armbewegungen einschränken, sind sie aber eher zum Planschen als zum Schwimmenlernen geeignet. In der Regel kommen Schwimmflügel beim Babyschwimmen das erste Mal zum Einsatz.

    Eltern sollten beim Kauf der Flügel auf das Sicherheitsprüfsiegel GS (geprüfte Sicherheit) achten. Zudem sollten die Schwimmhilfen gut am Arm des Babys oder des Kindes sitzen. Vorsicht: Auch wenn die Schwimmflügel das Kind über Wasser halten – besonders bei Babys und Kleinkindern kann der Kopf nach vorn oder nach hinten kippen.

  • Wie geeignet sind Schwimmgürtel?

    Der Schwimmgürtel besteht aus mehreren Auftriebskörpern, die um den Bauch gebunden werden. Das macht den Gürtel sehr sicher, weil das Material nicht sinkt. Durch die Arm- und Beinfreiheit ist er optimal zum Schwimmenlernen geeignet. Es gibt unterschiedliche Schwimmgürtel – je nach Körpergewicht des Kindes.

  • Wie sicher ist eine Schwimmnudel?

    Schwimmnudeln sind circa 1,50 Meter lange Schaumstoffrollen mit einem Durchmesser von maximal 10 Zentimetern. Sie geben viel Auftrieb und können von jedem Menschen unabhängig von Größe und Gewicht genutzt werden. Um die richtige Schwimmkörperhaltung zu trainieren, hält man die Schaumstoffrolle mit beiden Händen vor dem Körper oder legt sie wie einen Rettungsring unter die Achseln.

    Doch Vorsicht: Da Schwimmnudeln nicht direkt am Körper befestigt sind, ist die Sicherheit hier sehr gering. Durch Loslassen oder den Versuch, sich zu drehen, können Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmer schnell untergehen.

  • Sind Schwimmbretter zum Schwimmen sinnvoll?

    Schwimmbretter haben einen starken Auftrieb und können das Schwimmenlernen unterstützen. Die Schaumstoffbretter werden mit ausgestreckten Armen vor dem Körper gehalten, um den Beinschlag zu trainieren.

    Aber Achtung: Schwimmbretter sind nur Trainingshilfen. Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmer dürfen damit nicht in offenen Gewässern schwimmen. Die Gefahr ist zu groß, das Schwimmbrett zu verlieren.

  • Sind Schwimmsitze zu empfehlen?

    Aufblasbare Schwimmringe mit integriertem Sicherheitssitz sind für „passive“ Benutzerinnen und Benutzer gedacht. Babys können damit beispielsweise ans Wasser gewöhnt werden.

    In der Vergangenheit gab es aber immer wieder Berichte über Sicherheitsmängel. Schwimmsitze sind deswegen eher nicht zu empfehlen.

  • Können aufblasbare Spielsachen beim Schwimmenlernen helfen?

    Aufblasbare Schwimmtiere, Bälle, Ringe oder Luftmatratzen sind keine Schwimmhilfen und deshalb für Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmer ungeeignet.

Schwimmen lernen für Kinder: Was sind die wichtigsten Schwimmstile?

Wenn Kinder mit dem Schwimmen beginnen, lernen sie in der Regel zuerst das Brustschwimmen. Um sich im Wasser effizient fortzubewegen, gibt es allerdings noch weitere Schwimmstile wie Kraulen oder Rückenschwimmen. Diese zu lernen, steht natürlich erst an, wenn das Kind sicher schwimmen kann. Wie die Schwimmstile richtig ausgeführt werden, erfahren Sie hier:

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Brustschwimmen

Beim Brustschwimmen werden zuerst die Arme, dann die Beine bewegt. Dafür streckt der Schwimmer oder die Schwimmerin die Arme nach vorn und führt sie zur Seite. Die Handflächen drehen dabei nach außen und verdrängen das Wasser.

Sobald die Hände auf Schulterhöhe sind, werden die Ellenbogen abgewinkelt und die Hände vor der Brust zusammengeführt. Dabei den Kopf anheben und über Wasser einatmen. Arme wieder nach vorn strecken und mit dem Kopf unter Wasser gehen. Während die Arme ausgestreckt werden, die Beine anwinkeln und die Fersen Richtung Po ziehen. Danach kräftig abstoßen und die Beine wieder strecken. Im Wasser kurz gleiten. Den Kopf dabei unter Wasser lassen und ausatmen.

Kraulen

Beim Kraulen taucht man den Arm so weit wie möglich vor dem Kopf ins Wasser und zieht ihn im 90-Grad-Winkel durchs Wasser Richtung Oberschenkel. Die flach ausgestreckte Hand verdrängt dabei das Wasser nach hinten. Auf Höhe der Oberschenkel den Arm mit abgewinkeltem Ellenbogen aus dem Wasser ziehen und am Körper vorbei wieder nach vorn führen.

Beim Kraulen bewegen sich die Arme gegenläufig. Das heißt, der zweite Arm taucht ins Wasser, wenn der erste Arm etwa im 90-Grad-Winkel unter dem Körper ist. Grundsätzlich ist beim Kraulen der Blick nach unten gerichtet. Luft wird geholt, wenn der Arm aus dem Wasser gehoben wird.

Dabei den Kopf zur Seite drehen und einatmen. Je nach Atemlänge nur alle zwei bis drei Schwimmzüge einatmen und unter Wasser ausatmen. Für den Beinschlag die Beine abwechselnd auf- und abwärts bewegen. Die Beine sind dabei gestreckt und liegen auf Höhe des Oberkörpers im Wasser.

Rückenschwimmen

Beim Rückenschwimmen liegt das Kind in Rückenlage gestreckt im Wasser. Das Gesäß dabei anspannen, damit die Hüfte nicht nach unten abknickt. Die Arme wechselseitig durchs Wasser ziehen: Während ein Arm ausgestreckt hinter dem Kopf ins Wasser taucht, kommt der andere Arm gestreckt neben der Hüfte nach oben und wird wieder nach hinten geführt.

Unter Wasser wird der Arm leicht angewinkelt, mit der ausgestreckten Hand das Wasser verdrängt. Die Beine aus der Hüfte heraus auf und ab schlagen. Die Füße bleiben dabei knapp unter der Wasseroberfläche und kicken das Wasser weg. Beim Ausüben der Bewegungen rollt der Körper auf der Längsachse leicht von links nach rechts.

Fachlich geprüft
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DLRG:

Über dich hinauswachsen – sicher Schwimmen lernen!

Schwimmfähigkeit der Bevölkerung 2022.

Deutscher Schwimm-Verband e.V.: Schwimmen lernen mit dem DSV.

Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Kinder sollten schwimmen lernen.

Bundesministeriumsfür Bildung (Österreich): Spielend schwimmen lernen: Grundfertigkeiten.

Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs: Schwimmen.

Eimsbütteler Turnverband e. V.: Inklusionssport.

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